Perzet
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Zitat von Vidi:
Ich transportiere das Zitat aus dem anderer Strang mal hier rein, weil ich erahne, dass hier der Schlüssel generell zu der Problematik liegt, weshalb du das Thema hier eröffnet hast.
Mitleid hat man mit jemanden, den man für hilflos hält.
Du erlebst deinen Mann hilflos seiner Geschichte ausgeliefert. Die Gefühle der Hilflosigkeit, die er dir gegenüber zum Ausdruck bringt, sind die Gefühle aus seiner Kindheit, die ihn heute noch in seinem Handeln und Empfinden dominieren.
Im Prinzip hast du Mitleid mit dem Kind von damals.
Vor dir, sitzt allerdings ein erwachsener Mensch, der seine innere Zerrissenheit, aufgrund seiner furchtbaren Vergangenheit spürt und wie alle anderen Menschen aber auch erwachsen werden & reifen möchte. Er hat damit sicher einen größeren Konflikt als andere, da sein kindliches Trauma zum einen lange verdrängt & zum anderen tiefgreifender verletzend war als bei anderen.
Das Problem mit deinem Mitleid für das verletzte Kind ist, dass du deinen Mann damit in seinem Streben nach Reifung, Loslösung/Verarbeitung & Erwachsenwerden hemmst. Du siehst ihn als hilfloses und er empfindet sich als hilfloses Kind.
Er ist auf Menschen angewiesen, die ihn nicht als Kind sehen, sondern im Hier & Jetzt als Erwachsenen, mit einem traumatischen Kindheitserlebnis und mit enormen inneren Konflikten wahrnehmen und ihn beim Erwachsenwerden mitfühlend unterstützen und eben nicht das verletzte Kind bemitleiden.
Das kann wenn überhaupt nur leisten, wer selbst schon sehr gereift & in sich gefestigt ist. Aus deinen Beiträgen lese ich aber eben heraus, dass du selbst noch Stärke von anderen brauchst. So´ne Thematik in einer Beziehung geht richtig an die innerliche Substanz.
LG Vidi
einfach großartig beschrieben. passt auf einige andere Fälle und gerade sehr hilfreich für mich. Danke!
und ja, ein super sensibles Thema, das seine Zeit braucht um hochzukommen und zu heilen. diverse Jahre kann es dauern wenn entsprechend gute Begleitung und ein stabiles Umfeld dabei ist.