Anna_1314
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mein Freund und ich sind mittlerweile seit zwei Jahren zusammen und haben eine wundervolle Zeit erlebt. Ich war mir wirklich sicher, dass wir wie Faust auf Auge zusammenpassten und uns in unserer Unterschiedlichkeit gegenseitig sehr guttun… Ich nehme alle Situationen in meinem Leben sehr gefühlsintensiv wahr und denke viel über alles nach, er ist überhaupt nicht so. Und das ist gut so, er holt mich wieder runter, wenn ich mich einmal grundlos verrückt mache.
Auf der anderen Seite kann er das meiste was mich beschäftigt überhaupt nicht nachvollziehen - und will es auch nicht. Über solche Dinge reden ist auch fast nie drin, außer er hat das Gefühl dass es wirklich kriselt und er keine Wahl mehr hat. Ich glaube, dass ihn solche Gespräche stressen oder - im schlimmeren Fall - schlichtweg nicht interessieren. Wenn er mir dieses Gefühl gibt tut mir das weh, bisher konnte ich es aber immer runterschlucken. Das betrifft übrigens alle Themen die problembehaftet sind, wo ich Redebedarf habe, ganz egal ob sie die Beziehung betreffen oder mein Privatleben. Das Wichtigste in einer Partnerschaft ist für mich Reden und Zuhören. Ohne Kommunikation fressen mich die kleinsten Dinge auf, bis es irgendwann einmal nicht mehr geht. Dann entsteht meistens ein Streit, weil ich aus meiner Notlage heraus das Gespräch „erzwinge“ und er sich leider immer sofort angegriffen fühlt. Das ist Schade, ich versuche nämlich immer alles so zu formulieren, dass eben keine Anschuldigungen etc. fallen und versuche das ganze lösungsorientiert anzugehen. In allererster Linie wünsche ich mir sogar nur, dass er mich versteht!
Das schlimmste daran ist, dass das Sprechen ihm zwar noch nie leicht fiel, ich aber das Gefühl hatte, dass er es früher mir zu liebe doch getan hat. Heute führen solche Gespräche, wenn ich mal versuche sie zu initiieren, zu nichts mehr.
Allgemein spielt er plötzlich Spielchen und davon halte ich gar nichts - ich versuche auch tunlichst bei etwas derartigem nicht mitzumachen. Ganz einfach ist das aber nicht immer. Ich möchte meinem Partner einfach Liebe schenken, ihm nah sein, körperlich und emotional - dasselbe wünsche ich mir natürlich zurück. Er hingegen, will mir nur körperlich nah sein, meine Gefühle bleiben dabei völlig auf der Strecke, er ist rücksichtslos und merkt nicht einmal dass etwas nicht stimmt. Wenn ich es ihm dann sage, dann sagt/denkt er, er gäbe mir doch liebe durch Sex und körperliche Zuwendung. Das macht es für mich meistens noch schlimmer, liebt er mich denn gar nicht um meinetwillen, sondern nur wegen meines Körpers? Aua! Und das obwohl ich es in letzter Zeit schon so oft versucht habe anzusprechen. Es ändert sich nichts. Wenn wir sprechen, dann lässt er sich auch von allem und jedem ablenken, sei es noch so banal. Da fehlt mir der respektvolle Umgang und das verletzt mich, ich wollte mich ihm doch grad anvertrauen und habe mir ein Herz gefasst… Alles ist irgendwie wichtiger als ich - so ist zumindest mein Gefühl. Er ist wirklich zu allen anderen aufmerksamer und freundlicher, mich vergisst er oft einfach, ich laufe nebenher.
Das war früher ganz anders, als er noch das Gefühl hatte, dass er mich umwerben oder sich einfach ein bisschen für die Beziehung anstrengen muss. Ich hab damit nie aufgehört, ich bemühe mich bewusst, noch genauso aufmerksam und lieb zu ihm zu sein wie zu Beginn der Beziehung. Aber Ich laufe bei ihm total nebenher. Frage ich ihn, dann streitet er es ab, fühlt sich wieder angegriffen. Es fallen Sätze wie „ich mach doch alles für dich und nehme dich immer überall mit zu Freunden und Familie etc.“, als müsste ich dafür dankbar sein, dass er sein Leben mit mir teilt. Wenn die Zeit dort dann aber wegen seiner Art für mich alles andere als schön ist, würde ich mir das ohnehin lieber sparen….
Alles in allem fühlt er sich mir gegenüber plötzlich dermaßen überlegen. Das bringt er mit beschriebenen Situationen und vieler fragwürdigen Witze und Aussagen zum Ausdruck. Er macht gerne Witze, mittlerweile bin ich mir aber nicht mehr sicher ob es wirklich nur ein Witz ist. Früher war das noch anders. Da war er immer der Meinung, ich sei zu gut für ihn, er hätte mich nicht verdient etc. Ich hab das damals aber nicht genossen o.ä. Sondern immer versucht ihn das „auszutreiben“. Natürlich habe ich mich über das dahinterstehende Kompliment gefreut, aber Ich hab immer versucht ihn mit denselben (und übrigens ehrlichen) Komplimenten etwas in seinem Selbstbewusstsein zu stärken, weil er in meinen Augen und für mich absolut perfekt war - das durfte er auch wissen. Mir tat es leid wenn er das nicht gemerkt hatte.
Mittlerweile fühlt er sich aber eindeutig überlegen und versucht mir das auch deutlich zu machen. Ich habe mich aber optisch nicht verändert, habe nicht zugenommen, nichts. Jedenfalls nutzt er seine vermeintliche Machtstellung aus, verhält sich mir gegenüber nicht mehr so gut und süß wie früher. Er enthält mir jegliche „emotionale“ Liebe vor.
Wie ich bereits sagte halte ich von derartigen Machtspielchen nichts. Daher zielt meine Frage darauf ab, wie ich die Beziehung wieder in das verwandeln kann, was sie einmal war. Und zwar ohne derartige toxischen Manipulationen o.ä., die in meinen Augen absolut nichts in einer Beziehung verloren haben. Ich finde eine Beziehung darf kein Machtgefüge sein - sonst will ich sie auch nicht. Ich möchte mich nicht kalt stellen oder distanzieren, nur um ihm absichtlich weh zu tun, dass er sich mehr bemüht. Ich möchte aufrichtig sein und niemanden verletzen. Ich liebe ihn ja und möchte die Beziehung halten, so wie sie jetzt gerade ist, schaffe ich das aber nicht mehr lange. Ich merke wie ich von der Traurigkeit immer mehr in die Gleichgültigkeit gleite und das macht mir wirklich Sorgen! Ich weiß nicht ob ich jemals wieder den Freund, in den ich mich damals so verliebt habe, aus diesem Mann heraus kriegen kann - aber wenn ihr dazu Anregung oder Ideen habt, dann teilt sie mir doch bitte mit.
Liebe Grüße und danke an alle, die es bis hier geschafft haben!
