Grübel87
Gast
es geht um meinen Partner (Ende 30) und mich (Anfang 30).
Mir ist klar, dass einige die das jetzt hier lesen wahrscheinlich denken werden: Mein Gott, was haben die bitte für lächerliche Probleme.
Aber ja, für mich ist es ein Problem, das mich sehr belastet.
Die Situation ist die, dass mein Freund und ich seit 5 Jahren zusammen sind.
Dadurch, dass er teilweise im Ausland gearbeitet hat, ist es erst bald möglich, dass wir endlich richtig in ein gemeinsames Heim ziehen.
Das war auch immer mein Wunsch.
Jetzt kommt das Problem: In den letzten Jahren wurde mein Wunsch immer stärker, dass ich lieber ein eigenes Heim möchte, weil es für mich eine Gefühlssache ist, dass ich da wo ich lebe angekommen bin und von keinem Vermieter einfach vor die Tür gesetzt werden kann.
Meinem Freund ist das auch alles bewusst, allerdings sieht er das ganz anders.
Er ist u.a. Besitzer des Hauses seiner Eltern im Norden von Deutschland und wird dieses irgendwann erben. Er sagt, dass es ihm zu viel ist für 2 Häuser zuständig zu sein und scheut außerdem auch die Tatsache, dass wir beide zur Bank gehen müssten für einen Kredit, da wir beide kein Eigenkapital mitbringen. Ich sehe es allerdings so, dass mir das egal ist, weil aus meiner Sicht ein Haus eben auch nicht bis zum Tod abbezahlt werden muss, da wir beide sichere Jobs haben (wir sind beide beim Staat angestellt) und im Zweifel ja immer trotzdem noch die Bank an erster Stelle im Grundbuch stehen würde.
Vor einiger Zeit haben wir uns ein Haus zur Miete angeschaut, das an sich gut aussah und in das ich mir vorstellen kann einzuziehen. Die Papiere wurden vom potentiellen Vermieter auch bereits alle fertig gemacht und der Mietvertrag muss nur noch unterschrieben werden. Aber dennoch ist es kein 100%iges Ja-Gefühl, weil es eben nicht unser Eigenheim ist.
Vielleicht hört es sich für euch seltsam an, aber ich schäme mich selbst dafür, vor Kollegen und auch meinem Chef zugeben zu müssen, dass das Haus in das ich sehr wahrscheinlich bald mit meinem Partner ziehen werde, ein Mietshaus sein wird, da alle meine Kollegen inklusive mein Chef ein eigenes Haus haben.
Obwohl uns die Politik jeden Tag verkaufen will, dass Deutschland in Zukunft Schwierigkeiten damit haben wird seinen Wohlstand zu halten, sehe ich doch jeden Tag eigentlich das Gegenteil: Täglich werden in ganz Deutschland Wohnungen und Häuser verkauft zu horrenden Preisen. Und jedes Mal frage ich mich, wer sind all diese Menschen (sind die alle reich?), was habe ich in meinem Leben falsch gemacht?
Es geht dabei auch nicht um Neid, es ist nur eine reine Feststellung, weil ich mich frage, ob ich einfach eine falsche Wahrnehmung habe oder Dinge einfach nicht klar sehe.
Aber es ist auch egal, jedenfalls frustriert es mich immer mehr und ich weiß auch nicht, was ich dagegen tun kann.
Na ja, danke für das Lesen.