Jonas79
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da alle meine engen Freunde & Bekannte unmittelbar von dem folgenden Thema betroffen sind und mir nur eingeschränkt ein unvoreingenommenes Feedback geben können habe ich die Hoffnung von euch den einen oder anderen Input zu bekommen.
Zu meiner Situation:
Ich, 43 Jahre aus Bochum bin seit 11 Jahren verheiratet, in der Beziehung seit 17 Jahren und habe zwei wunderbare Kinder im Alter von 7 und 9 Jahren. Beruflich bin ich sehr zufrieden, lebe in einem Haus welches in gut 5 Jahren abbezahlt ist und meiner Familie und Freunden geht es sowohl beruflich als auch gesundheitlich gut. In engster Nachbarschaft wohnt mein bester Freund und meine weitere Familie (Eltern, Geschwister, Schwiegereltern) sind im Umkreis von ~7 km.
Der Freundeskreis von mir und meiner Frau ist eng verwoben und ich habe eine tolle Beziehung zu Schwiegereltern und Geschwister meiner Frau.
Soweit alles perfekt möchte man meinen.
Leider bin ich unglücklich in meiner Beziehung. Wir haben uns extrem auseinander gelebt und unser Familienleben gleicht dem einer WG. Einer sehr gut organisierten zwar, aber auch nicht mehr. Das tägliche Leben ist wunderbar aufgeteilt und organisiert, jeder hat seinen Teil und übernimmt seine Verpflichtungen.
Gemeinsame Aktivitäten finden i.d.R. "nur" mit den Kindern statt, es gibt quasi nichts, was meine Frau und ich alleine unternehmen. Hier macht jeder sein Ding und verfolgt seine Hobbies. Letztere sind leider auch noch nie übereinstimmend gewesen, wenn man mal von gemeinsamen TV-Abenden absieht. Selbst da unterscheiden sich unsere Geschmäcker mittlerweile gravierend.
An den letzten Sex, den letzten Zungenkuss kann ich mich nicht erinnern. Es gleicht einem geschäftigen Treiben in einer Firma: Alles läuft, aber keine Herzlichkeit. Körperkontakt und Zuneigung gibt es zu den Kindern aber nicht zwischen uns.
Anfängliche zugegebener Maßen unbeholfene Versuche das eine oder andere zu forcieren scheiterten und es folgte eine beleidigte "dann halt nicht" Reaktion von beiden Seiten.
Streits gibt es zwar relativ selten (ggf. auch mangels Überschneidungen im Alltag oder noch schlimmer aus Gleichgültigkeit), wenn dann aber durchaus mit verletzenden Worten und mit deutlichen Anzeichen gegenseitiger Respektlosigkeit.
Ich merke seit einem guten Jahr, dass ich mich von ihr zurückziehe und gemeinsame Zeit vermeide. Ich freue mich auf viele Dinge in meiner Freizeit (Freunde, Sport, Hobbies), sie spielt dabei aber keine Rolle. Bin ich beruflich über Nacht unterwegs oder auf einen anderem Kontinent vermisse ich meine Kids schmerzlich, sie aber nicht.
Bei einem Streit vor einigen Wochen habe ich ihr gestanden, keine (Liebes)gefühle mehr für sie zu haben. Der emotionale Ausbruch bei ihr hat mich überrascht, da ich von einer gegenseitigen Kälte ausgegangen bin (Auch sie schien sich mit der Situation abgefunden zu haben). Trotz weinendem Partner spürte ich eine unfassbar emotionale kälte. Kein Drang sie zu trösten, was mich schockiert hat.
Hinzu kommt, dass ich nach laufender Gewichtszunahme eine Reißleine gezogen habe und seit ca. 1,5 Jahren viel Sport mache, stark abgenommen habe und mich gut dabei fühle. Ich erlebe im nicht familiären Alltag zudem, dass ich andere Frauen
wahrnehme auf eine Art, die ich bislang nicht kannte oder Gefühle entwickle, die ich früher niemals zugelassen hätte.
Jetzt steht der Ruf nach einer Paartherapie im Raum; Ich solle uns doch noch eine Chance geben, was hätte ich zu verlieren. Ich finde aber, dass diese Therapie deutlich zu spät kommt und keine Liebesgefühle erneut entwickeln kann. Wir beide haben die Situation viel zu spät erkannt und es zu lange zugelassen. Sie sei dabei angeblich auch seit längerem unglücklich und hätte es immer auf aktuelle Stresssituationen (Arbeit) geschoben: "Danach wird es bestimmt besser".
Frage ich mich offen, was ich grade will, dann wäre das die Trennung von meiner Frau. Offen gestanden mit dem Ziel eine Partnerin zu finden mit der ich gerne und unbedingt Zeit verbringen möchte und mir eine gemeinsame Zeit & Zukunft vorstellen kann. Im Zweifel wäre ich sogar lieber alleine um mich zu sortieren. Von meiner Frau fühle ich mich tatsächlich abgestoßen.
Jetzt kommt aber das Umfeld, an vorderster Stelle meine Kinder, hinzu. Aber auch bester Freund, Eltern, Schwiegereltern, Schwager und Co; Gemeinsame Freundeskreise und natürlich das bisher erreichte wie Haus und Lebensraum. Krass formuliert bin ich grade der Mensch, der für so viele Menschen die mir (Inklusive meiner Frau) unfassbar wichtig sind, die heile Welt zerstören würde.
Insbesondere bei meiner Frau habe ich sorge bezüglich ihres doch sehr übersichtlichen Freundeskreises.
Geschieht dies aus einem vorübergehenden Impuls heraus? Rede ich mir etwas ein oder ist es alles "nur" eine midlife crisis? Erwarte ich Gefühlstechnisch zu viel nach einer so langen Partnerschaft?
Mir fällt es schwer darüber mit meinen vertrauten zu sprechen, da diese ebenfalls massiv involviert sind (Eltern, Trauzeuge, Patenonkel, etc.).
Daher würde mich eure Meinung dazu interessieren? Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
Am Ende tut es auch gut, die Gedanken einmal nieder zu schreiben
Beste Grüße
Jonas