Hi @pizza17,
Danke für deine Tipps

Keine Sorge ich habe ziemlich schnell mit dem Gedanken abgeschlossen zu ihm zurück zu gehen. Ich vermisse ihn zwar manchmal noch, aber schlimmer ist wie bei dir auch der Schmerz des Verrats.
Es fällt mir schwer diesen nicht persönlich zu nehmen und als Abwertung meines Wertes zu sehen. Dementsprechend hat mein Selbstwertgefühl ziemlich darunter gelitten.
Das ist jetzt meine erste Baustelle, das wieder aufzubauen.
Kontakt haben wir seit ca. Einem Monat nicht mehr und das ist auch gut so.
Schwierig ist für mich die Tatsache wie doll er im Verhalten umgeschlagen ist. Während der Beziehung war er immer total vorsichtig, liebevoll und respektvoll und das was er dann abgezogen hat war einfach nur unmenschlich. Das erschreckt mich an der ganzen Geschichte sehr und sitzt wirklich tief.
Es hilft mir mir immer wieder bewusst zu machen, dass was er getan hat mehr mit ihm und seinen eigenen Unsicherheiten zu tun hat als mit mir als Person. Er hat schon immer dazu geneigt lieber vor Konflikten wegzulaufen als sich ihnen zu stellen. Er ist allgemein sehr unsicher und nimmt was das Leben ihm grade bietet anstatt einen eigenen Willen, konkrete Werte und Ziele zu haben. Ich hab in der ganzen Sache nie mit Ihr konkurriert, sondern mit seinen ungelösten Problemen, Unsicherheiten und Kindheitstraumata. Das ist keine Entschuldigung für das was er gemacht hat, aber es hilft mir zu verstehen, dass dir ganze Sache weniger mit mir zu tun hat als mit ihm selbst.
Letztlich bin ich wahrscheinlich sogar die die letztlich besser dabei wegkommt, weil ich das verarbeiten und damit abschließen kann, während er wohl noch ewig vor seinen Problemen weglaufen und sich unglücklich machen wird.
Außerdem muss ich im Gegensatz zu ihm nicht mit Schuldgefühlen leben und bin mir und meinen Werten treu geblieben, worauf ich auch stolz sein kann.
Jeder hat letztendlich sein Päckchen zu tragen und nicht jeder geht konstruktiv damit um.
Ich habe aus der Sache für mich gelernt, dass Menschen, die sich ihre eigenen Traumata und Probleme nicht eingestehen können und sie nicht aufarbeiten, diese früher oder später auf andere auslagern werden. Von solchen Menschen muss man sich fern halten, so leid es einem auch tut, aber man kann niemandem helfen der sich nicht helfen lassen will und am Ende ist man eben nur ein Kollateralschaden.
Er ist deshalb kein böser Mensch, aber ich muss ihn trotzdem für meinen eigenen Schutz aus meinem Leben schmeißen.
Trotzdem hilft natürlich auch ein bisschen Schadenfreude und deshalb tröstet mich der Gedanke, dass unsere Beziehung hauptsächlich deshalb so gut war, weil in erster Linie ich sie aktiv gestaltet habe. Ich habe nahezu jeden Ausflug und Urlaub organisiert und war treibende Kraft bei jeder Konfliktlösung. Sein neue wird also entweder selbst viel Arbeit hinein stecken müssen, oder eben nicht viel bekommen

)
Außerdem wird sie sich früher oder später auch noch überlegen, ob sie mit jemandem zusammen sein will der so leichtfertig betrügen kann. Das wird er früher oder später nämlich ziemlich sicher auch mit ihr machen, weil er sich ja auch überhaupt nicht die Zeit nimmt sich zu reflektieren.
Dennoch ändert das ganze objektive Wissen natürlich nichts daran, dass es einfach immer nich ständig weh tut und das man dagegen auch nicht viel machen kann. Denn der einzige Weg aus dem Schmerz ist durch den Schmerz. Das ist nach wie vor etwas was mir schwer fällt zu akzeptieren. Es ist nun 2 Monate her und 1 Monat seit dem alles geklärt ist, also mit Sachen austauschen und so. Das ist noch keine so lange Zeit und dementsprechend muss ich mich noch jeden Tag aus mehreren Tiefs heraus kämpfen. Ich hoffe sehr das es bald besser wird, weil das natürlich schon sehr auf die Psyche schlägt.
Es macht mich traurig und sauer das diese schlimme Trennung nun immer einen Schatten auf die eigentlich wirklich schöne Beziehung werfen wird. Es war meine erste Beziehung und wir haben gemeinsam vieles zum ersten Mal erlebt, sind zusammen von Zuhause ausgezogen, haben angefangen zu studieren, erste eigenständige Urlaube und so weiter. Es ist wirklich schade das er es so schlimm beendet hat und das nehme ich ihm auch sehr übel.
Ich hoffe sehr, dass ich irgendwann einen neutraleren Blick auf das ganze haben werde und die Beziehungen und die Trennung gedanklich trennen kann.
Ich versuche jetzt erstmal einfach nur zu überleben und den Schmerz durchzuhalten und hoffe, dass es bald bergauf geht, etwas anderes bleibt mir letztlich auch gar nicht.