Donauwelle
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Mir fällt immer stärker auf, dass er einen Kontrollzwang entwickelt hat. Bevor wir zusammenkamen, waren wir beide sehr aktive Menschen, viel mit Freunden und hobbytechnisch unterwegs. Als wir ein Paar wurden, merkten wir, dass wir die viele Action nicht mehr wirklich brauchten, gingen immer seltener aus und lernten auch ruhige Tage/Abende sehr zu schätzen.
Irgendwann hatte er wieder stärkeres Interesse an Treffen mit Freunden und Hobby-Aktivitäten und ging wieder etwas öfter aus. Ich bin nicht der Typ Frau, der seinem Partner irgendwas verbietet und habe mich dann auch wieder mehr mit anderen Menschen verabredet und meine Interessen gepflegt. Das findet er aber nicht gut. Auf mich macht das den Eindruck, als ob er das ganz normal findet, auch mal ohne mich unterwegs zu sein. Wenn ich aber ohne ihn etwas unternehme, ist ihm das nicht Recht und er versucht dann, mir ein schlechtes Gewissen einzureden. Z. B. kommen dann so Sprüche, so von wegen ich würde ihn mit der ganzen Hausarbeit alleine lassen.
Sein Verhalten im Alltag hat sich auch stark verändert. Z. B. haben wir uns eine Spülmaschine gekauft, aber nur er darf sie einräumen. Mein Partner hat nämlich sein festes System und regt sich tierisch auf, wenn ich z. B. einen kleinen Löffel nicht dorthin reinstecke, wo er ihn haben möchte. Alles muss so eingeräumt sein, wie er sich das vorstellt. Ich finde das albern und völlig übertrieben.
So ähnlich ist es mit dem Essen. Wenn bestimmte Obst- oder Gemüsesorten nicht innerhalb von 3 Tagen aufgegessen ist, macht er voll den Stress und behauptet, dass keine Vitamine mehr in den Sachen drin sind und er sie wohl meinetwegen entsorgen muss. Dabei esse ich wirklich fast alles, was wir kaufen, bei uns landen selten Lebensmittel im Müll.
Seit einiger Zeit versucht er mir auch Vorschriften beim Essen und Trinken zu machen. Ich bin ja wirklich eine unkomplizierte Esserin und gar nicht mäkelig, probiere gerne und vieles aus. Aber wie fast jeder Mensch habe auch ich meine No Go's, z. B. mag ich keinen grünen Salat und keine Rote Beete. Alle anderen Gemüsesorten esse ich gerne. Mein Partner akzeptiert aber nicht, dass ich grünen Salat und Rote Beete nicht mag und will mich immer wieder dazu überreden, das zu essen. Ich weigere mich, er ist dann stinksauer und wir haben stundenlang schlechte Laune im Haus. Es stört ihn auch total, dass ich jeden Tag zwei Tassen Kaffee trinke und er fängt dann ständig Diskussionen an, wie ungesund das ist und dass ich doch so wie er nur eine Tasse täglich trinken soll.
Mir geht sein Verhalten total auf die Nerven. Es ist anstrengend, kräfteraubend und nimmt mir den Spaß am Leben. Manchmal fühle ich mich, als ob er mich nach seinen Vorstellungen erziehen möchte und das geht für mich gar nicht. Eine Trennung kommt für mich nicht in Frage, weil uns trotz allem noch viele schöne Dinge verbinden. Ich bin auch nicht abhängig von ihm, denn ich verdiene deutlich mehr als er. Außerdem war er ja nicht immer so drauf.
Gibt es eine Möglichkeit, dass es wieder so wird wie früher?