@sonne-5273
Ja, das glaube ich, daß meine Geschichte im Forum nicht mehr so einfach zu finden ist. Auch wenn ich sie einige Male erzählt habe, ist das doch schon ziemlich lange her.
Aber nun habe ich so ja noch einmal erzählt, damit sich auch hier alle ein Bild davon machen können, was vorgefallen ist.
Ja, das Schlimmste bei all dem war, daß die Emotionen so ganz plötzlich gekippt sind. Ich war und bin es eigentlich gewohnt, über Probleme zu sprechen, welcher Art sie auch sein mögen, wenn es nicht anders geht, was ja öfter vorkommt, dann, wenn die ersten Emotionen abgeklungen sind. Aber das war leider nicht möglich, sondern es ist nur Schritt für Schritt schlimmer geworden. Ein einziges Mal hat sie gesagt, daß sie furchtbar leidet, in der Nacht Herzschmerzen (körperliche) hat und etliche Kilo abgenommen hat. Ansonsten war es aber nur ein Überschütten mit allem Dreck, der ihr auch nur irgendwie eingefallen ist.
Aber gut, es war, wie es war.
Dir scheint etwa Ähnliches ja auch widerfahren zu sein, und das einzig Richtige in einer solchen Situation, in der nichts zu retten ist und sich die negativen Emotionen nur immer mehr aufschaukeln, wäre natürlich, gar nichts mehr zu sagen, sich nicht zu verteidigen oder zu rechtfertigen oder irgend etwas klären zu wollen. Nur ist das nicht zu schaffen, wenn man noch so voller Gefühle ist. Zumindest bei mir war es so.
Aber mittlerweile geht es mir wieder wirklich gut. Ich spüre gewissermaßen eine Erfülltheit in mir, die nichts mehr braucht und nichts mehr will. Nicht in einer resignativen oder gar depressiven Art, sondern weil alles erlebt ist, was erlebt werden kann, und man sich dann in aller Ruhe gleichsam in der Herbstsonne gemütlich aalen kann

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Und das fühlt sich einfach nur gut an!
@verliebtverliebt
Es gibt Menschen, die sich um etwas Unangenehmes, wie einen Abschied, gerne drücken und dann so tun, als wäre ohnehin mehr oder weniger nichts.
Das könnte, wie mir scheint, auch bei Deinem Freund der Fall gewesen sein. Oder er hat tatsächlich vor, hin und wieder zu kommen. Ich weiß nicht, welcher Aufwand das wäre für ihn, also wie weit weg er denn gezogen ist. 20km wären ja kein Problem, bei 200km sähe es schon etwas anders aus.
Jedenfalls solltest Du, wenn es Dir gelingt, nun erst einmal den Abstand wahren und zugleich möglichst aus allen diesen Überlegungen herauskommen, wie, was, warum, vielleicht . usw. Das wird gerade in den ersten Tagen sicher nicht einfach sein, aber es sich zumindest vorzunehmen, ist schon einmal gut. Ansonsten wird man immer wieder runtergezogen, immer mehr Fragen tauchen auf, die ohnehin allesamt ohne Antwort bleiben (und selbst eine Antwort da und dort würde nicht wirklich helfen und nur neue Fragen nach sich ziehen).
Im übrigen kann ich mich nur dem anschließen, was @ysabell geschrieben hat, wie immer so treffend und einfühlsam.
Ich halte es auch durchaus für keinen Fehler, daß Du ihm dieses Sms geschickt hast. So etwas ist ohnehin nie ein Fehler - warum sollte man nicht ausdrücken dürfen, was man empfindet? Was das eigentliche Problem sein kann, ist, daß man damit Erwartungen verbindet, und diese werden nahezu immer enttäuscht. Das ist das eigentlich Verhängnis daran.
Ich sehe es wie Ysabell: Wenn tiefere Gefühle vorhanden sind, spielen irgendwelche Sms ganz sicher keine Rolle, und es geht gar nicht um die Frage, ob man dadurch vielleicht jemanden vertreibt. Alles diese Taktieren und die entsprechenden Überlegungen dazu sind ohnehin nur Unfug.
Das Wichtigste wird nun einmal sein, daß Du Dich nicht vor Dir selber klein machst und nicht über all Deinem Grübeln vorübergehend verkümmerst. Es gibt keine Fehler, es gibt keine Schuld, es gibt keine Gründe, die einen verkleinern könnten. In Wahrheit kann man im Leben nur sehr, sehr wenig beeinflussen, besonders, wenn es um Gefühle geht. So sehr man vielleicht auch glauben mag, alles in der Hand zu haben, so sehr hat man gar nichts in der Hand, wenn man gefühlhaft ist, sich auf Gefühle auch einläßt und nicht nur ein vernunftbestimmtes, taktisches, ausgekühltes Leben lebt.
Die Dinge kommen, die Dinge gehen, daran läßt sich nichts ändern. Aber was wirklich wertvoll war, das bleibt auch - niemand kann einem das nehmen.
Und ich bin mir sicher, wenn einige Zeit verstrichen ist, wirst Du all das auch ganz anders sehen. Du wirst nicht mehr sehen, was Du verloren, sondern was Du gewonnen hast - und das kann viel mehr sein, als Du jetzt, in diesem Schmerz, auch nur ahnst.
@ysabell
Danke für dieses Lied ("Tomorrow is my turn")!
Das ist wirklich sehr schön! Sogar für meine Waldohren

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