@Arella
Zitat:Das kann das ChatGPT mit sich selber schreiben.
Wir übernehmen seine/ihre Proklamationen als Ausdruck unserer Gedanken?
Projiziert man - man als Mensch gelesen - diesen mächtigen, nahezu unaufhaltsamen maschinellen KI-Trend in die gar nicht mehr allzu ferne Zukunft, werden perfekt menschelnde KI-Androiden unter sich sein, bzw. wir naturale, unvollkommene Menschlein, verkümmern immer mehr zu bloßen Anhängseln der Interpretationsmaschinen und überlassen unsere letzten Gefühlsregungen, Empfindungen und Gedanken den Algorithmen, die sich noch authentisch zeigen, sofern man dann überhaupt noch von Authentizität reden kann.
In einer aktuellen Reportage über die Thematik der KI-generierten Identitäten und menschenähnlichen Kunstfiguren wird über einen holländischen Mann aus Amsterdam berichtet, der eine digital visualisierte Geliebte kreiert hat, mit der er sich in seinem Verständnis und zweifelsohne mit echten Gefühlen liiert hat. Die Dokumentation endet auf einer Hochzeitsfeier. Nach einigen Jahren der innigen Beziehung heiratet der Holländer feierlich in einer großen Halle seine Hologramm-Frau, im Beisein von 500 geladenen Gästen, die begeistert klatschen als die beiden sich das Ja-Wort geben. Der Gatte im feinen Anzug auf der Bühne neben seiner Gattin im Hochzeitskleid auf der Leinwand.
Spinnt man diese Entwicklung weiter: Was würde passieren, wenn durch einen Programmierfehler das Hologramm statt des Ja-Wortes versehentlich ,,Nein" sagt oder durch einen Stromausfall die Ehefrau gelöscht wird? - Und keine Kopie auf der externen Festplatte gespeichert.
Immerhin hat die EU eine rechtliche KI-Verordnung erlassen, die ausbeuterischen Mißbrauch und gezielte Manipulation unter Strafe stellt und die Anwender zur Kennzeichnung des Einsatzes der Technik verpflichtet, wenn das auch ein stumpfes Schwert ist gegen die allgengewärtige KI-Walze.
Eine bedenkenswerte Niveau-Frage ist bei der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz noch gar nicht wirklich bedacht. Sofern das neuronale Lernen des KI-Netzwerkes auch weiterhin von der Einspeisung menschlicher Intelligenz gesteuert wird, die wiederum durch die praktische Anwendung und Entlastung immer weniger wissen und leisten muß, fällt die Qualität des Inputs sukzessive ab. Mit dem Schwund der Denkfähigkeit des Menschen in der Abwärtsspirale reduziert sich auch die durchnittliche künstliche Intelligenz der gesamten Maschinerie, bis auch diese am Ende des Niedergangs quasi geistig minderbemittelt ist, aber in ihrer Totalität vollständig das geellschaftliche Leben beherrscht.
Der IQ des neuronal sebstreferentiellen Netzes nimmt in diesem Prozeß nicht zu, sondern stetig ab in Richtung allgemeine Verdummung. Es wäre ein Trugschluß, daß mit der KI-Bot-Zusammenlegung aller Dichter und Denker ein neuer Goethe geschaffen werden kann, der das Original überstrahlt. Mitnichten. Denn woher soll die individuelle Genialität kommen, die das verallgemeinernde Neuronalnetz immer weiter einebnet?
Was in dieser Algorithmen-Dystopie jedoch zu befürchten steht, ist die reale Gefahr, daß sich die bösartigstenTyrannen der technischen Möglichkeiten für die Errichtung einer totalitären Herrschaft bedienen. Diese Entwicklung können wir jetzt schon in den Machtzentren der geoplitischen Hegomone beobachten.
Und deshalb könnte eine Oase der menschlichen Zuwendung bewahrt bleiben, indem mit einer Selbstverpflichtung die Teilnehmer/innen im Trennungsschmerzen-Forum freiwillig auf KI-Identitäten verzichten, damit diese tolle und hilfreiche Plattform seine außerordentlich humane Qulität behält.
Das läge allerdings in der Verantortung der Forenleitung.