Zitat von Megeas:Ich war verliebt in sie richtig aber durch ihr bin erst richtig im Kontakt mit Motorrad fahren gekommen.
Ärgern nicht nein aus dem einfachen Grund ich habe daraus gelernt und als. Gruselig nicht nein den sie ist 1einhalb jahre später verstorben nach dem ich mein motorradführerschein hatte, seid dem habe ich mir eben das geschworen das ich immer das sage was ich denke was ich fühle als einfach nichts zusagen und es innerlich zerreißt lieber Risiko als feige sein
@Megeas
Mist! Das ist echt schwach vom Universum. Das tut mir sehr Leid.
Um ehrlich zu sein, sind solche Erlebnisse diejenigen, die mich am meisten berühren. Ich trage auch bis heute so ein Päckchen mit mir rum:
Als ich vor (gefühlt) 300 Jahren in die 10. Klasse Gymnasium kam, wechselte ich auf eine Schule in bischhöflicher Trägerschaft. Bis dahin war das eine reine Jungenschule gewesen und mein Jahrgang war der erste, der nun auch Mädels aufnahm, allerdings nur für eine von den 5 Klassen des 10. Jahrgangs, und ich glaube wir waren 7 Mädels und mehr als 20 Jungs. Ergo, viel zu viele pubertierende Kerle auf der ganzen Schule kamen auf logischer Dings viel zu wenig Mädels.
Die Folge war natürlich, dass es nur so wimmelte von verliebten Jungs, "willst Du mit mir gehen-Briefchen", Freiwilligen die einem die Bücher tragen wollten und ganzen Trauben auf dem Schulhof, die alle das gleiche Mädel bewunderten und sich um sie scharten.
Ich war kein sehr aufgeschlossenes Mädel, will heißen, in dem Alter (15?) hatte ich absolut Null Interesse an Jungs und allem was damit zu tun hatte. Ich war ein klassischer Streber und konnte auch nicht nachvollziehen, was der ganze Aufriss eigentlich sollte. Wenn Pause war, habe ich mich immer hinter der Sporthalle "versteckt" und ein Buch gelesen.
Naja, irgendwann kam einer der Jungs vom Schulhof hinterher und setzte sich neben mich. Wir unterhielten uns und ich verstand mich prima mit ihm. Von dem Tag an trafen wir uns jeden Tag in den Pausen dort, haben gelesen, geredet oder gelernt. Aber: es kam nie irgend etwas in Richtung Verliebtheit auf, das Thema schnitt keiner von uns beiden an.
Naja, nach der 10. Klasse mussten meine Eltern in die USA umziehen aus beruflichen Gründen und ich kam auf ein Internat. Das Ganze hatte sich sehr kurzfristig während der Sommerferien ergeben. Ich konnte mich von fast niemandem verabschieden.
Nach 14 Tagen erhielt ich einen Anruf von dem Jungen aus meinem alten Gymnasium. Er sagte, er sei mega traurig dass ich nicht mehr da sei und ob er mich mal besuchen kommen könne. Ich hab überhaupt nicht geschnallt, warum er so betroffen war und machte irgendeine blöde Bemerkung die ich lustig fand, dass wir doch nicht verheiratet wären und was denn mit ihm los sei. Total dämlich von mir, aber ich echt nicht drauf gekommen, dass er in mich verknallt sein könnte - oh man.
Er rief noch ein paar Mal an, aber er war immer sehr still und irgendwann schlief das ein. Ich wunderte mich eine Weile, habe aber irgendwann nicht mehr daran gedacht.
Jahre später, als ich gerade mit der Schule fertig war, traf ich ihn wieder in einer Diskothek, als ich Freunde zu Hause besuchte die mit mir dort waren. Das lief total strange ab. Ich tanzte mit meiner Freundin, und auf einmal stand er vor mir und was? Genau, er küsste mich. Ohne "hallo" oder sonst etwas, einfach so. Ich habe mich sanft gelöst aus seiner Umarmung und war total sauer. Ich wurde echt unfreundlich und fragte ihn, ob er eigentlich spinnen würde, dann gingen meine Freundin und ich und liessen ihn stehen. Ich habe dann nie wieder etwas von ihm gehört.
10 Jahre später war ich in einem Baumarkt an der Kasse. Als ich dran war, schaute mich die Kassiererin an, wurde ganz bleich und meinte "sie sind doch Christine, oder? Sie waren doch mit meinem Sohn befreundet". Ich antwortete, dass das schon möglich sei, wer denn ihr Sohn sei. Sie sagte "Akexander M. " und rannte heulend weg.
Ich habe mir gedacht, dass diese Familie wirklich seltsam ist und fuhr nach Hause.
Ich erzählte meinem Vater davon, als wir telefonierten und machte mich ein wenig lustig. Mein Vater schwieg eine Weile und dann fuhr es mir in Mark und Bein, als er sagte: "Alexander ist tot, Christine. Er hat sich nach dem Abi-Ball am Ostbahnhof vor einen Zug geworfen und ist tot. Seine Mutter kam einige Monate später und brachte einen Brief von ihm für Dich mit. Sie war sehr aufgebracht und gab ihn uns zu lesen. Darin stand, dass er wohl sehr verliebt in Dich gewesen war, sich aber nicht traute das zu sagen und er Dich 3 Jahre lang nicht vergessen konnte. Anscheinend hat er Dich dann nochmal in einer Diskothek getroffen und Du hast seine Annäherungsversuche abgewiesen. Das scheint er nicht verkraftet zu haben."
Bäm! Auf einmal war es klar. Ich Trottel! Ich blöde Kuh! Wie konnte ich das nicht merken? Ich kam damit überhaupt nicht klar. Meine Eltern hatten entschieden, mir den Brief zu verheimlichen, um mich vor Schuldgefühlen zu bewahren. Wäre ich der Mutter nicht zufällig im Baumarkt begegnet, dann hätte ich es nicht erfahren, jedenfalls nicht so bald.
Ich habe bis heute mit den Schuldgefühlen zu kämpfen und ich zünde jedes Jahr für ihn eine Kerze an, wenn er Geburtstag hat.
Diese Geschichte hat mich massgeblich beeinflusst und grossen Anteil an späteren Entscheidungen und meinem Verhalten gehabt, meist in für mich negativer Form.
Nun ja, soweit mein "Gruselkram" zum Thema.
LG
Ex-Mitglied