Chevi
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Ende letzten Jahres, ein paar Tage nach der Geburt unseres 2. Kindes, hat mein Mann mir nach einem Streit gesagt, dass er keine Gefühle mehr für mich hat und sich trennt.
Ich verfiel in Schockstarre. Und stand vor einem Scherbenhaufen, denn ich habe damit nicht gerechnet. Ich wollte natürlich direkt um ihn, unsere Ehe und unsere Familie kämpfen. Das ist ja irgendwie menschlich?!
Wir haben in den letzten Monaten viel gestritten. Es waren alltägliche Probleme oder mal ging es um die Erziehung der Kinder. Fehlende Kommunikation. Er sagte mir, er konnte nicht mehr mit mir reden. Die Beziehung wäre nicht mehr auf Augenhöhe gewesen. Er hat alles in sich hineingefressen und in diesem Prozess hat er letztendlich die Gefühle für mich verloren.
Wir haben unzählige Gespräche nach der ausgesprochenen Trennung geführt. Die alle von mir aus kamen. Ich wollte um ihn kämpfen. Er hat mir immer wieder gesagt, dass er mich als die Mutter seiner Kinder mag und als Mensch. Aber eben nicht mehr als seine Frau und er die Ehe nicht mehr will. Er hätte es sich auch anders gewünscht aber jetzt ist es nun mal so. Ich habe eine Paartherapie vorgeschlagen. Auf meinen Vorschlag reagierte er nicht. Zum Schluss ging es dann nur noch um die Kinder. Wie wir alles regeln und ich bat ihn aus der gemeinsamen Wohnung auszuziehen. Er kümmerte sich nicht um eine neue Wohnung und dann setzte ich ihm die Pistole auf die Brust und sagte, er soll sofort ausziehen, dass ich nicht mehr kann, da ich emotional am Ende bin.
Am nächsten Tag saß er weinend vor mir und teilte mir mit, dass er mich nicht verlieren will und der Ehe noch eine letzte Chance geben will und wir gemeinsam zur Paartherapie gehen sollen. Er aber eben nicht weiß, ob es tatsächlich dazu führt, dass es ein "happy End" geben wird und er wieder Gefühle für mich entwickeln wird (das betont er in allen Gesprächen, dass er nicht weiß wohin die Reise führt). Es bräuchte alles seine Zeit. Ich war völlig perplex, weil ich damit gar nicht gerechnet habe, da er mir vorher wochenlang klar gemacht hat, dass er die Ehe nicht mehr möchte.
Seit der Trennung ist die Stimmung zwischen uns gut. Wir funktionieren als Team, als Familie. Es herrscht keine dicke Luft. Wir wohnen weiterhin zusammen. Teilen Bett und Tisch. Küssen uns und kuscheln auch mal. Es wirkt alles so "normal" zwischen uns.
Wir waren bis jetzt einmal bei der Paartherapie. Jetzt kommt das große ABER und mein Problem: Ich zweifel immer mehr, ob dies der richtige Weg für mich ist.
Es sind ein paar Wochen seit der Trennung vergangen und natürlich versucht man direkt zu kämpfen, aber umso mehr Zeit vergeht, blickt man nüchtern auf die Trennung zurück.
Um was soll ich kämpfen? Um verlorene Gefühle kann man nicht kämpfen. Entweder sie sind da, oder nicht. Er setzt alles auf die Paartherapie, aber diese wird doch nichts an seinen Gefühlen verändern?
Es war nicht alles toll in unserer Ehe. Will auch ich dieses Leben so weiter leben?
Will er die Paartherapie nur, um am Ende für sich und zu mir sagen zu können: Guck wir haben alles versucht, aber es hat doch nichts gebracht. Um sein Gewissen zu bereinigen?
Sollten wir wieder zueinander finden, müsste ich doch immer wieder Angst haben, dass er in Zukunft immer wieder an seine Gefühle zweifeln wird?
Wie lange soll ich "warten" und in der Schwebe hängen? Bis er sich seinen Gefühlen wieder sicher ist? Oder eben feststellt, dass die Gefühle nicht wiederkommen? Ich fühle mich für ihn aktuell total abrufbar. Alles steht und fällt mit seiner Entscheidung.
Mach ich mich damit nicht selber klein? Ich renne nun mal einem Menschen hinterher, der keine Liebe mehr für mich empfindet und mich eigentlich nicht will? Mein Selbstbewusstsein ist im Keller.
Soll ich für mich persönlich eine Deadline setzen? Denn die aktuelle Situation zwischen uns und das ungewisse zerreißt mich einfach.
Das Vertrauen ist weg. Wird es wieder kommen?
Der Stachel sitzt echt tief, schließlich hat er mich ein paar Tage nach der Geburt unseres Kindes verlassen. Das kann ich nicht vergessen.
Er sitzt zu Hause im gemachten Nest und versucht die Sache vielleicht nur auszusitzen? Aktuell scheint für ihn ja alles bequem zu sein. Wir funktionieren als Eltern- WG, zu Hause ist alles harmonisch zwischen uns beiden und das Essen steht abends auch auf dem Tisch.
In unserer Jugend hat er sich schon einmal von mir getrennt. Damals auch mit der Begründung: Wir streiten zu viel. Da waren wir wirklich noch sehr jung und ein Jahr lang getrennt, bis er wieder ankam. Eigentlich hat seine handeln von damals keine große Wertung mehr für mich, aber in meinen Gedanken kommt es aktuell auch immer wieder hoch.
Es sind wirklich tausend Gedanken, die in meinem Kopf sind. Und dazu würde ich gerne einmal eure Meinung hören. Es geht mir nicht um die Trennung, sondern um die aktuelle Situation zwischen uns.