Ich bin total überrascht über eure Einschätzungen! Ich dachte, ich sei zu hart.
Vielen vielen Dank dass ihr drauf eingegangen seid. Oh man, dieser Thread hier hat therapeutische Wirkung auf mich. Neiheeiin, nicht weil wir uns heute alle sagen, wie toll wir uns finden

, sondern weil ich meine Schwachstellen sowas von stark spüre. Hui, nix wie weg! Römi, lass uns gemeinsam die Kurve kratzen!

Und ab und zu kuscheln wir uns irgendwo an
Besonders Du @Sonne scheinst mir so kontakt-bzw. nähefähig und einfühlsam zu sein. Da schmelze ich einerseits dahin, fühle, da ist etwas, nach dem ich mich oft sehne; andererseits kommt der Fluchtimpuls- Boah! Ich werde gesehen, man reagiert auf mich, es wird nah. Ich bin da manchmal so irre, dass ich erstmal flugs vorm Computer abtauche, wenn ich @ysa lese

Ist leider sogar die Wahrheit. Dann sammle ich Mut und schaue 1-2 Stündchen später noch mal, was da geschrieben wurde. So kommt`s auch, dass ich manchmal voll intensiv schreibe und dann wieder abhaue. Die letzten Tage war`s aber die Arbeit, die mich abhielt.
Übrigens habe auch ich schon oft gedacht, dass ich wirklich alle, die hier schreiben, gerne einmal kennenlernen würde. Bisher möchte ich, dass es eine waghalsige Fantasie bleibt

Lasst uns mal nichts überstürzen
Ich glaube, Ema und auch Kontra sind auch Menschen, die immer wieder Distanz brauchen.
Ich empfinde euch alle so...so...keine Ahnung, ihr geht wirklich auf einen Menschen ein. Das ist total schön, aber ich verkrampfe mich auch. Hatte das auch lange in der Therapie. Eine bessere Therapeutin kann man gar nicht finden. Erst nach Jahren konnte ich mich auch körperlich bei ihr entspannen, mal die Arme öffnen, statt zu verschränken, die Augen schließen usw.
Und gerade heute wird mir bewusst, dass ich mich u.A. seit diesem Ereignis mit meiner alten Freundin seeehr verändert habe, nicht nur ihr gegenüber. Früher hatte ich einige dieser typischen Frauenfreundschaften. Man teilt sich ständig alles mit, nimmt an jedem Gefühl anteil, ist immer da, immer verbunden. Ich bin ein konstanter treuer Mensch, viele dieser Menschen sind noch in meinem Leben, aber wenn ich ein Problem habe, traurig bin, würde ich nie jemanden anrufen, auch meine Ma nicht. Ich habe lediglich einen extrem einfühlsamen, intelligenten Freund, dem ich mich wirklich zeige. Und dann gibt es noch eine Freundin, die mir sehr nah gekommen ist. Sie hat mir Umarmungen und Schmusereien beigebracht

Sie durfte sogar neben mir im Bettchen liegen, wenn sie zu Besuch war

Sie ist so feinsinnig und rücksichtsvoll. Sie selbst hält nicht viel von Stofftieren, hat sich aber mit meinen angefreundet

Als sie das erste Mal bei mir war, schaute sie sich aufmerksam um, zeigte dann auf meinen Stoffhasen und sagte ganz zärtlich "Ich mag den da!"
Ich halte gigantische Distanz und kann es mir kaum noch anders vorstellen, weiß nicht einmal, ob ich es will.
Und hier nun habe ich das Gefühl, dass ich unter Menschen bin, denen gegenüber solch eine Distanz nicht möglich wäre, eben weil ich dieses "Ich sehe dich" empfinde.
Das finde ich heftig....
Vor Monaten lernte ich eine Frau kennen, mit der es sofort funkte. Es lief einfach, vieles passte, wir hatten irre Spaß, tiefgründige Gespräche, gleiche Interessen usw. Sie sehr temperamentvoll und kontaktfreudig. Ich- ihr wisst schon

Ich habe mich immer nach einer Freundin gesehnt, mit der ich meine Interessen teilen kann, so z.B. ins Theater gehen kann. Meine anderen Freundinnen würden mitkommen, aber eben weil man mal ins Theater geht. Diese Frau ist Feuer und Flamme. Ich schrieb ihr, ob wir mal gemeinsam so etwas machen wollen. Sie "Jaaaaaaa! Unbedingt! Ich will gerne! Gerne! Mit Dir!" So in etwa ist sie

Was tat ich? Schweigen. Oh man

Aber ich glaube sie blickt mich, umschmust mich immer wenn sie mich sieht.
Übrigens @Kontra bezüglich Deiner Kurven. Erinnerst Du meinen Freund, der Dich grüßen ließ?

Mehr mache ich hier nicht öffentlich. Ich traf ihn vor 2 Tagen. Er steht so heftig auf Frauen mit Deinem Körperbau

Ich weiß genau, dass er ausflippen würde wenn er Dich zu Gesicht bekäme hehe.
Aber Du selbst sollst Dich ja wohl in Deiner Haut fühlen. Da bringt es nichts, wenn andere einen toll finden. Ich bin ja zur Zeit ein Hungerhaken, habe keinen A. mehr in der Hose und mag das gar nicht! Da bringt es mir auch nichts wenn der eine oder andere Mann auf abgehungerte Kerlchen steht.
Noch einige Gedanken zu meiner alten Freundin. Ich habe mir halt gedacht, dass fast jeder Mensch sich wohl gerecht fühlt. Ich kenne jedenfalls keinen, der von sich sagt- hier war ich ein rücksichtsloses Biest. Selbstkritik ja, aber niemand würde sich so sehen, wie ich meine Freundin in dieser Situation sah, auch ich nicht. Wer weiß aber, wo ich mich zum kotzen verhalten habe, es einfach verdränge, damit mein Selbstbild blitzt? Ich bin sehr selbstkritisch aber wer weiß...wem ich weh getan habe?
Ich denke da z.B. an meine andere alte Freundin, wir sind wie Schwestern, allerdings halte ich auch sie mittlerweile auf Distanz. Vor vielleicht. 1O Jahren starb ihr Vater an Krebs. Er war der einzige Mensch in der Familie, den sie sehr sehr liebte. Sie war komplett am Boden, pflegte ihn allein, schließlich starb er in ihren Armen.
Was das Nähe-Distanz-Verhalten anbelangt ist sie mir sehr ähnlich, zwar geselliger als ich, aber wir beide lassen nie wirklich Nähe zueinander zu. Uns beiden fällt Nähe zu männlichen Freunden leichter- beide ziemlich ätzende Mutterbindungen damals.
Damals war ich in den ersten Tagen, als alles bekannt wurde, sehr intensiv für sie da. Ich erinnere ein "Notfallgespräch" unserer Wahlfamilie bis in die frühen Morgenstunden. Zum Schluss gingen wir beide noch Nachts die Straße entlang, bis wir uns trennen mussten. Ich wollte sie umarmen, tat es aber nicht, sie hat mit den Umarmungen den gleichen Knall wie ich. Es fällt uns schwer. Wir gingen also in gegensützliche Richtungen, waren schon sehr weit auseinander und drehten uns im gleichen Augenblick noch einmal um, blieben so stehen und schauten uns lange an. Dann winkten wir uns zärtlich.
Danach flog sie mit ihrem Papa weit weg auf einen anderen Kontinent. Dort wollte er sterben.
Ich glaube, sie war dort sehr lange, wie lange erinnere ich nicht mehr. Aber ich weiß, dass wir in jener Zeit nicht einmal telefonierten. Ich glaube, ich rief sie nicht an. Sie mich auch nicht. Wir hatten noch einen gemeinsamen Freund, den traf ich manchmal, mit ihm sprach sie in dieser Zeit ständig.
Ich weiß zwar genau, dass sie damals lieber mit ihm sprach, mit Männern kann sie es eben besser..., und ich fragte mich damals oft, ob ich anrufen solle, fühlte aber nicht nur meine Blockade, sondern hatte das Gefühl, dass sie es nicht wollen würde.
Wie auch immer das nun war. Fakt ist doch einfach, dass auch ich ihr vielleicht wahnsinnig weh getan habe. Ich hätte mich nicht fragen sollen, was sie wohl wollen oder nicht wollen könnte, Blockaden hin oder her, ich hätte auf sie zugehen müssen und hab`s nicht getan.
Das war null Ignoranz oder Angst im Umgang mit dem Tod, dennoch wahrscheinlich total sche.iße.
Sie wirkte allerdings nie so, als sei sie enttäuscht von mir, aber wer weiß...
Und wenn ich so denke, frage ich mich, ob wir alle nicht ungewollt einmal einen Menschen so tief verletzten, wie mich meine alte Freundin, ob ich zu streng bin, wo meine eigene Freundin mir nicht einmal böse war.
Ich weiß es nicht.