Ich wollte mich nun auch mal wieder zu Wort melden.
Nach wie vor ist es hart und die Zweifel hängen wir ein Damoklesschwert über mir.
Obwohl ich weiß was ich will, frage ich mich immer wieder, wie es soweit kommen konnte. Wie wir uns so verletzten konnten. Genauso ob es überhaupt möglich ist, nach sowas wieder weiter zu machen.
Neuigkeiten der letzten Tage sind:
Die AF hat mir gesagt, sie möchte keinen Kontakt und lehnt eine Aussprache ab. Naja, hätte ich mir auch denken können und ich muss es natürlich akzeptieren, auch wenn es irgendwie an mir kratzt und ich es unfair finde.
Anfang Januar werden wir einen Termin für eine Paaberatung bekommen. Bin gespannt was das wohl bringt.
Mein Mann steht nach wie vor Wacker an meiner Seite. Wobei auch er nun schon gesagt hat, dass mein schwanken ihn jedesmal sehr verletzt und er nicht weiß wie lange er das noch aushält. Wie lange er noch stark genug ist, mich vom Gegenteil zu überzeugen oder wann er evtl einfach aufgibt weil er nicht mehr kann.
Mich hat der ganze Stress der letzten Wochen ziemlich lahm gelegt. Ich hab extreme Rückenschmerzen und zusätzlich nun auch noch eine Angina. Mein Mann kümmert sich sehr um mich, macht sich aber sorgen, dass ich bald keine Kraft mehr habe weiter zu kämpfen.
Ich habe langsam Angst, dass das Thema zu sehr unseren Alltag bestimmt, ich träume davon, meine Gedanken kreisen und mein Mann ist die ganze Zeit wie auf Eiern unterwegs weil er nicht weiß ob meine Stimmung wieder umschlägt. Jetzt hängt meine miese Stimmung allerdings wirklich eher mit meinem körperlichen Zuständen zusammen.
Nachts nimmt er mich immer in den Arm, da ich mich aufgrund des Rückens aber weniger bewege, bekommt er es gleich mit der Angst zu tun wenn ich nicht zu ihm hin Rutsche sondern einfach in meiner Position liegen bleibe. Er schläft dann kaum und macht sich die ganze Zeit Gedanken darüber ob ich ihn noch lieben kann und ob ich uns noch will. Auch die Geschichte mit dem anderen Mann macht ihm mehr zu schaffen als ich dachte. Wir haben darüber nur einmal ausführlich gesprochen, danach wollte er nicht mehr darüber sprechen. Ich dachte, er würde das nicht so wichtig nehmen und das hat mich irgendwie getroffen. Aber ich habe ihn nochmal darauf angesprochen und er kämpft sehr damit.
Ich habe ihn aus einem anderen Zusammenhang gefragt, ob er glaubt, dass man sich fremdverlieben kann, wenn in der Beziehung alles gut ist und man seinen Partner liebt. Da hat er ganz komisch geantwortet, dass er glaubt, dass die liebe die wir haben, viel wichtiger ist und ein verliebtheitsgefühl jemand anderem gegenüber dagegen nichts zu bedeuten hat. Ich habe ihm dann erklärt, dass die Frage daher kommt, dass ich immer Angst hatte ihn zu verlieren weil er sich in jemand anderen verliebt und ich an dem Abend als ich die Nachrichten gelesen habe gedacht habe, jetzt ist es passiert.
Er hat mich ganz fest umarmt und gesagt, das hätte nichtmal an unserer Oberfläche gekratzt. Dann hat er tief eingeatmet und gesagt, er hatte solche Angst, ich spreche von mir und dem anderen.
Er sagt auch immer, dass er solche Angst hat mich zu verlieren....
Ich frage mich woher das kommt... Und ob das vorher nicht so war?
Gestern haben wir "gespielt" wo sehen wir uns in 5 Jahren.
Ich wollte beide Möglichkeiten durchgehen, in 5 Jahren zusammen, in 5 Jahren getrennt. Er hat sich geweigert die Trennungsvariante auch nur in Betracht zu ziehen.
Es ist komisch, auf der einen Seite gibt es mir Sicherheit, auf der anderen setzt es mich aber auch unter druck! Wenn er mir sagt, dass er mir so etwas nie wieder antun wird, er mich über alles liebt und nur mich möchte, dann ist es auf der einen Seite genau das was ich hören und glauben möchte, auf der anderen Seite ist da aber die realitätsstimme die mir zuflüstert, dass ich einfach nur dumm bin, wenn ich IHM das glaube!
Entschuldigt den ewig langen Text. Ich musste meine Gedanken mal wieder etwas ordnen!
