pferdediebin
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Man sieht, du hast dich sehr eingehend mit der Materie befasst, und schon viel länger als ich. Ich finde das hochinteressant!
Für mich war es, nach meinen Beziehungen zu Narzissten auch erlösend zu sehen, daß das eigentlich nichts mit mir persönlich zu tun hatte. Ich war zwar die Leidtragende, aber das hätte jeder sein können, nicht ich habe das ausgelöst und ich hätte auch nicht viel zur Verbesserung beitragen können.
Ich habe immer versucht, nach normalen Massstäben zu messen, und das darf man nicht. Man darf nicht voraussetzen, daß es der andere gut mit einem meint, sonst landet man immer in derselben Falle. Aber wie bekommt man das in den Kopf, daß der Mensch, den man zusammen lebt, eigentlich lieblos ist, und daß man sich vor ihm schützen muß?
Ich lese immer wieder, daß auch gute Therapeuten an Narzissten scheitern, weil sie auf ihre Techniken einsteigen.
Aber das sind die männlichen Narzissten, und deine Ex war eine Frau, die den "männlichen" Narzissmus gelebt hat.
Ich habe ja noch nicht so viel Information, ich bin bei der Sichtweise von Bärbel Wardetzki gelandet, die hat sich viel mit Essstörungen auseinander gesetzt, und dabei eine Form von weiblichem Narzissmus erkannt, die sich so äußert:
Die Frauen lehnen bereits als kleines Kind die Frauenrolle ihrer Mutter ab. Sie sehen die Rolle der Mutter im familiären Gefüge als schwach. Und um selbst nicht so schwach zu werden, werden männliche Anteile im Mädchen aktiviert. Das Kind sieht sich als pseudo-autonom, emotional unabhängig von der Mutter und wenn es, so wie ich, auch noch zu früh in eine Erwachsenen-Rolle gepresst wird, in der es für die Eltern sorgen muß, dann fehlt ihm Sicherheit und Liebe.
Alk. sind noch dazu emotional instabil, deshalb mußte ich lernen, empathisch zu sein, um in der Familie zu überleben.
Kompensiert habe ich das alles durch Leistung und Durchhaltenvermögen. Ich glaubte, daß nur meine Leistung mir die Anerkennung bringt, die ich brauche, und mir selbst die Sicherheit verschafft, die mir niemand geben kann.
Ich habe vergessen, daß ich Bedürfnisse habe, daß ich eigentlich eine Frau bin, ich lebe ein falsches Selbst, weil ich nur damit beschäftigt bin, durchzuhalten. Und in Beziehungen suche ich natürlich Liebe und Sicherheit, aber da ich kein echtes Vertrauen habe, scheinen mich nur Männer zu beeindrucken, die mir genau das nicht geben können. Ich wiederhole nur meine erlernte Familienrolle, bin unverstanden und muß stark sein.
Also, das ist der weibliche Narzissmus, in dem ich mich leider gefunden habe.
Wenn du Lust hast, lies dir das mal durch:
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