Kontra
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Zitat von ysabell:Von Gleichgesinnten fühlt an sich oft wahrgenommen. Es ist nicht immer die Widerholung des Dramas. Menschen ohne Drama können das alles oft gar nicht sehen.
Und man will in der Liebe doch gesehen werden.
Brauchst nicht antworten. Sind nur Gedankenansätze, die ich schon lange habe.
Bin absolut bei dir, was das angeht. Ema sagt es auch aus meinem Herzen:
Zitat von Ema:Genau das denke ich auch oft.
Wie soll ein normaler, kaum geschädigter Mensch mich je verstehen können?
Wie kann er sich das Schlachtfeld meiner Seele auch nur vorstellen und wie soll da Verbundenheit entstehen?
Das kann ein "normaler" Mensch nicht. Ich habe es in meiner letzten Beziehung versucht, und ich hatte jemanden an meiner Seite, der wirklich verstehen wollte. Er hat mich gehört, um es mal melodramatisch zu sagen: erhört, aber wirklich verstanden hat er mich nicht. Konnte er ja auch nicht. Das war einerseits eine Tragödie, denn wir versuchten es wirklich miteinander, andererseits für mich auch ein Segen: Ich konnte mich nicht drauf ausruhen, auf dem schönen Satz "Ich hab's aber als Kind so schwer gehabt!", sondern ich musste in die Tiefen gehen, nach den richtigen Worten suchen, um das Leid zu transportieren, und habe dadurch schon wieder und weitere Selbstreflexion betrieben. Das war enorm wichtig, denn es war auch eine Möglichkeit, mich selber zu betrachten: zu versuchen, seine Sichtweise anzunehmen und es sozusagen "für ihn passend" zu erklären. Distanzierungsmittel - was bei einer Traumatisierung nie schlecht ist.
Ich denke, verstanden werden von "Leidensgenossinnen" kann heilsam sein, ich spüre es ja hier auch, und dies ist "nur" eine virtuelle Plattform. Aber es kann auch passieren, dass man dann stagniert, weil die Weiterentwicklung bedeuten würde, die Sicherheit einer Gruppe und die Zugehlrigkeit wieder zu verlieren - beides Dinge, die schwer Verletzte um jeden Preis vermeiden wollen. Dies könnte meiner Meinung nach wiederum zu einem Problem werden, indem man sich selber eingrenzt, wo man Potential hätte, um über sich hinaus zu wachsen.
Ich habe heute Nacht übrigens wieder vom Forum geträumt, bzw. vom Chat. @PhönixFlamme war wie immer dabei, aber es ergab sich etwas Merkwürdiges: mein ehemals bester Freund aus meiner Abitur-Zeit war auch im Chat, was ich erkannte, weil er ein Foto von sich postete - mir raste das Herz, denn er hatte mich einfach über Silvester "verlassen", hat alle Kanäle blockiert und mir nie wieder geantwortet (bis heute nicht), also das, was man heute wohl Ghosting nennt - und ich fühlte mich hin und hergerissen zwischen dem Wunsch, mich als ich zu outen und gleichzeitig aber auch, wieder in Kontakt zu sein, und mich ggf. dafür als jemand anderes auszugeben. Ich tendierte zu ersterem, aber bevor ich etwas tun konnte, wachte ich auf.
Eine Analogie vielleicht, wie ich Beziehungen verstehe? - Mich "outen" oder mich verbiegen müssen, um den Gegenüber halten zu können? Das war in der Beziehung zu ihm jedenfalls definitiv so, ebenso wie zu vielen anderen Menschen. Ich habe immer noch oft das Gefühl, dass ich nicht ich selbst sein darf, weil mein "wahres Ich" so abstoßend für andere wäre, dass niemand es je ertragen könnte. Ganz schön fatalistisch.
Das mal als kleine Geschichte von mir, damit ich mich endlich mal wieder gezeigt habe.
Ach ja:
Zitat von Ned:Amy_Farah_Fowle wer hat dir erlaubt in meinen Thread zu schreiben!? Vorher musst du gegen mich kämpfen!
Neddilein, lieb sein! Ich habe Amy hierher eingeladen, weil sie wunderbar in unsere Runde passt, und sie musste ihren Mut zusammen nehmen, um sich hier zu zeigen. Also schusch, sonst gibbet Mecker.
@sonne-5273
Oh, da sprach nur meine Sehnsucht aus mir, auch an dem bunten Treiben hier teilnehmen zu können. Habe meine Mädels einfach vermisst. Aber danke dir.
