Zitat von EineMitleserin:Ich finde wir haben alle zu respektieren, dass Aida nicht umziehen will. Sie hat ihre Gründe doch auch noch erklärt, sogar mehrfach. Das muss nicht ...
Ehrlich gesagt finde ich "Druck machen", (wobei ich das nicht so empfinde, dass hier wirklich Druck gemacht wurde) genauso schlimm, wie Jemanden zu bremsen. Ich frage mich, wie man "Du schaffst das schon. Mach es dir gemütlich" schreiben kann, wenn eine Frau schon mehrfach schrieb, dass sie körperlich zusammengebrochen ist, aufgrund der Schikane des Exmannes.
Besserwisserische Posts habe ich auch nicht gelesen, sondern Tipps, Erfahrungen und Meinungen, was Aida helfen könnte.
Manchmal habe ich das Gefühl, hier ist jeder Ratschlag gleich Druck machen und jeder Lösungsansatz besserwisserisch. Gepaart mit dem stetigen Verweis darauf, dass man ja diese Tipps nicht umsetzen müsse. Natürlich muss sie das nicht. Aber manchmal frage ich mich, wie man denn helfen soll, wenn nur die bequemen Antworten erwünscht sind.
Klar, Runtermachen geht gar nicht. Da sind wir uns alle einig. Auch muss man nicht nochmal nachtreten ("Ich hab es dir ja gesagt. Selbst Schuld!"). Aber bitte, hört auf immer jedem, der einen Tipp in Richtung "Veränderung" gibt (ja, ich weiß: Veränderung ist immer schwerer, als im Gewohnten zu verharren), gleich Druck machen, Empathielosigkeit und Keine Ahnung haben vorzuwerfen. Zu 100% Ahnung hat doch keiner von uns, aber wir haben alle unsere Erfahrungen gemacht und meine Erfahrung ist, dass ein Umfeldwechsel extrem befreiend sein kann um sich zu erholen und dass ein Umzug machbar und manchmal unumgänglich ist.
Wie man das angehen kann, da kann man dann ja auch wieder zusammen überlegen. Dafür ist das Forum ja schließlich da: Aus den Erfahrungen und Kenntnissen vieler zu schöpfen. Was am Ende für Aida passt, wird sie selbst entscheiden. Dazu muss man ihr nicht einreden, dass die anderen es böse meinen. Ich tue das mit Sicherheit nicht und lasse mir auch nicht vorwerfen, empathielos gewesen zu sein.
Aber ich weiß, dass es manchmal schon Erleichterung bringt, zu wissen, dass es die Möglichkeiten gebe, etwas zu ändern. Und ich weiß auch, dass manche Leute einfach mal einen Tritt in den Hintern brauchen. Die jemanden brauchen, der sie an die Hand nimmt.
Aida hat Gründe genannt, weshalb sie nicht umziehen will/ kann. Diese Gründe sind aber zT lösbar und zT eher zu vernachlässigen, wenn die Gesundheit in Gefahr ist. Gerade weil ich Aida ernst nehme, sage ich ihr:"Hey, du musst da raus!" und nicht "Ach, leg dich in die Badewanne und trink eine Tasse Tee. Das wird schon, Liebes!".
Ich habe schon viele Leute in schwierigen Situationen begleitet. Nicht nur berufsbedingt, sondern auch privat und bisher hat sich nie jemand beschwert, ich sei empathielos oder besserwisserisch gewesen. Im Gegenteil. Gerade weil ich selbst schon einiges, meist alleine, bewältigen musste, kann ich mich gut in andere Lebenslagen hineinversetzen und helfen. Auch wenn es für manche anfangs schwer war, was vollkommen normal ist, kamen sie nicht drum herum aktiv zu werden. Manchmal ist "Aushalten" eben kontraproduktiv. Wäre Aida in meiner Nähe, ich würde sofort zu ihr kommen und ihr helfen.
So, das war mein Wort zum Sonntag. Mir ist einfach dieses allgemeine Abwatschen aller Umzugsbefürworter negativ aufgestoßen und darauf wollte ich mich nochmal beziehen. Jeder Ratschlag hier kann wertvoll sein, also nicht immer gleich sagen:"Das geht nicht!" und "du bist empathielos". Man kann auf verschiedene Art und Weise helfen. Und wenn hier einige den Part übernehmen, Aida aufzufangen, zu trösten und Mut zuzusprechen, muss es auch welche geben die sagen:"Aida, pack es an. Änder etwas!" Alles natürlich immer respektvoll.