Halloooo!
Vorgestern abend hatte ich ja noch eine weitere möblierte Wohnung im Internet gefunden. Sehr klein, aber auch sehr fein und in absoluter Bestlage! Für die kommenden Monate, die wohl eine Art Findungsphase sein werden, super geeignet. Bei Wohnungsfragen gehöre ich eher zum Typ "Vogelnest". Ich brauche nicht nur keine große Wohnfläche, sondern ich will sie auch gar nicht. Ich hätte das Gefühl mich zu verlaufen. Zudem habe ich natürlich, wie nahezu jeder, ein begrenztes Budget. Und auch da bin ich lieber in schönem Umfeld und kleiner, als in nicht so schönem Umfeld und dafür größer. So ungefähr meine Art des Suchens.
Gestern morgen hatte ich jedenfalls dann die Idee, auch dort -beim Luxusappartment- anzurufen. Alleine schon deshalb um nicht übers Wochenende in ein Loch zu fallen, wenn ich so gar nix mehr in Aussicht habe. Im Telefonat sagte die Vermieterin, dass sie bereits 3 Besichtigungen für den Tag hat. Ich könne mich da dran hängen. Dranhängen ging aber bei mir nicht, weil zu diesem Zeitpunkt hätte ich die andere Wohnung gucken müssen. Nun gut, sie hat mich dann als ersten eingeladen - also vorne drangesetzt.
Als ich auf das Objekt zuging, klingelte mein Handy. Sie würde sich 10 Minuten verspäten. Kein Problem, warte ich im Schatten der Garage, dachte ich mir. Dann kam ein Mann angefahren, so ein alternativer Typ, mit langen grauen Haaren und lässigen Klamotten. Vielleicht Anfang 60. "Moin, Sie warten auf die Frau F.?" Jaaaaa. Das tat ich. Er gesellte sich zu mir und wir beide verstanden uns auf Anhieb. Er erzählte, dass er nur 6 Monate im Haus lebt, die anderen 6 Monate lebt er in Spanien... Zufällig kenne ich seine Gegend dort recht gut. Derweil hatte sich die Vermieterin bereits 20 Minuten verspätet, was nicht wichtig war. Ich war ja bestens unterhalten! Dann jedenfalls kam Sie in Ihrem dicken Jaguar angefahren und fuhr auf die Garage zu. Sie stieg aus und -ich kann es nicht erklären - die Chemie stimmte sofort. Sowas von locker und empathisch. Einfach sympathisch! Ich verabschiedete mich vom netten Nachbarn und wir gingen rein. Die Frau zeigte mir alles, was sehr schnell ging bei 41qm Wohnfläche. Die Wohnung ist soooo schön. Das Bad ist hochwertig und neu, alles lichtdurchflutet da man im Wohnzimmer von 2 Seiten Fenster hat. Und vom Balkon aus den Blick in die schönste Parkanlage unserer Stadt. Was will man mehr, dachte ich mir? So zog ich meine Bewerbungsmappe und sagte sofort zu. Die Frau F. bat mich kurz Platz zu nehmen und fragte nach meiner Geschichte - Was mich dahin treiben würde. Ich erzählte ihr von meinem wunderbarem Jahr 2020 (Ironie aus). Sie hörte gespannt zu und dann gab sie mir zu verstehen, dass sie selber geschieden ist und das alles durch hat. Wenngleich sie auf der anderen Seite steht: Sie war die Verlassende. Da wurde ich neugierig, alleine schon um besser zu verstehen, was in dem Verlassenden vorgeht. Sie war sehr redselig, aber gar nicht distanzlos. Schwer zu beschreiben. Es passte einfach zwischen ihr und mir. Und dann kam der Satz der mich einfach tief berührte:
"Herr A., dann machen wir das so. Wenn Sie jemanden zum reden brauchen, melden Sie sich gerne bei mir. Kommen Sie hier zur Ruhe und wenn es für Sie weitergeht, dann ist das gut so. Ein Monat Kündigungsfrist und Sie ziehen einfach weiter. Bleiben Sie solange sie möchten...." In dem Augenblick übermannten mich erstmals seit Tagen meine Gefühle. Ich fing an zu heulen, wie dankbar ich bin in so schöner Umgebung meine Mitte finden zu dürfen. Vor allem aber auch mit welcher Warmherzigkeit sie mir begegnete. Wo erlebt man es schon, dass man füreinander da sein kann, ohne sich zu kennen. Bin noch heute morgen total berührt. Nächste Woche meldet sie sich damit wir den Mietvertrag unter Dach und Fach bringen. Zum 01.09. kann ich da rein

) Mein Wochenziel ist damit erreicht! Hund in gute Hände abgegeben, Wohnung ist gefunden. Und ich kann erstmalig wieder was lachen und Leichtigkeit verspüren. Ihr habt alle Recht: Es geht aufwärts! Stück für Stück...
Vom Mister habe ich natürlich nix gehört. Ist ja eigentlich auch klar gewesen. Der kommt jetzt gleich die Klamotten für den Hund holen. Ich habe ihm alles passend parat gelegt. Ich fahre jetzt gleich aber weg. Heute ist Kanutour angesagt. Mein lieber Bruder und sein langjähriger Kumpel machen des öfteren so Actionsachen. Ich bin sehr froh, dass ich mich heute da dranhängen kann.
Interessant finde ich, dass ich heute Nacht das allererste Mal NICHT geschwitzt habe! Natürlich bin ich noch immer total traurig über das Beziehungsende. Aber weiterhin voll in der Akzeptanz. Weniger akzeptieren kann ich sein Verhalten mir gegenüber. Dieses abgehackte, was mir zeigt ich bin regelrecht unwichtig, tut sehr weh. Das ist hauptsächlich auch der Grund warum ich ihn von nun an meiden werde. Die Vermieterin meinte, was ich auch erwarten würde, 2 Wochen nach Trennung. Er würde sich schützen, aber auch mich. Denn würde er etwas Bemühung zeigen, wäre Ruck Zuck die Hoffnung wieder an. Nun gut, er weiß eigentlich das ich das Beziehungsende akzeptiert habe und ich dennoch einen 'normalen' Umgang, wie es halt unter solchen Bedingungen geht, erwartet hätte. Ich muss nun aber damit leben und warte einfach ab. Ich versuche mich auf mich zu konzentrieren, was erstaunlich gut gelingt. Mir geht es - ich trau es mich ja kaum zu sagen- relativ gut. Ich denke, bis zum 20.08. werde ich nichts mehr vom Ex hören. Es gibt keine abwicklungstechnischen Dinge zu besprechen, er muss eh lernen und ich werde hier die Klamotten abverkaufen. Nächstes Ziel ist der 25.08. Da ist Sperrmüll. Bis dahin will ich das Haus nahezu leer haben. Ich möchte das gar nicht mehr mit ihm gemeinsam machen. Nicht bei dieser frostigen oder gespielten Stimmung. Der lässt mich eh fallen sobald die Schlüssel, Mitte September oder Anfang Oktober, übergeben sind. Dann lieber sofort raus aus dem Kontakt. Ich würee sonst nur erneut Enttäuschung erfahren und erneut in ein Loch fallen. Das will ich nicht mehr. So ist meine Überlegung derzeit ihm die die Schlüssel Anfang September auf den Küchentresen zu legen und dann bekommt er die letzte Whatsapp meinerseits. Die Übergabe kann der alleine machen und die restlichen 10% die noch raus müssen kann er mit seiner Familie auch alleine machen. Ich bin raus aus der Nummer.
Nun muss ich los. Die Kanutour wartet!
Allen Lesern meines Strangs einen schönen Ssmstag!