Andreas1231
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Meine Frau und ich waren insgesamt 26 Jahre ein Paar, davon 21 Jahre verheiratet. Wir haben zwei erwachsene Kinder und ein gemeinsames Haus.
Vor einem Monat hat sie sich von mir getrennt – mit der Begründung, sie empfinde nichts mehr für mich. Diese Nachricht hat mir im ersten Moment den Boden unter den Füßen weggezogen.
Seitdem fühle ich mich aus meiner Mitte gerissen.
Unsere Beziehung war über viele Jahre hinweg von zahlreichen schönen Momenten geprägt (gemeinsame Reisen, geteilte Hobbys, gemeinsamer Freundeskreis usw.)
Trotz unserer Nähe hatte jeder von uns auch seine Freiheiten.
Ich war immer der Meinung, dass wir ein starkes Fundament hatten und auch charakterlich gut zusammenpassen.
Die ersten Risse begannen vor etwa drei Jahren, als meine Frau eine Affäre hatte.
Seitdem waren wir weniger emotional verbunden miteinander. Trotz einer Paartherapie habe ich den wahren Grund für diese Affäre nie erfahren.
Ich selbst bin ein sehr gefühlsorientierter Mensch, während sie Dinge eher sachlich betrachtet.
In den letzten Jahren haben wir uns emotional immer weiter voneinander entfernt.
Gespräche über unsere Gefühle waren kaum noch möglich.
Hinzu kamen viele zusätzliche Belastungen durch familiäre und berufliche Herausforderungen, die uns beide sehr viel Kraft gekostet haben.
Ich habe in dieser Zeit versucht, sie bestmöglich zu unterstützen, besonders auch wegen ihrer zunehmenden Wechseljahresbeschwerden.
Mir war es wichtig, ihr Nähe zu zeigen – ich selbst habe diese Nähe ebenfalls gebraucht.
Rückblickend glaube ich, dass ich sie damit eher unter Druck gesetzt habe und sie sich dadurch immer mehr von mir entfernt hat.
Erschwerend kam hinzu, dass ich seit längerer Zeit im Homeoffice arbeite, was für sie ein großes Problem darstellte.
Ich war tagsüber immer präsent, was ihr anscheinend zu viel wurde.
Es gab häufiger Streit und Kritik an meinem Verhalten – dass ich Dinge nicht richtig mache oder nicht klar kommuniziere.
Ich fühlte mich dabei oft missverstanden, weil ich mich mit allem, was ich konnte, eingebracht habe.
Da ich eher ein harmonischer Mensch bin, bin ich Konflikten oft aus dem Weg gegangen.
Gleichzeitig habe ich mich oft ungerecht behandelt gefühlt – und irgendwann auch begonnen, ihr Vorwürfe zu machen.
Sie selbst hat in den letzten Jahren viel an sich gearbeitet und alte Muster aus ihrer Kindheit aufgearbeitet.
Dafür habe ich auch großen Respekt gegenüber ihr gezeigt– sie hat in dieser Hinsicht wirklich bemerkenswerte Fortschritte gemacht.
Mir ist bewusst geworden, dass ich durch meine ständige Präsenz im Haus, aber auch durch meine Art,
mit Kritik umzugehen aber auch das ich weniger als sie, an mir gearbeitet habe , einen Teil dazu beigetragen habe, dass ihre Gefühle gegenüber mir immer mehr verblasst sind.
Aktuell leben wir räumlich getrennt, und ich komme mit dieser Situation nur schwer zurecht, weil ich noch sehr viel für sie empfinde.
Ich habe mir nun eine kleine Wohnung gesucht und werde bald ausziehen
aus dem Haus, was früher mein Elternhaus war und das ich in den letzten vier Jahren aufwendig kernsaniert habe.
Es steckt sehr viel Lebenszeit und Herzblut darin, was den Schritt für mich noch schmerzhafter macht.
Ich respektiere ihren Wunsch nach Abstand, Zeit und Ruhe. Interessanterweise haben wir seit der Trennung emotional tiefere Gespräche führen können als zuvor.
Dabei sind viele Themen ans Licht gekommen, die zwischen uns standen.
Trotzdem habe ich das Gefühl, dass sie diesen Zustand der Trennung beibehalten möchte – möglicherweise, um mehr Freiheiten zu haben oder etwas Neues auszuprobieren.
Für mich ist klar: Eine Rückkehr in die Beziehung kommt nur infrage, wenn sich auf beiden Seiten etwas verändert.
Ich wünsche mir von meinem Partner echte Wertschätzung – und das Recht, über Gefühle sprechen zu dürfen, ohne abgewiesen zu werden.
Dies ist nur ein kurzer Abriss von unserer Beziehung und natürlich aus dem Betrachtungswinkel von mir.
Aber mir fällt nichts mehr ein als Rückzug aber auch zu wissen was ich von einer Beziehung will.
Was ist eure Meinung dazu?