Hi Christoph,
Du klingst nicht sehr "gut" und ich kann es wohl auch verstehen. Ich denke, es wäre auch für mich sehr schwer, mit der Situation klar zu kommen. Einerseits die Hoffnung, andererseits die Angst, es ist bereits zu spät und man kann/will es nur nicht begreifen.
Ich persönlich habe einfach immer Bedenken, wenn sich eine solche emotionale Krise bei jemandem entwickelt, wo er glaubt, an einem Scheidepunkt zu stehen. Das typische "Die Liebe reicht nicht mehr aus"..... das ist ein derarter KO-Schlag, dass man nicht mehr darauf reagieren kann.
Sind Beziehungsprobleme der Grund für eine Krise, kann man anders damit umgehen. Das gehört auch zu einer gesunden Beziehung dazu. Man MUSS sich permanent "auseinandersetzen", damit eine gemeinsame Weiterentwicklung möglich ist und es wird in den seltensten Fällen so sein, dass ein Paar derart harmoniert, dass alle zu jedem Zeitpunkt gleich denken und fühlen. Davon abgesehen wäre das auch ziemlich langweilig

Aber die Andeutung, dass Gefühle "weg" sind, obwohl gleichzeitig noch signalisiert wird, dass noch sehr viel davon da zu sein scheint, so etwas macht mir massiv zu schaffen. Natürlich kann es solche Momente geben. Aber ich halte es für das einzig Faire, wenn wir in solchen Phasen Stillschweigen bewahren. Solange, bis wir uns sicher sind. Und wenn Deine Ex einerseits gehen will, andererseits empfindet sie noch viel für Dich, dann finde ich das äußerst fies und auch schwach. Sie muss lernen, für ihr Tun die Verantwortung zu übernehmen. Tut sie es nicht, dann MUSST Du das tun. Vielleicht klingt das jetzt wieder typisch "brutal Hubi", aber ich für mich fange irgendwann an, die Emotionen auszuschalten bzw. zu ignorieren und handle nach meinem Kopf. Irgendwann muss eine Art Selbsterhaltungstrieb einsetzen. Wenn ich z. B. als Unternehmer vor dem Abschluss eines Geschäfts stehe, dann ist es ja legitim, wenn der Geschäftspartner mein Angebot überdenkt bzw. eben Zeit braucht, eine weitreichende Entscheidung zu treffen. Ist es aber so, dass er heute zusagt, morgen wieder absagt und übermorgen doch wieder zusagt, dann besteht ein ernster Grund für mich, ihn als ernstzunehmenden Geschäftspartner anzuzweifeln.
Ich finde, öfter als einmal sollte man seine Meinung nicht ändern, sonst läuft man große Gefahr, als jemand zu wirken, der garkeine Meinung hat. Sicher ist das nicht mit Gefühlen wie der Liebe zu vergleichen. Aber irgendwo auch doch. Mir jedenfalls machen Menschen Angst, deren Gefühle so sehr schwanken. Davon versuche ich mich fern zu halten. Ich kann ein ja oder ein nein akzeptieren. Aber kein VIELLEICHT.
Ich weiss, dass es ein grau gibt. Nicht nur schwarz/weiss. Aber ich hasse grau

Liebe Grüße
Hubi