Jonas79
Mitglied
- Beiträge:
- 20
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 32
- Mitglied seit:
zunächst einmal vielen herzlichen Dank für euren offenen input. Ich bin tatsächlich überwältigt von so vielen prompten Reaktionen, die in alle möglichen Richtungen gehen. Ehrlich gesagt auch genau das, was ich gehofft habe: Unvoreingenommene Meinungen, die meine Einschätzungen reflektieren und in die eine oder andere Richtung alternativen aufzeigen.
Danke!
Ich will versuchen auf ein paar Punkte einzugehen:
"Reden":
Ja, tatsächlich reden wir aktuell viel über die Situation. Einige Gespräche sind nüchtern und reflektierend: "Wann waren wir zuletzt glücklich", "was haben wir falsch gemacht?".
Die Antwort an dieser Stelle einvernehmlich: Erst kamen die Kinder und haben 120% gebraucht. Als der Bedarf zurück ging haben wir es nicht verstanden die gewonnene Zeit gemeinsam zu verbringen; Sind in unterschiedliche Alltage und Freizeitbeschäftigungen eingetaucht. Das wichtigste: Wir haben uns für selbstverständlich genommen; zu wenig in uns zwei investiert.
"Hat sie auch keine Gefühle mehr?"
Wenn wir es versucht haben "Komm doch raus zu mir?... nein, gucke grade XY im TV" oder "Lust was zu spielen? ... "wollte erst zum Sport" ... "na dann nicht" zu schnelle Aufgabe oder eingeschnapptes verhalten. Vielleicht auch nicht wirklich mit dem Herzen dabei. Es nicht wirklich wollend.
Die Frage: "Wann haben wir zuletzt was zu zweit gemacht"... brachte langes Grübeln und zwei armseelige situationen in den letzen 12 Monaten hervor. Wie gesagt vom S. ganz zu schweigen.
Wir haben es beide gelebt, zugelassen. Auch von ihr kein Versuch mir nahe zu kommen, egal ob zeitlich oder körperlich. Daher meine Vermutung, dass sie auch keine Gefühle mehr hat.
"Warum weint sie?"
Ich schätze sie trauert nicht um mich sondern um all das, was sie verliert/wir verlieren bzw. was wir uns aufgebaut haben. Vor dem "nichts" stehen und den Lebensplan in Trümmern vor sich sehen. Ebenso das soziale Umfeld einem Erdbeben aussetzen und das vertreten zu müssen. Aber das streitet sie ab. Ich vermisse halt ehrliche Freude beim nach Hause kommen, ein Lächeln "schön dich zu sehen" oder eine umarmung, die ich nicht auch mit den Kumpels habe". Wunsch oder Versuche des körperlichen Kontaktes (die ich nunmehr nicht mehr möchte, sogar ablehne).
"Tuhe ich wirklich genug?"
Ein sehr schwierige Frage. Ich denke halt, es ist zu spät. Ich spreche gerne in Metaphern: Eine kleine Glut kann man anfachen, bei nasser Asche wird es schwierig. "Empathie zeigen": auch eine Gratwanderung: Ich möchte ihr nicht kalt gegenüber stehen, will ihr aber auch keine nicht mehr vorhandenen Gefühle vorgaukeln. Sie ist mir ja nach wie vor wichtig und ich achte sie natürlich; Aber weit entfernt von Liebe und Zuneigung.
Zuletzt kurz der Kommentar von @icefire:
Zitat:herzmensch aber eben auch ein sehr starker vernunft-kopfentscheider.
Ich fühle mich sehr gut interpretiert...
Nochmals Danke für euren Input bis hierhin!