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Trennung mit Haus und drei Kindern - Erfahrungen

Satori

Satori

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Hallo ihr Lieben,

vor 10 Tagen hat mir meine Frau gesagt, dass sie ihr Leben neu orientieren will und sich von mir trennt. Die Liebe ist weg, war vielleicht nie richtig da. Sie fühlt sich mit mir mehr als Freund verbunden, sagt sie. Und mit 42 findet sie das nicht mehr ehrlich und will für sich einen Neuanfang. Ich war geschockt, habe zwar seit 2 Wochen gemerkt, dass sie nur noch bei den Kindern schläft und mir nicht so richtig was sagen konnte. Irgendwann konnte ich sie dann zur Rede stellen und meine Welt ist zusammengebrochen.

Wir haben drei Kinder, 14, 9 und 3,5 Jahre. Wir wohnen zusammen in einem Haus. Ich habe nun totale Panikattacken und Zukunftsängste und weiss nicht mehr weiter. Ich kann nichts essen, nicht schlafen und habe den ganzen Tag Herzrasen und werde langsam verrückt. Was kann ich tun?

Wir laufen uns ja dauernd über den Weg und sehen uns, wegen der Kinder. Ich spüre dass ich die Trennung noch nicht komplett akzeptiert habe, obwohl ich schon im Kopf weiss, dass es aus ist. Sie weiss auch noch nicht, wie es weitergeht. Wir wollten zunächst ein eigenes Zimmer für sie einrichten und ein paar Monate zusammen im Haus wohnen, wegen der Kinder. So schnell findet man ja auch keine eigene Wohnung... Meine Frau konnte sich schon länger an den Gedanken gewöhnen, aber sie hat auch Schlafstörungen.

Ich bin echt verzweifelt und halte nicht mehr lange durch, 4 Kilo sind schon runter, ich kann mich nicht konzentrieren und auch seit der Trennung nicht schlafen. Was ratet ihr mir, was kann ich machen? Ich habe leider auch keine guten Freunde, da wir schon seit unserer Jugend zusammen sind und es eher die Freunde meiner Frau sind, mit denen wir Kontakt haben.

Wer hat Erfahrung mit Trennungen von Paaren mit mehreren Kindern und Haus? Wie habt ihr das auf die Reihe bekommen?

Bin für jeden Rat dankbar...

17.02.2017 20:57 • #1


n-ever

n-ever


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Hatte zwar kein Haus, aber drei Kinder.
Damals 0, 2 und 4 Jahre alt. Wir haben noch neun Monate zusammen gelebt bis mein Exmann ausgezogen ist.
In der Zeit haben wir soviel angerichtet; für die ganze Familie War es eine schreckliche Zeit.

Ich kann nur raten die räumliche Trennung so bald wie möglich umzusetzen. Klare Verhältnisse zu schaffen.
Dafür am Besten ehrlich zueinander sein und ggf die Hilfe einer Mediation/Paartherapie in Anspruch zu nehmen

17.02.2017 21:15 • x 1 #2



Trennung mit Haus und drei Kindern - Erfahrungen

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HeyAnni

HeyAnni


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Das hört sich ja wirklich schrecklich an.
Du Armer. Mein Beileid. Sowas ist wirklich traurig und ich fühle mit dir mit
Ich denke zuerst musst du ganz klar für Dich sein und wissen:
Ist es wirklich beendet? Also ganz und gar? Gibt es keinen Weg zurück?
Wieso möchte Deine Frau die Trennung?
Habt ihr darüber gesprochen?

Bevor man beginnt in die Phasen der Trennung einzutauchen ist es wichtig zu wissen ob es tatsächlich nicht mehr lohnt zu kämpfen.

Therapie? Gespräche?

Glg Anni

17.02.2017 21:16 • x 1 #3


Satori

Satori


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Danke Anni für deine Gedanken. Meine Frau und ich haben uns ausgesprochen, ich weiss dass sie keine Chance mehr sieht, sie hatte sich vor einiger Zeit auch in einen anderen Mann verliebt, ist aber nichts draus geworden. Ich muss die Trennung akzeptieren und dass schmerzt wahnsinnig. Noch schlimmer sind aber die Angstattacken vor der Zukunft allein bzw. als alleinerziehender Vater.

Es wird noch ein paar Tage und Wochen dauern, bis ich wieder einigermaßen klar denken kann. Das schlimmste ist dass wir uns so viel sehen, aber wie soll es mit den Kindern denn anders gehen?

Soll ich erstmal eine Woche zu meinen Eltern ziehen, was meinst du?

17.02.2017 21:20 • #4


Sabinka

Sabinka


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Lieber nschnulze,

ja auch ich habe eine Trennung mit 2 Kindern hinter mir.
Es ist schwer wir waren 19 Jahre zusammen.
Es gibt hier im Forum auch schlimmere Fälle; Trennung nach 30 Jahren ect.
Ja ich dachte auch, dass kann nicht sein warum ich.
Es passiert halt Du kannst nicht dagegen machen.
Ich würde eine räumliche Trennung vorschlagen, kann deine Frau oder Du bei Freunden unterkommen?
Deine körpelichen Anzeichen sind normal, war bei mir so. Ist auch bis heute.
Ihr könnt nicht als WG leben.
Das tut Dir nicht gut.
Kannst ja noch mal mit ihr reden.
Sonst vor die Tür setzen, KS einleiten und nur über die Kinder kontakt haben.
Umso schneller fängst Du an alles zu verarbeiten.
Sie will die Trennung, also muss sie mit all den negativen Seiten konfrontiert werden.
Zeige keine Schwäche. Klartex: Gleich sprechen Haus, Kinder, Unterhalt usw. Wir können uns bis heute nicht einigen wer was kriegt. Keiner will nachgeben. Haben aber mehr als ein Haus.
Schreib hier ruhig im Forum Du bekommst immer Hilfe.
LG

17.02.2017 21:24 • x 1 #5


Satori

Satori


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Danke Sabrinka,

wir gehen nicht im Streit auseinander, wir mögen uns noch nur die Liebe ist halt auf der Strecke geblieben. Die Schuld liegt bei uns beiden. Ich muss mir was überlegen, wie wir uns so wenig wie möglich sehen in den nächsten Tagen. Vielleicht mache ich eine Single Reise oder irgendwas.

17.02.2017 21:32 • #6


Sabinka

Sabinka


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Reise ist immer gut. Du kannst Dir über vieles Gedanken machen.
Streit oder nicht Streit die Zeit wird es zeigen.
Kläre alles mit ihr und mach reinen Tisch.
Singelreise, dafür ist es noch zu früh.
Mach eine Reise mit Dir, hoffe habe es jetzt falsch verstanden.

17.02.2017 21:38 • #7


VictoriaSiempre

VictoriaSiempre


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Oh weh... Als ich Deinen Eröffnungsthread gelesen habe, dachte ich sofort ein anderer Mann...

Ich möchten den Vorschlag von n-ever unterstützen: Versucht es mit einer Mediation. Ein Mediator kann Euch beiden helfen, die Situation zu betrachten und Wege zu finden, wie Ihr die Trennung für Euch und die Kinder am besten hinbekommt und auch das Sorge-/Umgangsrecht mit Euch besprechen.

Adressen findest Du bei Google; kostengünstig bzw. -los sind Beratungsstellen z. B. bei der Caritas. Ich denke, es ist gut, so etwas zeitnah anzugehen, damit es gar nicht erst zur gegenseitigen Zerfleischungen kommt.

Zur Wohnsituation fiel mir spontan ein wenn sie die Beziehung nicht mehr will, dann soll sie doch gehen! Aber Du kannst sie dazu nicht zwingen und wahrscheinlich kommt sie mit der Situation besser klar als Du, denn sie ist diejenige, die aus der Beziehung raus will und wohl weniger leidet. Daher würde ich an Deiner Stelle schon überlegen, ob ich mich mal zwischendurch ausquartieren kann. Auf Dauer würde ich das Haus jedoch nicht verlassen, weil es Dir nachteilig ausgelegt werden kann.

Ist das Haus (bezahltes) Eigentum, habt Ihr beide einen Job (sprich: Muss Unterhalt gezahlt werden), wie ist die Kinderbetreuung zur Zeit geregelt?

Hör Dich nach einem guten Fachanwalt für Familienrecht um und lass Dich dort beraten. Eine Erstberatung kostet um die 150 € und Du bekommst eine Einschätzung der rechtlichen Situation. Mir hat es neben der emotionalen Belastung sehr geholfen, zu wissen, was auf mich zukommen kann.
Eine Beratung heißt nicht, dass schon offizielle Schritte Richtung Trennung eingeleitet werden. Der Anwalt wird erst loslegen, wenn Du es ihm sagst.

Ich wünsche Dir alles Gute!

17.02.2017 21:43 • x 1 #8


HeyAnni

HeyAnni


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Wollt ihr Euch denn überhaupt scheiden lassen? Also sofort und gleich?

Manche Expaare bleiben ja erstmal noch ne Weile verheiratet.
Es sei denn einem von beiden bringt die Scheidung etwas
Zum Beispiel finanziell- Steuerklasse etc.

Ich habe für mich damals auch Tabula Rasa ( schreibt man das so?) gemacht .
Gleich zum Anwalt und alles geregelt.
Das kann auch bereinigend sein.

17.02.2017 21:47 • #9


Wenja


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Vielleicht würde ich auch mit einem Arzt sprechen und wenn die finanziellen und organisatorischen Angelegenheiten geklärt sind eine Vater und Kind Kur beantragen. Das kann dir auch helfen, dich in deiner neuen Rolle zurecht zu finden.

17.02.2017 21:49 • #10


abteilungmann


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Das ist schon ein merkwürdiges Verhalten deiner Frau, und das sie schon mal einen anderen hatte ist auch sicher nicht ok.
Ich wuerde nicht das Feld raeumen und sie macht es sich auch sehr sehr einfach.

17.02.2017 21:50 • #11


HeyAnni

HeyAnni


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Vielleicht ist es für sie auch nicht leicht
Einer ist immer der Buhmann.

Wer weiss was sie fühlt
Fakt ist das du an dich und die Kinder denken musst.
Ihr werdet doch ein System haben um das mit den Kindern zu regeln oder?
Finanziell und betreuungstechnisch meine ich
Du kannst ja nicht alles alleine stemmen.

17.02.2017 22:04 • x 1 #12


Wenja


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Sieh es mal positiv. Ihr trennt euch zu einem Zeitpunkt, wo ihr euch noch in die Augen schauen könnt. Das ist doch gut.

18.02.2017 12:07 • x 1 #13


Satori

Satori


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Ja, wir wollen Freunde bleiben. ich hoffe wegen der Kinder dass es geht. ich habe sie immer noch gern und das loslassen fällt mir extrem schwer. wir wollen uns wechselnd zu gleichen Teilen um die Kinder kümmern. Das finanzielle klären wir auch demnächst.

18.02.2017 12:48 • #14


wiwi1016

wiwi1016


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Lieber nschulze,

auch bei mir gibt es Haus und Kinder - und keine Liebe mehr - als Paar - von der anderen Seite.
Fühl dich erstmal ganz fest in den Arm genommen.
Dir geht es nicht gut und große Entscheidungen kannst und musst du jetzt auch nicht treffen.
In deinem Kopf ist Chaos und dein Körper verweigert jede sinnvolle Funktion - beide zusammen tun unsagbar weh.

Das wird besser werden.
Aber das dauert.

Ich finde die Idee mit deinen Eltern sehr gut - denn ich halte Abstand zunächst einmal für einen sehr wichtigen Schritt. Rede mit Menschen die dich mögen und auffangen können - nicht mit deiner Frau. Du musst jetzt auch nicht beweisen, was für ein toller Vater du bist, schütze dich erstmal als Mensch - den brauchen die Kinder. Eine räumliche Trennung so schnell es geht ist ganz wichtig - sonst wirst du ständig zwischen Hoffen und Enttäuschung hin und her katapultiert, das kostet unsagbar Kraft.

Mach erstmal kleine Schritte bevor du die Großen angehst.

Hab nicht soviel Angst vor der noch sehr theoretischen Zukunft als alleinerziehender Vater etc.....soweit würde ich nicht denken, das wird sich regeln. Und zunächst hast du darauf auch keinerlei Einfluss. Auch nicht auf das Loslassen wollen - wie würdest du deine Liebe bewerten, wenn das so einfach wäre?

Nimm dir erst einmal einen Tag nach dem anderen vor und versuche dich dabei etwas um dich zu kümmern, - Aufstehen, Arbeiten, etwas essen, eine gute Zeit mit und für die Kinder, Wohnung suchen, hier schreiben und lesen, im Internet etwas informieren, Reden, Reden, Reden, traurig sein, verzweifelt. Das wird sich verändern. Versuche direkt alles abzubrechen - sofern das geht - oder zu vermeiden, was dir überhaupt nicht gut tut. - Bei mir ist das z.B. einkaufen.

Und du bist wirklich nicht alleine.

18.02.2017 13:36 • x 2 #15



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