manfwiel
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Kennt Ihr das auch? Man sitzt am Frühstückstisch mit der Nochfrau und den beiden behinderten Kindern und macht so, als sei alles normal. Dabei weiß ich ja, dass sie an einem Tag X mich und die behinderten Kinder verläßt. Und das nach über 26 Jahren Ehe. Hatte ich ja schon hier darüber berichtet.
Ich tue so, als ob alles normal ist und lasse mir nichts anmerken. Dabei wird sie nach England auswandern, um ein neues Leben zu beginnen.
Ich fühle mich dabei sehr angespannt, rede eigentlich nur das Notwendigste mit meiner Frau. Es ist alles so kühl geworden. Vor allem, es tut unheimlich weh und ich möchte aber die Gemeinsamkeit zu den behinderten Kinder nicht missen, da ich mich für sie verantwortlich fühle. Außerdem möchte sie ja gehen und nicht ich, so dass ich auch hier in der Wohnung bleibe.
Das schlimme dabei ist, dass ich warten muss, bis sie geht. Von mir könnte der Tag X schon lange eingetreten sein, damit sich wieder alles entspannt. Ich kann den Tag kaum erwarten. Klingt vielleicht für viele kühl und abgeklärt. Aber dem ist nicht so, der jetzige Zusatand ist nämlich unerträglich, das ist richtig Gift für die Seele. Warten, Warten und immer Warten. Lange ist das nicht auszuhalten.
Und was ganz schlimm ist, als alles noch in Ordnung war, konnte man es kaum erwarten, sich zu sehen. Jetzt bin ich froh, wenn ich von zu Hause fort bin. Man fühlt sich so richtig elend, alleingelassen und auch gegenüber Dritten macht man so, als ob alles wie immer ist. Das geht an die Substanz.
Vielleicht hat auch jemand solche Erfahrungen gemacht und leidet noch oder hat darunter gelitten?
Trotz alledem wünsche ich Euch allen einen schönen Sonntag.
Viele liebe Grüße
manfwiel
Manne