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Hilft ein Psychologe beim Loslassen?

N
Hallo
Ich möchte Euch fragen wie ihr das gemacht habt und wie lange es bei euch gedauert hat.
Ich wurde vor 11 Monaten nach 26 Ehejahren verlassen . Mein Mann hat eine neue Partnerin. Sie leben in einer Fernbeziehung. Er hat mich schon länger mit ihr betrogen und gleichzeitig noch eine Affaire gehabt.
Ich kann auch nach einem Jahr einfach nicht abschliessen. Mein Nochehemann (weiss gar nicht wie ich ihn sonst bezeichnen soll) verweigert jede Aussprache.
Ich für mich möchte wissen wie lange ich belogen und betrogen wurde. Ich habe dass Gefühl wenn er ehrlich wäre , könnte ich endlich abschliessen. Aber wenn ich ihn frage behauptet er, er möge sich nicht erinnern wie lange das schon ging.
Diese fehlende Kommunikation ,diese fehlende Empathie und Feigheit von ihm macht mir so zu schaffen. Meine Freundinnen denken es ist langsam Zeit professionelle Hilfe zu holen. Ich kann mich dazu einfach nicht überwinden. Wie habt ihr das gemacht? Und hat euch ein Psychologe/Coach geholfen?

03.02.2020 21:23 • x 3 #1


B
Die Beziehung hat nicht so lange gedauert, der Schmerz dauert 4 Monate, eine Aussprache hat es mittlerweile gegeben - alles also nicht so extrem wie bei Dir, aber trotzdem habe ich Hilfe in Anspruch genommen. Ich finde es nicht schlimm - es ist sogar ganz anders als bei Freunden, die einen ja kennen. Ein Außenstehender hat eine ganz andere Sicht auf die Dinge
Ich habe mich der Kineosologie geöffnet und schon ganz viel über mich erfahren - warum ich unbedingt die Antworten wollte, warum es so gekommen ist - was mit mir ist. Grundsätzllich ist es nicht falsch, fremde Hilfe in Anspruc zu nehmen - mir hilft es jedenfalls.

03.02.2020 21:34 • x 4 #2


A


Hilft ein Psychologe beim Loslassen?

x 3


blackqueen
Du kannst nur abschliessen, indem Du Deine Energie und Aufmerksamkeit auf Dich richtest und nicht auf Deinen Ex.

Natürlich kann ich Dein Bedürfnis der Aussprache verstehen, das haben sehr viele. Jedoch bin ich der tiefen Überzeugung, dass das schlicht nichts ändert wird. Warum auch? Das Ergebnis bleibt gleich. Wir haben nur alle den Eindruck, dass es die einzige Lösung ist, denn die Ist-Situation - also keine Aussprache - ist es erstmal nicht.

Am Ende spielt es aber schlicht keine Rolle, denn es wird Dir nur helfen, wenn Du Dich auf Dich besinnst und der Rest tritt dann langsam aber stetig in den Hintergrund.

03.02.2020 21:38 • x 4 #3


N
Danke für Eure Antworten
Ich weiss ich muss mich auf mich besinnen , aber eben das schaffe ich so nicht . Lese Bücher zu diesem Thema, mache viel Sport, gehe aus, aber kaum bin ich alleine , denke ich nur daran.

03.02.2020 21:48 • x 1 #4


Minnie
Zitat von Nima68:
Danke für Eure Antworten
Ich weiss ich muss mich auf mich besinnen , aber eben das schaffe ich so nicht . Lese Bücher zu diesem Thema, mache viel Sport, gehe aus, aber kaum bin ich alleine , denke ich nur daran.


Ich würde mir professionelle Hilfe suchen. Zur Aussprache: Eine Antwort ist ohne Bedeutung, wenn sie eine Lüge ist und oft werfen Antworten nur weitere Fragen auf

03.02.2020 21:51 • x 2 #5


B
Zitat von Ben67:
Kineosologie


Was genau ist das?
Könntest du mir das bitte ein bisschen genauer erklären? Was da gemacgt wird usw.

03.02.2020 21:52 • x 1 #6


M
Fragen beantwortet haben zu wollen, kann ich gut verstehen. Die meisten wollen eine Aussprache und glauben, sie zu brauchen. Mir ging das früher auch so.
Aber dann wurde mir klar, dass keine Antworten Linderung bringen werden. Sie werden höchstens neue Fragen aufwerfen und meist auch noch mehr Schmerz verursachen.
Es schrieb schon jemand: Du brauchst den Fokus auf Dich selbst und keine Antworten von ihm. Du klammerst Dich an die Fragen; vielleicht, weil Du mit den offenen Fragen nicht auf Dich selbst zurückgeworfen wirst oder weil Du so in der passiven Opferrolle bleiben kannst. Was nutzt Dir das Wissen darum, wann der Betrug begann? Es wird Dich unnötig verletzen, warum willst Du Dir das antun?
Lass ihn doch das feige A.och sein, dass er ist. Ein Mann mit drei Frauen und zu keiner ehrlich. Du solltest eine Sektflasche öffnen, dass Du ihn nicht mehr an der Backe hast. Das ist natürlich von außen leicht gesagt. Nur geht es beim Loslassen nie um das Können sondern immer um das Wollen. Die Frage ist also, warum willst Du nicht loslassen? Ich könnte mir vorstellen, dass die neue Freiheit erstmal bedrohlich auf Dich wirkt, Du Angst vor der Stille hast und Du Dich lieber nicht damit beschäftigst, was Dein Anteil an diesem Unglück ist.

03.02.2020 21:52 • x 3 #7


M
Mir hilft die psychologin sehr. Kann es nur empfehlen. Ich verstehe Deine Sehnsucht nach Antworten. Man will verstehen, was da eigentlich passiert ist. Mir hat die abschließende Aussprache sehr geholfen mit der Affäre meines Mannes umzugehen.

03.02.2020 21:59 • x 1 #8


K
Du solltest Dir bewusst machen, dass DU Dich mit dem Beharren auf Antworten weiter an ihn bindest. Nicht er bindet sich an Dich. Du verschwendest Deine Lebenszeit. Du verhältst Dich destruktiv in Bezug auf Deine verbleibende Lebenszeit.

Alles, was wir wissen müssen, ist: ein Mensch möchte nicht mehr mit uns zusammen sein. Das sollte Grund genug sein, diesen Menschen, diese Beziehung, diese Bindung loszulassen und unsererseits unser Leben frei von Beeinträchtigungen durch etwas, was mit ihm zu tun hat, zu halten. Für uns selbst!

Beschäftige Dich doch lieber damit, wie Du in Zukunft leben und was Du noch aus Deinem Leben machen willst. DAS ist konstruktiv.

03.02.2020 22:01 • x 7 #9


B
Zitat von Bebeee:

Was genau ist das?
Könntest du mir das bitte ein bisschen genauer erklären? Was da gemacgt wird usw.


Hier gibt es einen kleinen Überblick: https://www.netdoktor.de/Krankheiten/Al...11567.html
Ganz ehrlich habe ich es Anfangs für Mumpitz gehalten, aber mich trotzdem darauf eingelassen - das war gut. Kleines Beispiel für den Muskeltest: Die Kineosologin hat zu einem bestimmten Thema (es ging um fallen lassen) mein Alter in Jahrzehnten heruntergezählt und bei jedem Jahrzehnt den Muskeltest gemacht. Nachdem sie festgestellt hat, dass es zwischen 30 u. 40 Jahren war weiter gemacht und sie landete bei 34 Jahren bzw. mein Muskeln gaben den Ausschlag bzw. gerade da nicht - da war für mich ein einschneidendes Ereignis, dass mich beim fallen lassen blockiert hat (konnte ich mich noch dran erinnern). Diese Blockade wird dann sog. abgelöst und der Test wiederholt.
Alles ein wenig spooky, aber mir hilft es.

03.02.2020 22:26 • x 2 #10


B
Danke

03.02.2020 22:40 • x 1 #11


Carolinga
Hallo,
wir waren 30 Jahre zusammen, sechs davon verheiratet und seit September getrennt weil er sich neu verliebt hat.
Es ist schwer und hart, aber irgendwann muss man aufstehen und Hilfe suchen.
Ich habe jetzt nach einem halben Jahr schon vieles akzeptiert und leide nicht mehr. Ich wollte aber auch nicht mehr leiden!

Zitat von Nima68:
Ich für mich möchte wissen wie lange ich belogen und betrogen wurde. Ich habe dass Gefühl wenn er ehrlich wäre , könnte ich endlich abschliessen


Ich denke nicht das es dir hilft wenn du die Wahrheit erfährst. Warum? Das ist Selbstkasteiung und rüttelt dich emotional noch viel mehr auf.
Ein Abschliessen bzw. eine Verarbeitung beginnt erst dann, wenn du die Tatsache für dich akzeptiert hast und du bereit bist dich emotional von ihm zu lösen. Das bedeutet auch aufzuhören mit dem steten Gedankenkarussel und dich auf andere Dinge zu fokussieren. Solange deine Gedanken sich nicht von ihm und den daraus einhergehenden Verletzungen und Enttäuschungen lösen können, wirst du nicht zur Ruhe kommen.
Nach 11 Monaten ist es wirklich Zeit dir Hilfe zu suchen.
Vertrau dich deinem Arzt an, sprich mit Freunden und Familie, nimm Kontakt zur psychiatrischen Ambulanz des Landkreises oder deiner Stadt auf (ist kostenfrei) und wenn du darauf vertraust, gibt es auch Seelsorger in der Kirche.
Jeder hat dafür Verständnis und wird dich unterstützen.
Ich bin diesen Weg gegangen. Er hat Kraft gekostet, aber alles ist schaffbar, solange du selber aus diesem Teufelskreis heraus willst! Aber dafür musst du dich auf den Weg machen!
Alles gute für dich!

03.02.2020 23:17 • x 1 #12


Vegetari
Zitat von Carolinga:
Ich denke nicht das es dir hilft wenn du die Wahrheit erfährst. Warum? Das ist Selbstkasteiung und rüttelt dich emotional noch viel mehr auf.



Für Betrogene können die Folgen von der Symptomatik ähnlich wie bei einer PTBS sein. Nicht wenige können ernste Folgen haben ,wenn sowas nicht vollständig verabeitet wurde.

Die Wahrheit wäre gut für sie zur Verarbeitung und Loslassen wichtig. Da ihr NM sie lange schlimm betrogen hatte und er sogar seine Affäre betrogen hatte , kann es möglich sein das er den Hang zum notorischen Fremdgänger hat : Solche Typen kann man absolut nicht vertrauen ,sie lügen und haben selbst psych. Probleme....Also von so einem Typ kann man sich seine ausgelegte Wahrheit anhören oder in China fällt ein Sack Reis um

03.02.2020 23:31 • x 3 #13


T
Kannst Du begründen, was anders ist, wenn Du weißt, warum und wie lange Dich Dein Nochmann betrogen hat?

Mich hat es nicht interessiert, ich wollte mich nicht über die Fehler der Vergangenheit ärgern. Und ich habe es meinem Ex nie gegönnt, mich fragend und mit gebrochenem Stolz zu erleben.
Auf seine eventuellen Antworten oder Lügen legte ich keinen Wert.

Ich war für mich selbst verantwortlich und habe mein 2. Leben begonnen.

Ich bin auch der festen Überzeugung, ein Psychologe oder Therapeut hätte mir nicht gut getan.
Wir hätten vielleicht Gründe für das scheitern der Ehe nach fast 30 Jahren gefunden, jedoch hätte es die Ehe niemals gekittet.
Und warum soll man an Gründen interessiert sein, die einen am Ende noch an sich selbst zweifeln lassen?

03.02.2020 23:33 • x 3 #14


Carolinga
Zitat von Vegetari:
Da ihr NM sie lange schlimm betrogen hatte und er sogar seine Affäre betrogen hatte , kann es möglich sein das er den Hang zum notorischen Fremdgänger hat : Solche Typen kann man absolut nicht vertrauen ,sie lügen und haben selbst psych. Probleme....Also von so einem Typ kann man sich seine ausgelegte Wahrheit anhören oder in China fällt ein Sack Reis um

Eben, warum sollte die TE ihn dann dazu befragen?
Vermutlich wird er nicht ehrlich sein...
...das ganze wird doch nur noch schlimmer, wenn man nach 11 Monate sich wieder der gesamten Problematik emotional zuwendet und kaum verheilte Wunden erneut verletzt!
Wenn eine Narbe etwas abgeheilt ist, schneidet du sie doch auch nicht wieder auf, um nachzusehen ob die Haut darunter auch bereits wieder geheilt ist?!?!

03.02.2020 23:37 • x 3 #15


A


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