Alices Wunderla.
Gast
Dieser Mann war nicht mehr glücklich in seiner Ehe. Es gab nur noch wenig gemeinsame, intensive Gespräche. Meist schliefen sie sogar in getrennten Zimmern und nahmen keine gemeinsamen Mahlzeiten am Tisch mehr zusammen ein.
Beide lebten eigentlich an einander vorbei.
Nach langen inneren und bitteren Kämpfen kam dieser pflichtbewußte Mann zu dem Entschluß sich trennen zu wollen. Doch nicht nur seine Frau, sondern die ganze Familie setzte diesen Mann mit allen Mitteln, vor allem moralisch, unter Druck.
Der Mann wurde ständig zu irgendwelchen Arbeiten in der Familie herangezogen. Er konnte sich dem Ganzen nicht entziehen.
Die Trennung wollte die Frau nicht aber sie war auch dagegen ihm ein eigenständiges Leben zuzubilligen.
Der Mann wurde immer unglücklicher.
Eines Tages kam dann die Frau und forderte ihn auf alles in dem Haus einer Grundsanierung zu unterziehen. Wichtig war ihr, dass Gerüst nach Außen aufrecht zu erhalten.
Der Mann fing. Nach seinem langen Arbeitstag, arbeitete er zusätzlich zuhause um es allen recht zu machen. Er machte es allen recht, nur sich selbst nicht. So sehr dieser Mann auch versuchte aus dieser Zwickmühle zu entkommen, es gelang ihm nicht. Eines Tages ging die Frau Morgens in den Schuppen und dort hing ihr Mann, aufgehängt an einem starken Strick um den Hals. Die Augen schauten ins Leere. Da brach die Frau zusammen und wimmerte. Sie wimmerte und stammelte:"Warum? Er hätte doch gehen können, wenn er nicht mehr glücklich gewesen ist." Ja, er ist gegangen aber einen Weg, von dem es kein zurück mehr gibt.
Nun, was ist die Moral von der Geschicht? Urteile nicht! Urteile nicht über Menschen, wenn Du ihre Geschichte nicht kennst und ziehe keine voreiligen Schlüsse.
