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Trennung mit Haus und drei Kindern - Erfahrungen

Esral


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Sie ist also im Haus geblieben. Und du allein?
Mein Mann ist da nicht so nett.
Unser trennungsgrund war sein ständiges fremdgehen. Ich fand die Trennung an sich auch nicht so schlimm aber unser Haus hat mir das Herz rausgerissen.
Wir wollten nicht verkaufen. Es wollte aber auch keiner ausziehen.
Jeder einer hätte es allein halten können. Zum auszahlen gabs noch nichts denn es ist recht neu .
Heißt wenn ich ausziehe habe ich keine Chance alleine in Deutschland an einen Haus Kredit zu kommen. Obwohl ich vollzeit arbeite und bereit wäre am we noch zu jobben gäbe mir keine bank Kredit bei drei kindern und ohne Eigenkapital. Keine Chance! Obwohl mir genug für die rate bleibt ( aber die rechnen das anders). Der Witz ist, unsere Mietwohnungen sind fast genau so hoch wie die Finanzierungsraten, das ist kein Scherz!
Und sobald ich weg bin zieht da eine neue ein, eine die nicht halb so viel arbeitet und sich da breit macht in allem was ich erschaffen habe..
Und einen neuen Mann um neu zu beginnen will ich nie wieder haben ,die armen Kinder wären ja völlig durcheinander, höchstens als lover.
So wissen wir momentan keine Lösung- wegen der liebe zu unserem Haus.
Verruckt oder!
Versuchen es irgendwie zu teilen.
Das funktioniert aber nur wenn man logisch an die Sache geht und noch freundschaftlich auskommt.

02.10.2017 07:04 • #121


Satori

Satori


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Hallo,

danke für Eure hilfreichen Gedanken. Es ist wohl wirklich ein langer Weg, der noch vor mir liegt und die Ups and Downs gehören dazu. In den besseren Momenten bin ich auch zumindest überzeugt, die richtigen Schritte zu unternehmen, um in Zukunft wieder zufrieden sein zu können. Ob mit oder ohne Partnerin wird die Zeit zeigen, im Moment kann ich mich nicht auf jemanden gefühlsmäßig einlassen. Ich habe zwei, drei Frauen getroffen, die ich über das Internet kennengelernt hatte, aber jedesmal war da bei mir eine innere Distanz und das Gefühl, mich nicht verlieben zu können. Ich denke, ich brauche da noch Zeit zur Verarbeitung meiner Trennung.

@kinbakubi: Es ist leider nicht so leicht, die negativen Gedanken abzustreifen. Meine Ex-Frau ist nun glücklich mit ihrem neuen Partner und ich frage mich ständig, wieso ich es nicht mehr geschafft habe, dass wir zusammenbleiben konnten. Klar, es ist ein großer Unterschied, wenn man im Alltag mit Beruf und Kindern steckt im Vergleich zu einer Wochenendbeziehung ohne Alltag. Trotzdem fühle ich mich minderwertig und abgelehnt. Aber ich versuche dagegen anzuarbeiten und mir auch Bestätigung über Freunde, Familie und Hobbies zu holen.

LG

Norman

02.10.2017 12:31 • #122



Trennung mit Haus und drei Kindern - Erfahrungen

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Satori

Satori


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Zitat von Esral:
Sie ist also im Haus geblieben. Und du allein?
Mein Mann ist da nicht so nett.


Hallo,

nein, wir leben das sog. Nestmodell. Jeder ist eine Woche im Haus mit den Kindern, die dort wohnen bleiben. In der kinderlosen Woche hat jeder noch eine kleine eigene Wohnung für sich. Das funktioniert bisher ganz gut und wir wollten den Kindern nicht zumuten, ständig hin und her zu wechseln und sich an zwei neue Umfelder zu gewöhnen. Unser Kleinster ist auch erst vier.

Das funktioniert aber nur, wenn man noch einigermaßen vernünftig miteinander reden kann und sich neben dem Haus noch zwei kleine Wohnungen leisten kann. Hier im Osten sind die Mieten noch erträglich und daher geht das.

Zitat von Esral:
Heißt wenn ich ausziehe habe ich keine Chance alleine in Deutschland an einen Haus Kredit zu kommen. Obwohl ich vollzeit arbeite und bereit wäre am we noch zu jobben gäbe mir keine bank Kredit bei drei kindern und ohne Eigenkapital. Keine Chance! Obwohl mir genug für die rate bleibt ( aber die rechnen das anders). Der Witz ist, unsere Mietwohnungen sind fast genau so hoch wie die Finanzierungsraten, das ist kein Scherz!
Und sobald ich weg bin zieht da eine neue ein, eine die nicht halb so viel arbeitet und sich da breit macht in allem was ich erschaffen habe..


Wieso sollst du eigentlich ausziehen? Wie würde denn die Kinderbetreuung geregelt? Wenn du die Kinder überwiegend hast, wäre es eigentlich logisch, dass du im Haus bleibst. Er müsste ausziehen und Unterhalt zahlen, auf den allerdings dann die Nutzung seines Hausanteils durch dich angerechnet wird. Beide können ja als Besitzer im Grundbuch bleiben.
Ich kann jedenfalls gut nachvollziehen, dass du nicht rauswillst. Ich hänge auch sehr an meinem Haus und kann mir nicht vorstellen, dass jemand anderes einzieht, schon gar nicht der neuen Lover meiner Ex. Das habe ich mir verbeten, dass der ins Haus kommt, auch nicht auf Besuch.

Zitat von Esral:
Und einen neuen Mann um neu zu beginnen will ich nie wieder haben ,die armen Kinder wären ja völlig durcheinander, höchstens als lover.
So wissen wir momentan keine Lösung- wegen der liebe zu unserem Haus.
Verruckt oder!


Im Moment kannst du dir keine neue Beziehung vorstellen, aber mit der Zeit wirst du hoffentlich auch wieder bereit sein, dich neu zu verlieben. Wie sieht es denn aus mit eurer Beziehung, ist da gar nichts mehr zu retten? Habt ihr Paarberatung u.ä. schon versucht? Wenn er dauernd fremdgeht, dann ist er unzufrieden. Vielleicht gibt es ja noch eine Chance, sich wieder zusammenzufinden? Einen Versuch ist es wert, auch wegen der Kinder. Ich fand es sehr schade, dass meine Ex nicht wirklich bereit war, in einen Rettungsversuch zu investieren.

02.10.2017 12:44 • #123


Satori

Satori


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Hallo,

wollte mal wieder ein Update schreiben, vielleicht ist es ja für den einen oder anderen hilfreich zu hören, wie es bei mir weitergegangen ist.

Es ist nun ein Jahr her, seit der Trennung und mittlerweile geht es mir doch wieder ganz gut. Nicht richtig super, ich denke immer noch jeden Tag an die Trennung und vermisse ab und zu mein altes Leben. Aber erstens sind die Gefühle nicht mehr so stark wie noch vor ein paar Monaten und die Momente werden auch weniger.

Ich sehe mittlerweile auch viel Gutes in der Art und Weise, wie ich jetzt lebe. Ich habe einiges für mich selbst in Angriff genommen und das hat viel dazu beigetragen, dass ich aus dem Loch wieder herausgekommen bin. Ich treibe mehr Sport, lerne E-Gitarre und unternehme mehr mit Freunden oder Familie. In der Rückschau muss ich selbstkritisch auch eingestehen, dass ich da in den letzten Jahren zu wenig gemacht habe. Familie und Beruf waren da die Prioriäten. Aber so ein Einschnitt bewirkt eben auch ein Umdenken, daher seht es als Chance für Euch!

Positiv ist auch, dass die Kinder (4,10,15) sich gut in unsere Betreuungslösung eingefunden haben. Wir haben das Nestmodell umgesetzt, wo die Kinder permanent im Haus leben und die Eltern sich wochenweise dort abwechseln. Das bedeutet etwas mehr Planung, aber für die Kinder bleibt die gewohnte Umgebung ohne permanentes Hin- und Herwechseln. Ich bin froh, dass ich sie auch die Hälfte der Zeit bei mir habe. Der Kontakt zu den Kindern erscheint mir jetzt viel intensiver, da ich mich auch um viel mehr Kleinigkeiten im Alltag kümmere als das vielleicht früher der Fall war. Ist natürlich auch anstrengend, aber der Kleine wird auch größer und braucht nicht mehr so viel Aufmerksamkeit. Ich bin irgendwie auch gelassener als früher, ich gehe mit den Kinder um wie ich das für richtig halte und muss keinen Erwartungen oder Vorstellungen mehr entsprechen. Das Alltags Genörgle ist weg und das tut mir gut...

Das Scheidungsverfahren läuft, große Konflikte gibt es da nicht. Wir haben beim Notar eine Vereinbarung getroffen, die das Vermögen und die Altersversorgung regelt und das wird dann beim Familiengericht so eingereicht. In ein paar Monaten sollte das alles durch sein. Mal schauen, ich hoffe es gibt nicht noch böse Überraschungen. Wir gehen sachlich miteinander um, ich vermeide vor den Kindern auch jegliche Kritik an meiner Ex.

Fazit: Wenn man die Trennung als gegeben akzeptiert und sich nicht in Hass oder Rachegedanken ergibt, dann ist es auch die Chance auf ein neues Leben, eine intensivere Beziehung zu den Kindern und neuen Erfahrungen!

23.01.2018 10:35 • x 9 #124


Vegetari

Vegetari


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Nschulze,
das hört sich doch schon mal gut an.
Ich denke bei euch ,konnte es wohl doch keine Chance auf Wiedervereinigung geben, weil die wichtigsten Voraussetzung, die Liebe zu Dir ,von Deiner Frau so nicht mehr gegeben war.
Mein Mann hatte trotz Affäre immer noch Gefühle für mich und hat nicht aufgehört mich zu lieben. das war etwas anders.

Du hast aber jetzt durch ihr klares Nein die Möglichkeit Dich neu und anders aufzustellen und schneller von ihr loszulassen.

Ich wünsche Dir alles Gute !

23.01.2018 10:45 • x 1 #125


turbulent


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Hallo Satori - ich habe gerade deine Geschichte gelesen und wüsste gern wie es dir heute geht. Vielleicht liest du das ja hier noch irgendwann.

24.01.2021 00:26 • #126


Satori

Satori


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Hallo, gerne gebe ich heute ein Update für alle die etwas Hoffnung brauchen.

Mir geht es nunmehr vier Jahre nach der Trennung sehr gut, ich würde sogar sagen besser als vor der Trennung. Ich habe seit zwei Jahren eine neue Partnerin, die ich sehr liebe und mit der es viel schöner ist. Mehr Zärtlichkeiten, mehr Austausch, mehr gemeinsame Unternehmungen und viel mehr S. Ich habe auch mehr Zeit für mich und meine Hobbies und habe mehr Möglichkeiten, mal etwas anderes als Familienalltag zu erleben.
Ich hatte mich dann nach einem Jahr ca. bei Elitepartner angemeldet und dort auch viele gute Dates gehabt, hat zunächst meistens nicht gepasst aber dann habe ich meine jetzige Partnerin dort getroffen und seitdem sind wir glücklich zusammen.

Das Haus habe ich der Ex abgekauft, wir reden auch noch über die Belange der Kinder vernünftig miteinander, sonst meide ich den Kontakt aber. Tut mir nicht gut, auch nach der Zeit noch. Ich trauere aber nicht mehr der alten Zeit zurück, da ich nun weiss, wie es besser laufen kann. Die Scheidung ist seit einem halben Jahr durch mit Notarvertrag, das ging alles recht problemlos, auch wenn es natürlich insgesamt ein teurer Spaß ist.
Die Kinder betreue ich im Wechselmodell, das ist natürlich für mich und die Kinder mitunter anstrengend aber immer noch aus meiner Sicht die beste Lösung. Finanziell überfordert es mich nicht mit dem Unterhalt und ich sehe die Kinder auch im Alltag. Das war mir wichtig, so bleibt noch eine Verbindung erhalten und die Kinder haben beide Elternteile gleichermaßen zur Verfügung.

28.01.2021 17:23 • x 9 #127


Snipes

Snipes


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Zitat von Satori:
Mir geht es nunmehr vier Jahre nach der Trennung sehr gut, ich würde sogar sagen besser als vor der Trennung.


Alles richtig gemacht, würde ich mal sagen und beglückwünsche dich dazu. Sehr schön, etwas positives zu lesen
und bestimmt schenkt dein Update auch vielen anderen etwas Auftrieb und Mut.

28.01.2021 17:27 • x 1 #128


Andy17


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Zitat von Satori:
Die Kinder betreue ich im Wechselmodell

Kommt dann die Ex zur Kinderbetreueung in dein Haus, das du gekaufst hast?
Ansonsten finde ich es vorbildlich, wie du die Sache gemeistert hast.

28.01.2021 17:51 • #129


Satori

Satori


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Nein, die Kinder wechseln wochenweise hin und her. Meine Große macht gerade Abi und teilt sich den Wechsel so ein wie sie will, meistens ist sie aber schon 50/50 bei mir und ihrer Mutter.

Der Kleine (7) und meine mittlere (13) wechseln immer Montags nach der Schule zum anderen Elternteil.

07.02.2021 17:31 • #130


Con12


So wie Dir ging es mir auch. Ich weiß, dass dieses Thema älter ist aber ich will allen sagen, die auch Kinder, Haus und eine tolle Familie hatten, es kann auch wieder bergauf gehen. Die Zeit hilft, nichts anderes.

20.11.2021 10:27 • x 1 #131



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