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Manchmal ist man erst rückblickend schlauer

AllesGegeben30

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Hey hey

Zitat von NoName1:
Ich fange auch schon an zu überlegen, wie ich ein Leben nach ihm gestalten kann. Ich bin ja Kunstinteressiert und überlege ob ich mich, wenn alles ausgestanden ist, in ein paar Monaten vielleicht in einem Malkurs anmelden soll oder sowas in der Art. Dann wäre ich wenigstens ein oder zweimal die Woche unter Menschen.


Das klingt sehr sehr toll und halte ich für eine super Idee. Bitte mach das.
Kunst ist Dein Ding und nebenbei knüpfst Du neue Kontakte, top
Wann würde das denn in etwa starten?
Je schneller, desto besser, würde ich fast sagen - wird Dir sicher gut tun.


Wegen des Technikers sind die Daumen gedrückt.

31.07.2020 11:35 • x 2 #31


NoName1


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Vielen Dank für Eure lieben Worte. Das hilft mir sehr

31.07.2020 11:44 • x 2 #32



Manchmal ist man erst rückblickend schlauer

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Jane_1

Jane_1


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Du hast eine für mich wunderbare Art zu schreiben. Ganz bei dir, ruhig und klar.
Erinnert mich an die Comics von Jiro Taniguchi, die ich sehr liebe.
Und just diese Woche habe ich ein Buch gelesen über ein gleichgeschlechtlich Paar, "Ein liebenswerter Mensch" von Odd Klippenvag, auch dort war diese Ruhe und Klarheit.
Aber das ist natürlich alles off topic, will dir damit nur sagen, dass du sehr symphatisch rüber kommst und auch ich glaube, dass du bestimmt nicht alleine alt werden musst

Ich finde es gut, dass du deine Konsequenzen ziehst und dass ohne ihn einzubeziehen oder zu informieren.

Wünsche dir alles Gute lieber NoName!

31.07.2020 12:18 • x 2 #33


NoName1


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Das tut sooooo gut! Danke auch Dir liebe Jane_1

31.07.2020 12:28 • x 1 #34


NoName1


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Halloooo!

Vorgestern abend hatte ich ja noch eine weitere möblierte Wohnung im Internet gefunden. Sehr klein, aber auch sehr fein und in absoluter Bestlage! Für die kommenden Monate, die wohl eine Art Findungsphase sein werden, super geeignet. Bei Wohnungsfragen gehöre ich eher zum Typ "Vogelnest". Ich brauche nicht nur keine große Wohnfläche, sondern ich will sie auch gar nicht. Ich hätte das Gefühl mich zu verlaufen. Zudem habe ich natürlich, wie nahezu jeder, ein begrenztes Budget. Und auch da bin ich lieber in schönem Umfeld und kleiner, als in nicht so schönem Umfeld und dafür größer. So ungefähr meine Art des Suchens.

Gestern morgen hatte ich jedenfalls dann die Idee, auch dort -beim Luxusappartment- anzurufen. Alleine schon deshalb um nicht übers Wochenende in ein Loch zu fallen, wenn ich so gar nix mehr in Aussicht habe. Im Telefonat sagte die Vermieterin, dass sie bereits 3 Besichtigungen für den Tag hat. Ich könne mich da dran hängen. Dranhängen ging aber bei mir nicht, weil zu diesem Zeitpunkt hätte ich die andere Wohnung gucken müssen. Nun gut, sie hat mich dann als ersten eingeladen - also vorne drangesetzt.

Als ich auf das Objekt zuging, klingelte mein Handy. Sie würde sich 10 Minuten verspäten. Kein Problem, warte ich im Schatten der Garage, dachte ich mir. Dann kam ein Mann angefahren, so ein alternativer Typ, mit langen grauen Haaren und lässigen Klamotten. Vielleicht Anfang 60. "Moin, Sie warten auf die Frau F.?" Jaaaaa. Das tat ich. Er gesellte sich zu mir und wir beide verstanden uns auf Anhieb. Er erzählte, dass er nur 6 Monate im Haus lebt, die anderen 6 Monate lebt er in Spanien... Zufällig kenne ich seine Gegend dort recht gut. Derweil hatte sich die Vermieterin bereits 20 Minuten verspätet, was nicht wichtig war. Ich war ja bestens unterhalten! Dann jedenfalls kam Sie in Ihrem dicken Jaguar angefahren und fuhr auf die Garage zu. Sie stieg aus und -ich kann es nicht erklären - die Chemie stimmte sofort. Sowas von locker und empathisch. Einfach sympathisch! Ich verabschiedete mich vom netten Nachbarn und wir gingen rein. Die Frau zeigte mir alles, was sehr schnell ging bei 41qm Wohnfläche. Die Wohnung ist soooo schön. Das Bad ist hochwertig und neu, alles lichtdurchflutet da man im Wohnzimmer von 2 Seiten Fenster hat. Und vom Balkon aus den Blick in die schönste Parkanlage unserer Stadt. Was will man mehr, dachte ich mir? So zog ich meine Bewerbungsmappe und sagte sofort zu. Die Frau F. bat mich kurz Platz zu nehmen und fragte nach meiner Geschichte - Was mich dahin treiben würde. Ich erzählte ihr von meinem wunderbarem Jahr 2020 (Ironie aus). Sie hörte gespannt zu und dann gab sie mir zu verstehen, dass sie selber geschieden ist und das alles durch hat. Wenngleich sie auf der anderen Seite steht: Sie war die Verlassende. Da wurde ich neugierig, alleine schon um besser zu verstehen, was in dem Verlassenden vorgeht. Sie war sehr redselig, aber gar nicht distanzlos. Schwer zu beschreiben. Es passte einfach zwischen ihr und mir. Und dann kam der Satz der mich einfach tief berührte:
"Herr A., dann machen wir das so. Wenn Sie jemanden zum reden brauchen, melden Sie sich gerne bei mir. Kommen Sie hier zur Ruhe und wenn es für Sie weitergeht, dann ist das gut so. Ein Monat Kündigungsfrist und Sie ziehen einfach weiter. Bleiben Sie solange sie möchten...." In dem Augenblick übermannten mich erstmals seit Tagen meine Gefühle. Ich fing an zu heulen, wie dankbar ich bin in so schöner Umgebung meine Mitte finden zu dürfen. Vor allem aber auch mit welcher Warmherzigkeit sie mir begegnete. Wo erlebt man es schon, dass man füreinander da sein kann, ohne sich zu kennen. Bin noch heute morgen total berührt. Nächste Woche meldet sie sich damit wir den Mietvertrag unter Dach und Fach bringen. Zum 01.09. kann ich da rein ) Mein Wochenziel ist damit erreicht! Hund in gute Hände abgegeben, Wohnung ist gefunden. Und ich kann erstmalig wieder was lachen und Leichtigkeit verspüren. Ihr habt alle Recht: Es geht aufwärts! Stück für Stück...

Vom Mister habe ich natürlich nix gehört. Ist ja eigentlich auch klar gewesen. Der kommt jetzt gleich die Klamotten für den Hund holen. Ich habe ihm alles passend parat gelegt. Ich fahre jetzt gleich aber weg. Heute ist Kanutour angesagt. Mein lieber Bruder und sein langjähriger Kumpel machen des öfteren so Actionsachen. Ich bin sehr froh, dass ich mich heute da dranhängen kann.

Interessant finde ich, dass ich heute Nacht das allererste Mal NICHT geschwitzt habe! Natürlich bin ich noch immer total traurig über das Beziehungsende. Aber weiterhin voll in der Akzeptanz. Weniger akzeptieren kann ich sein Verhalten mir gegenüber. Dieses abgehackte, was mir zeigt ich bin regelrecht unwichtig, tut sehr weh. Das ist hauptsächlich auch der Grund warum ich ihn von nun an meiden werde. Die Vermieterin meinte, was ich auch erwarten würde, 2 Wochen nach Trennung. Er würde sich schützen, aber auch mich. Denn würde er etwas Bemühung zeigen, wäre Ruck Zuck die Hoffnung wieder an. Nun gut, er weiß eigentlich das ich das Beziehungsende akzeptiert habe und ich dennoch einen 'normalen' Umgang, wie es halt unter solchen Bedingungen geht, erwartet hätte. Ich muss nun aber damit leben und warte einfach ab. Ich versuche mich auf mich zu konzentrieren, was erstaunlich gut gelingt. Mir geht es - ich trau es mich ja kaum zu sagen- relativ gut. Ich denke, bis zum 20.08. werde ich nichts mehr vom Ex hören. Es gibt keine abwicklungstechnischen Dinge zu besprechen, er muss eh lernen und ich werde hier die Klamotten abverkaufen. Nächstes Ziel ist der 25.08. Da ist Sperrmüll. Bis dahin will ich das Haus nahezu leer haben. Ich möchte das gar nicht mehr mit ihm gemeinsam machen. Nicht bei dieser frostigen oder gespielten Stimmung. Der lässt mich eh fallen sobald die Schlüssel, Mitte September oder Anfang Oktober, übergeben sind. Dann lieber sofort raus aus dem Kontakt. Ich würee sonst nur erneut Enttäuschung erfahren und erneut in ein Loch fallen. Das will ich nicht mehr. So ist meine Überlegung derzeit ihm die die Schlüssel Anfang September auf den Küchentresen zu legen und dann bekommt er die letzte Whatsapp meinerseits. Die Übergabe kann der alleine machen und die restlichen 10% die noch raus müssen kann er mit seiner Familie auch alleine machen. Ich bin raus aus der Nummer.

Nun muss ich los. Die Kanutour wartet!
Allen Lesern meines Strangs einen schönen Ssmstag!

01.08.2020 07:27 • x 5 #35


T4U

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Das freut mich für Dich, das du nun diese schöne Wohnung bekommst. Spontan muss nichts Schlechtes sein.
Und Kanufahren ist bei dem Wetter gar nicht so schlecht. Viel Spaß dir und lass Dich treiben

01.08.2020 07:51 • x 1 #36


AllesGegeben30

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Guten Morgen

Zitat von NoName1:
Halloooo! Vorgestern abend hatte ich ja noch eine weitere möblierte Wohnung im Internet gefunden. Sehr klein, aber auch sehr fein und in absoluter Bestlage! Für die kommenden Monate, die wohl eine Art Findungsphase sein werden, super geeignet. Bei Wohnungsfragen gehöre ich eher zum Typ "Vogelnest". Ich brauche nicht nur keine große Wohnfläche, sondern ich will sie auch gar nicht. Ich hätte das Gefühl mich zu verlaufen. Zudem habe ich natürlich, wie nahezu jeder, ein begrenztes Budget.
Und auch da bin ich lieber in schönem Umfeld und kleiner, als ...



Was soll ich sagen.
Bis zu Deinem emotionalen Part kam mir auch gerade ne Träne.
Ich freue mich für Dich mit.
Wenn das nicht großartig ist, weiß ich's auch nicht.

01.08.2020 08:41 • x 3 #37


NoName1


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Guten morgen an alle!

Gestern war ein recht bewegter Tag. Mit mieser Laune, also leichter Depri, bin ich in den Tag gestartet. Eigentlich hatte ich keine Lust zu gar nix. Am besten Rollläden runter lassen und sich in der Depression suhlen. So ne Stimmung halt...

Meinem Ex hatte ich noch am Vorabend die Hundesachen im Flur zurecht gelegt. Er wollte sie ja holen kommen, um dann vormittags bei den neuen Hundebesitzern den Abschied zu zelebrieren. Ich legte noch einen großen Zettel drauf mit stichpunktartigen Hinweisen, was er alles berücksichtigen bzw. nicht vergessen sollte. Abgeschlossen habe ich das ganze mit "Viel Spaß Euch". Ich bin dann jedenfalls früh morgens zu meiner Unternehmung aufgebrochen. Irgendwann kam dann die Nachricht, dass er spät dran sei und entsprechend später käme. Ich habe die Nachricht erst später gelesen, weil ich da schon im Ausland war und keinen Empfang hatte. Jedenfalls wird er mit mir im Haus gerechnet haben...

Gut, dass ich mich zum Kanufahren aufraffen konnte, denn sonst wäre dieser Tag wohl eher miserabel verlaufen. So war er zumindest erträglich. Auf dem Wasser wurde mir bewusst, dass ich ihn wohl laaaange Zeit nicht wiedersehen werde. Die Hundeangelegenheit hat sich nun erledigt. Das leerräumen des Hauses mache ich auch selber. Bis der soweit ist, habe ich das zehnmal leer geräumt.

Den ganzen Tag kreisten die Gedanken um ihn. Traurigkeit, aber auch die Gewissheit, dass es so am besten ist waren meine steten gedanklichen Begleiter. Die Sonne schien, es hatte locker 35 Grad und alle Leute waren in bester Stimmung. Ich eher nicht so, denn ich wusste halt, er fehlt mir sehr und wird mir aucv weiterhin fehlen. Von ihm wird eh nix mehr kommen. Aber es war aushaltbar. Ich MUSS dadurch.

Abends wieder zuhause angekommen, stelle ich fest, dass ein Einschreiben für ihn kam. Ich war total genervt! Wann enden diese Zwangskontakte endlich? Ich will doch nur in die Verarbeitung und ihn loslassen. Das kann ich so nicht. Was blieb mir anderes übrig, als ihm den Zettel mit dem Zustellversuch wortlos zuzuschicken. Zurück kam, ein 'Danke' und die Frage wann er es abholen könne. Ich bot ihm an, es morgen (also heute) bei seinen Eltern einzuwerfen, denn da bin ich eh unterwegs. "Okay, danke". Das wars. Ich will meinen Strang ehrlich und aus meiner Perspektive führen. Und dazu gehören nunmal auch Fehler und Dummheiten. Jetzt kommts:

Ich habe dann im weiteren Abendverlauf mit meinem Bruder hin und her geschrieben. Klar, es ging um das Dauerthema "Mister". Und dann ist mir was passiert, was mir leider hier und da passiert: Ich habe ausversehen dem Mister erneut geschrieben, anstelle meines Bruders. Klar, mit entsprechendem Inhalt. Ging also gar nicht. Schnell auf löschen gedrückt und mir überlegt wie ich die Sache bzw. mein Gesicht retten kann. Ich schrieb dann hinterher, ob es nicht Sinn machen würde einen Nachsendeauftrag bei der Post zu hinterlegen, da wir uns so die Briefetauscherei sparen könnten und das ich den Zettel schon jetzt zu seinen Eltern fahre. Zurück kam, dass er wahrscheinlich ab Mitte August eine Wohnung hat und es bis dahin ja wohl "aushaltbar" wäre. Daraufhin bin ich eingeknickt: ich schrieb ihm, dass er mir mit dem letzten Telefonat ja zu Verstehen gab, dass er mit Hausübergabe keinen Kontakt mehr wünscht. Und da ich auch noch da bin und auch Bedürfnisse habe, würde ich diesen Kontaktabbruch dann gerne sofort haben wollen. Zurück kam, ich wüsste genau was er sagte und ohnehin sei ein reduzierter Kontakt unvermeidbar. Aber er wolle das gar nicht über WhatsApp ausdiskutieren. Ich fragte ob wir das kurz telefonisch besprechen könnten. Er rief an.

Er meinte, er wüsste nicht wie es sich weiterentwickeln kann. Ob eine Freundschaft wirklich dauerhaft möglich ist und wenn ja, wie diese ausgestaltet sein könnte. Er ist mitten in der Verarbeitung, hat hier und da Momente wo er mich vermisst und es ihm nicht gut geht. Sein Eindruck ist, dass ich besser mit der Trennung klar komme, wie er selber. Er hätte sich gefreut mich heute morgen zu sehen (als er die Hundesachen holte). Es sei auch nicht alles 'Schwarz oder weiß'. Ein bischen Restliebe wäre noch da, aber die muss halt weg. Dafür bräuchte er Zeit. Ich erzählte ihm von meinem Vorhaben, das Haus bis Monatsende leer zu haben um ihm die Schlüssel auf den Tresen zu hinterlegen, so dass er die Hausübergabe machen kann. So muss man sich nicht mehr sehen. Dumm und forsch wie ich war, fragte ich ob er sich eine Freundschaft plus vorstellen könnte. -Also grundsätzlich... Das verneinte er vehement. Dann haben wir uns noch über unsere Wohnungen unterhalten, sein Erlebnis beim Hund und dann ist es das gewesen. Wir haben uns mit 'schönen abend noch' verabschiedet.

Jaaaa, bitte. Reißt mir nun den Kopf ab. Schön war ihn mal wieder schmunzeln zu hören. Es war ein harmonisches Gespräch, wie alle unsere Gespräche. Wie kam ich auf die Idee mit der Freundschaft Plus? Mir fehlt halt u.a. der Körperkontakt zu ihm. In der Not frisst der Teufel die Fliegen!? Ich weiß, das dass Bedürftigkeit pur war von mir. Mir ist bewusst, dass ich meinen Weg weiter gehen muss. So habe ich für mich beschlossen meine, nun geäußerte Ankündigung, wirklich in die Tat umzusetzen. Ich werde das hier leer machen und Monatsende bekommt er die Schlüssel. Ich werde auch nicht mehr auf ihn zugehen. Wichtige Briefe dürften auch nicht mehr kommen. Insofern hoffe ich, dass nun Tag 1 der Kontaktsperre ist! Ach ja, die Hausübergabe wird Ende September sein. Ich bin heilfroh, wenn das durch ist.

Jetzt gleich gehe ich frühstücken und dann zum Sport. Später werde ich anfangen die Sachen zu inserieren. Am Abend dann zu meiner Mama zum Abendbrot. Soweit der Plan heute.

Ich freue mich wie immer sehr über Eure Meinung!

02.08.2020 07:46 • x 3 #38


T4U

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Zitat von NoName1:
Mir fehlt halt

Kein Grund, sich dafür zu steinigen. Passiert eben. Solange du dein ziel weiter verfolgst und dies nicht all zu oft passiert. Da draußen wartet ein Mann auf dich, der viel mehr zu dir passt, als "Mister" es je konnte

02.08.2020 07:55 • x 2 #39


Jane_1

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Das ist völlig normal und menschlich.
Man schüttelt im Nachhinein den Kopf über sich und würde am liebsten die Zeit zurück drehen, aber ähnliche Sache haben wir wohl alle gemacht.
Passiert.

Du hast dich ja schon geschüttelt und nun geht es weiter.

02.08.2020 11:39 • x 1 #40


NoName1


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Guten morgen!

Tja, da liege ich schon seit 4 Uhr wieder mal wach im Bett... Damit habe ich leider nur gute 4 Stunden geschlafen. Gestern war (für mich) der erste Tag der KS. Ich sage bewusst 'für mich, denn mein EX zeigt und sagt ja auch, dass er momentan (wie lange auch immer) Ruhe braucht und keinen privaten Kontakt wünscht. Ich war gar nicht gut drauf und habe viel an ihn denken müssen. Wie widersprüchlich er ist, ist einfach zum ko...en. Nur ein Beispiel: Im letzten Telefonat sagte er mir, er hätte sich gefreut, wenn er mich am Samstag gesehen hätte... Am Ende dieses Telefonates fragte ich ihn ob er Lust hätte morgen auf nen Kaffee reinzuspringen. Das war ihm dann aber zu viel. Versteh das einer!? Ja ja, da war ich voll in der Bedürftigkeit. Das wird mir nicht mehr passieren. Unter dem Aspekt, dass die Trennung gerademal 2 1/2 Wochen alt ist, finde ich es auch legitim, dass man als Verlassener versucht Brücken zu bauen. Alleine schon um sich sagen zu können, ich habe alles versucht. Pulver verschossen... Da bin aber schon seit gut 4, 5 Tagen. Meine Bemühungen sind nunmehr eingestellt.

Aber darum geht es mir eigentlich auch nicht. Das Beispiel soll vor allem zeigen, wie wischi waschi die Gespräche mit ihm verlaufen (sind). Wasch mich, aber mach mich nicht nass.
Über solche Sachen zermater ich mir jedenfalls momentan den Kopf. Ich vermute mal, dass es zum Verarbeitungsprozess dazugehört!? Für mich jedenfalls unbegreiflich, wie man nach 14 Jahren von jetzt auf gleich so umschalten kann.
Heute morgen geht es mir etwas besser. Gut, ist auch nicht schwer, denn gestern war nicht so mein Tag. Am Mittwoch kommt die Vermieterin das Haus gucken, denn die will hier selber einziehen. Und da wir noch jede Menge Öl in der Heizung haben und auch die Einbau-Elektrogeräte in der Küche von uns sind, könnte ich mir vorstellen, dass mein Ex mich abends oder am Folgetag wieder anschreibt, ob die uns das abkaufen. Auf sowas muss ich dann ja reagieren. Aber mich schaudert es förmlich derartige Nachrichten zu lesen. Ich will GAR NICHTS lesen oder hören, solange diese Kälte durchkommt. Ich will weiter loslassen und das geschieht halt am einfachsten, wenn man keinen Kontakt hat oder offen miteinander umgeht. Letzteres ist für ihn scheinbar nicht möglich. Das muss ich wohl akzeptieren, auch wenn ich immer dachte wie hätten etwas ganz besonderes. Das denkt wahrscheinlich jeder von seiner Beziehung und sobald es auseinander geht, hat sich das mit 'Besonderes' erledigt.

Tja und zu allem Übel kommt noch, dass die Telekom eine Massenstörung im Ort hat. Das bedeutet ich werde tagelang kein Telefon haben und nicht arbeiten können. Schlimm genug, dass mir Umsatz entgeht. Noch schlimmer, dass ich dadurch noch mehr ohne Struktur bin. Ich versuche von meiner Mutter aus zu arbeiten, weiß aber nicht wie schnell das technisch umzusetzen geht. So versuche ich in der Zwischenzeit mich mit Sport über Wasser zu halten und weiterhin die Möbel zu inserieren.

03.08.2020 06:35 • x 1 #41


T4U

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Zitat von NoName1:
Für mich jedenfalls unbegreiflich, wie man nach 14 Jahren von jetzt auf gleich so umschalten kann.

Kann ich dir voll folgen. Aber so jetzt im Nachhinein, zwei Dinge, die mir auffielen. Zum Einen sind viele, die gehen, mit dem Gedanken schon weiter. Weniger nah an uns Partnern dran. Und zum Zweiten sicherlich auch deren Schutzhaltung, um nicht weich zu werden. Statt dessen lieber noch einen Tick härter zu sein, als nötig

03.08.2020 06:45 • x 1 #42


NoName1


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Zitat von T4U:
Kann ich dir voll folgen. Aber so jetzt im Nachhinein, zwei Dinge, die mir auffielen. Zum Einen sind viele, die gehen, mit dem Gedanken schon weiter. Weniger nah an uns Partnern dran. Und zum Zweiten sicherlich auch deren Schutzhaltung, um nicht weich zu werden. Statt dessen lieber noch einen Tick härter zu sein, als nötig



Dankeschön! Ja, ich vermute auch, dass es irgendwo eine Schutzhaltung ist um nicht weich zu werden. Da kann ich mich wohl kaum einfühlen. Weil, wenn noch etwas Liebe da ist, dann werfe ich das doch nicht einfach so weg!? Oder anders gesagt, dass muss dann doch auch total anstrengend für den Verlassenden sein, unentwegt mit dem Kopf gegen das Herz zu steuern!?
Und ja, der wird schon viel weiter sein, wie ich es bin. Ich habe den innerlichen Drang, das Haus bis Ende des Monats leer zu haben, so dass die Schlüssel den Vermietern früher abgegeben werden können. Vielleicht Ende der ersten Septemberwoche. Ich will das unbedingt so schnell wie möglich abgeschlossen wissen.

Kann das jemand nachvollziehen?

03.08.2020 07:00 • x 1 #43


T4U

T4U


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Zitat von NoName1:
Kann das jemand nachvollziehen?

Dort sind viele Erinnerungen, die dich aktuell schmerzen. Deswegen macht der Neuanfang in der anderen Wohnung auch Sinn, eine Schutzburg für dich ganz allein. Tapeten, Farbe, Deko und Kissen. Mach dir ein warmes Nest, wo du mit dir kuscheln kannst, wenn die Seele friert

03.08.2020 07:04 • x 2 #44


Kroenchen_richten

Kroenchen_richt.


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Lieber TE,

bis jetzt machst Du das sehr gut. So eine kurze Zeitspanne und schon ganz bei Dir.
Der Malkurs ist eine super Idee, ich hoffe bei Dir vor Ort laufen schon wieder alle Kurse an im Herbstsemester.
Vielleicht ist ja auch ein Urlaub drin, beim betten Nachbarn in Spanen. Die Zeit wird es zeigen.

Tapeten kleben wird wohl schwieriger, ein möbliertes Appartment soll ja meist so bleiben, wie bezogen. Aber wer weiß was da noch kommen wird.
Entwickelt sich ja alles sehr rasant bei Dir.

Zitat von NoName1:
Weil, wenn noch etwas Liebe da ist, dann werfe ich das doch nicht einfach so weg!? Oder anders gesagt, dass muss dann doch auch total anstrengend für den Verlassenden sein, unentwegt mit dem Kopf gegen das Herz zu steuern!?


Ist es auch. Wobei es sehr darauf ankommt aus welchen Grund man sich trennt.
Bei fehlender Liebe, eher weniger anstrengend. Meist hat der Verlasser dann schon über eine längere Zeit den Entschluss gefaßt und konnte schon innerliche Distanz aufbauen.
Eine Erkenntnis die für den Verlassenen auch nicht schön ist. Die Unaufrichtigkeit schmerzt im Nachgang. Zusammen mit der Frage, warum wurde nicht kommuniziert, eventuell hätte man die Fahrtrichtung noch beeinflussen können.

In meinem Fall z.B. kam der Entschluss zur Trennung von mir sehr kurzfristig, da mein Partner mehrfach unfair gehandelt hat. Das Fass war definitiv übergelaufen. Die Trennung war ein reiner Selbstschutz.
Da kommt der gleiche Schmerz dazu und oft eben auch die Fragen, war das der richtige Entschluss, was wäre wenn usw....und leider auch mal ein absurder Funken Hoffnung.

Ich weiß, ich falle immer auf meine Füße. Das Leben hat noch mehr zu bieten und ich bleibe weiter neugierig. Auch Dein Leben hat ganz sicher noch Asse im Ärmel. Also Kopf hoch, gerade bleiben und Schritt für Schritt vorwärts gehen.

Drücke Dir die Daumen.

03.08.2020 08:10 • #45



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