@JungeRoemer
@ysabell
Es tut mir echt leid, ich denk das selber das erste Mal in meinem Leben durch, und bin auch überfordert. Ich hänge in alten Sichtweisen fest, weil ich noch keine neuen Erfahrungen habe. Und manchmal vermischt sich das und wird unverständlich für Lesende.
Das alles sind keine fixen Glaubenssätze von mir, sondern nur Denkrichtungen, die ich gerade einschlage auf einem kompletten Neuland.
@maenneken hat mich besser verstanden, als ich mich selbst ausdrücken kann, danke!
Und ich lebe seit 20 Jahren mit CFS, da sind die Themen "Leistung" und "Minderwertigkeit" ganz anders besetzt als bei Gesunden. Deshalb überbetone ich das, weil das sehr viel Selbst-Vertrauen genommen hat, ich war mein größter Unsicherheitsfaktor. Und da ich keine richtige Ausbildung gemacht habe, mußte ich das auch schon vorher mit Leistung kompensieren. Aber ich habe mir trotzdem den Titel Buchhändlerin erworben, darauf bin ich sehr stolz. Leider kann ich das erst wieder machen, wenn es Nacht-Buchhandlungen gibt

ysabell, ich bin froh, daß du mich auch in Frage stellst. Ich habe momentan kein Denk-Regulativ, alles ist neu, und hinter jede Tür muß neugierig geschaut werden. Ich schiebe deine Anregung sicher nicht in die esoterische Ecke, ich bin überzeugt davon, jetzt mehr denn je, daß es unheilbar nicht gibt. Ich kann mich erinnern, daß ich irgendwo gelesen habe, daß CFS vergleichbar mit MS ist, in Punkto Lebensqualität.
Ich habe auch viel in CFS-Foren gelesen und da gab es Leute, die haben sich wund gelegen. Eine ist gestorben, weil sie einfach dehydriert ist. Ich konnte mich dem damals nicht ergeben, weil ich mein Kind hatte. Ich hab mich in den Supermarkt getrieben, zu keiner Entscheidung fähig, 1000 Leute, aber das Kind braucht was zu essen, und ich dachte ich schaffe den 5min. Heimweg nicht mehr, das fühlte sich an wie drei Tage durch die Wüste.
Und ich habe ja erkannt, daß es so etwas wie körperliche Entsprechungen bei inneren Nöten gibt, also versuche ich zu verstehen, daß eine sehr große Not geherrscht hat, die ihren Ausdruck suchte. Um mir zu vermitteln, was ich wirklich brauche. Und ich habe gelernt, daß ich mich anscheinend nicht unterkriegen lasse. Es hat mich geschwächt und gestärkt zugleich. Und durch die Isolation mußte ich mich mit mir auseinandersetzen, aber auch von den Depressionen habe ich gelernt.
Fazit: Ich muß wohl wirklich eine enorm starke Person sein, eben weil es so viel gebraucht hat, um mich schwach zu kriegen.
Mit dem Arbeitstitel: Warum mußtest du überhaupt so stark sein? Aber das habe ich ja mittlerweile erkannt.
Und was gerade jetzt mit mir passiert, ist wie ein Wunder für mich. Ich merke einfach, daß die Traurigkeit nicht mehr da ist, ich hab sie schon verzweifelt gesucht, aus Angst, ich hätte sie wieder neu eingegraben und spüre sie nicht mehr. Spüre mich wieder nicht mehr. Aber es ist weg, und ich habe Hoffnung irgendwann einmal ohne Antidepressiva zu leben.
Und die lass ich mir von Konrad jetzt nicht nehmen

Und wir werden uns was Schönes einfallen lassen, Roemerin!