liebe ariane
in deiner antwort hats du einige fragen aufgeworfen - werde mich bemühen, dir zu antworten so weit ich es kann:
du hast geschrieben "Ich denke meist, der der geht, kann sein Leben danach einfach nur noch genießen...." das stimmt so nicht bei mir - ich habe mich von meiner ex getrennt, weil sie s. mit anderen männern und frauen erleben wollte - ich konnte da nicht mit - habe insgesamt 2 mal versucht, mich von ihr zu trennen - beim 3. mal war es dann klar; hatte innerhalb von 24 stunden eine eigene wohnung gefunden und bin 2 wochen später ausgezogen, als alles klar war. die trennung war für mich das schlimmste und traurigste, das ich bislang in meinem leben erlebt habe - bin ja nicht gegangen, weil ich sie nicht mehr liebte, sondern, weil ich mir eine beziehung, so wie sie sie sich wünschte, nicht vorstellen könnt => ich wäre da "drauf gegangen", glaube ich... ich bin also gegangen, weil ich mich schützen wollte / musste - meine liebe, gefühle für sie waren natürlich noch da ...
also - du siehst: nicht alle verlassenden sind auf der sonnenseite => kannst du ja auch in einigen anderen postings hier nachlesen...
du schreibst: "Ich frage mich ständig, was denkt er und wieso fiel es ihm scheinbar so leicht, alles wegzuwerfen. " ariane, ich glaube mit diesen ständig wiederkehrenden gedanken machen wir es uns immer wieder schwer - und es ist natürlich sehr schwer, sich aus einer beziehung, sich vom (vielleicht noch immer) geliebten menschen zu lösen..... ein stück weit galube ich, ist eine trennung für viele mit dem tod zu vergleichen: alles, was (gut) war und schön (zumindest in der oft verklärenden erinnerung) gibt es jetzt nicht mehr; da waren so viele wünsche und vorstellungen und auch vereinbartes, was noch werden sollte, geplantes .... all das hat nun keinen boden mehr, keine chance auf verwirklichung... mit wem jetzt das gemeinsam erfahrene / erinnerte teilen ...
jetzt - also rückblickend - frage ich mich: wohin geht die liebe, wenn sie kein gegenüber mehr hat, keine verortung? meine antwort darauf: viele von uns (und da schließe ich mich nicht aus) suchen die liebe beim partner / der partnerin noch bevor sie sich selber zutiefst angenommen haben, gelernt haben sich selber zu lieben, zu spüren, wer sie sind und was sie brauchen, was ihnen gut tut. also ich glaube, dass es wichtig ist, sich selber lieben zu lernen und aus dieser liebe zu sich heraus, die ja frei ist, sich auf einen anderen menschen einzulassen...
sich trennen / aus einer beziehung lösen ist glaube ich oft eine der schwersten erfahrungen, denen wir uns im leben zu stellen haben.... und diese erfahruungen können uns auf der anderen seite helfen, zu wachsen - ich finde, dass es oft die schmerzvollen erfahrungen sind (gerade dann, wenn wir uns ihnen öffnen und eben nicht versuchen sie zu unterdrücken, beiseite zu schieben), die uns im leben weiter bewegen, vielleicht mehr zu uns selbst, als wir uns vorstellen können, wenn wir gerade mitten drinnen sind...
was mir wirklich geholfen hat: ich habe immer wieder visualisiert, dass wir eine gute zeit miteinander hatten und wir an einer weggabelung angelangt sind und wir je eigene wege gegangen sind und dies jeweils der richtige gewesen ist - das war für mich tröstlich, hat mir auch geholfen, meiner ex nicht negativ gegenüber zu stehen, mich in wut / zorn an sie zu klammern... und auch zu schätzen, was gut gewesen ist.
ariane - du fragst mich "Sag Mal manta, hast Du mit den vielen Trauergefühlen gerechnet, als Du Deine 14-jährige Beziehung beendet hast? Bist DU nie schwach geworden und wolltest wieder zurück zu Deiner Ex?" nein und ja , ariane - im moment des verlassens ist es mir so gut und richtig erschienen, dass ich das, was noch kommen wird, nicht direkt fühlen konnte - ich hatte aber eine ahnung, die sich bestätigt hat: mich trennen tat so weh, war so traurig, ich habe so viel verloren (meine familie - es lebte ja auch noch unsere tochter bei uns... ist zum glück schon 17 gewesen), dass ich in der ersten zeit nicht wusste / spürte, wie ich da gut heraus kommen könnte...
schwach geworden bin ich niemals: ich habe je gewusst, dass das bezeihungssetting, wie meine ex es haben wollte, nicht lebbar für mich ist.
ariane - noch ein paar tipps zum loslassen:
- hör dir mal den unterschied an: "ich will ihn loslassen"" versus "ich lasse ihn los"... ist der zweite nicht ein ganz kräftiger satz?
- loslassen hat für mich auch bedeutet: ich freue mich der vielen positiven veränderungen in meinem leben und schaue, was ich jetzt, durch die trennung und auch dadurch, dass ich mein gesamtes leben alleine checke - und das war bei mir unglaublich viel... ich glaube, dass ich mich im vergangenen jahr noch niemals so oft gefreut habe und glücklich war, wie zuvor
- loslassen kann auch sein: ich wende mich beusst von ihm / ihr ab - ich gehe weg, auf meinem weg, ich kann ihn / sie hinter mir lassen
vielleicht fällt mir irgendwann noch was ein - lasse es dich dann ganz bestimmt wissen, ariane

ich wünsche dir eine gute zeit und viel freude beim entdecken all der kleinigkeiten und großartigkeiten, die sich in deinem leben verändern (werden)
liebe grüße sendet manta