Zitat:Heute ist echt wieder ein ganz mieser Tag - ich hatte furchtbare Träume, Herzschmerz die ganze Nacht durch und fühle mich wie durch den Fleischwolf gedreht - dazu kommt jetzt, glaube ich, auch noch eine Erkältung durch.
So ein Mist. Ich fange an ihn echt dafür zu hassen!
Das mit den Träumen kenne ich, auch das mit dem danach "wie durch den Fleischwolf gedreht". Man wacht auf und hat das Gefühl, ein Sattelschlepper ist über einen drüber.
Diese Träume sind anstrengend, aber wichtig. Das Gehirn verarbeitet.
Meine Träume änderten sich im Lauf der Zeit. Anfangs waren sie geprägt von Trauer und Verlust um IHN, mit der Zeit stand in den Träumen ICH im Mittelpunkt und verspürte Mitgefühl für MICH und WUT auf ihn.
Der letzte Albtraum ist z.B erst ein paar Tage her.
Ich träumte, dass er seinen besten Freund beauftragt hat mich zu töten.
Ich fand mich in seinem Haus wieder, er wollte dort mit mir dringend reden, mir etwas sagen, ich irrte umher, und plötzlich lief sein Freund mit einem Gewehr hinter mir her und wollte mir in den Kopf schiessen.
Ich konnte ins Freie entkommen. Kurze Zeit später traf ich beide lachend Arm in Arm in der Auffahrt. Mein Ex stand vor mir, wollte mich umarmen, lächelte sein bestes Lächeln. Ich war fassungslos und schrie "Du wolltest, dass er mich umbringt!?"
Er entgegnete seelenruhig, "Ja, er sollte Dir zumindest in den Hals (?) schiessen. Reg Dich nicht auf, hat ja eh nicht geklappt." *Lächel-lach* und wollte meine Hand nehmen.
Als ich aufwachte, war ich wütend. Ich dachte, ja, genau. SO bist Du drauf. Das passt zu Dir.
Ich werte diesen Traum tatsächlich als Fortschritt. Zu Beginn beweinte ich in den Träumen ausschließlich seinen Verlust und wachte regelmässig tränenüberströmt auf.
Das Entlieben und die Ent-Idealisierung auf tieferer Ebene dauert.
Selbst wenn man es rational früher begreift, die emotionalen Strukturen im Hirn hinken nach.
Echte, gefühlte, zugelassene Wut ist ein wichtiger (temporärer) Meilenstein auf dem Weg zu heilen.