Giraffe
Gast
ich schreibe mir nun hier alles von der Seele, weil ich irgendwie nicht mehr weiter weiß und auch mit keinem darüber sprechen kann.
Ich bin in einer für mich schrecklichen Situationen und ich habe mich selbst dorthin gebracht.
Vor knapp 2 Jahren habe ich mich (34) in einen Arbeitskollegen verliebt. Ich dachte nie, dass mir sowas passieren kann... aber es ist so gekommen. Das schlimme ist: 2 Monate vor meiner Hochzeit mit meinem jetzigen Ehemann, mit dem ich nun bereits seit 15Jahren zusammen bin.
Wir waren gemeinsam auf einer Fortbildung und dann ist es geschehen, wir haben die Nacht miteinander verbracht und danach war nichts so, wie es vorher einmal war. Ich bin wirklich fremdgegangen, ich...die sowas immer total verurteilt hat.
So. nun stand ich da. Ein paar Wochen vor meiner Hochzeit. Meine Kollege und ich hatten uns geschworen, dass das eine einmalige Sache war. Denn auch er hatte einer Freundin und zwei Kinder mit ihr.
Naja, es ist nicht bei diesem einen Mal geblieben. Wir haben uns täglich in der Arbeit gesehen, wir konnten nicht voneinander lassen, wir haben uns rettunglos ineinander verliebt.
Ich habe trotzdem geheiratet. Ich traute mich nicht, einen Rückzieher zu machen, alles war organisiert, alle waren eingeladen.
Und eigentlich wolllte ich mich auch nie wirklich von meinem Mann trennen. Er ist der beste, liebste, warmherzigste Mann, den man sich vorstellen kann. Einen Mann, den sich jede Frau wünscht. Ich ab mich trotzdem in einen anderen verliebt. Ich kann nicht erklären warum, es ist einfach passiert.
Kurz darauf hat mein Kollege seine Frau auch geheiratet. Wieder ein Versuch, von mir wegzukommen. Auch dieser hat nicht geklappt. Wir haben immer versucht, unsere Liebe nicht nachzugeben, wir haben es nie geschafft. Wir machten weiter, ganz heimlich.
Trafen und in Hotelzimmern, küssten uns heimlich, wenn gerade kein anderer Kollege in der Nähe war. Dann kam der Supergau: ich wurde schwanger und ich wusste nicht von wem.
Die Schwangerschaft war die Hölle. Einen Ehemann zuhause, der sich wahnsinnig auf das Baby freut und ich, die eigentlich auch immer Kinder wollte, wusste nicht, wer der Vater war.
Ich wollte es meinem Mann sagen aber ich glaube, er hätte wirklich den Glauben an die Liebe verloren. Und um hier keinen falschen Eindruck zu hinterlassen. Ich habe auch meinen Mann immer geliebt und ich tue es immer noch.Die Schuldgefühle haben mich zerfressen, ich hab immer gelitten, weil ich ihn so schamlos betrogen habe.
Doch ich liebte meiner Affäre auch und konnte nicht von ihm lassen.
Ich glaube,im Grunde ist er der Mann meines Lebens, aber das Leben hatte anders für uns entschieden. Wir haben und erst kennengelernt, als eigentlich schon alles zu spät war.
Auch er hatte immer schreckliche Angst, dass wir unsere Familien zerstörren. Dass, wenn es aufkommt, alles um uns herum kaputt geht und wir so vielen Menschen leid zufügen. Er wollte nicht von seinen Kinder weg und ich konnte das immer verstehen.
Dann bin ich in Mutterschutz gegangen, wir haben uns also räumlich getrennt. Ich habe noch nie in meinem Leben solche Schmerzen gefühlt, zum einen weil ich nicht wusste, ob nach der Geburt der Himmel über mir einstürzen würde und zum anderen, weil ich ihn verlassen musste.
Wir hatten keinen Kontakt mehr, ich hatte uns die Kontaktsperre auferlegt.
Ich habe meine Tochter bekommen und ich danke dem lieben Gott, dass sie von meinem Mann ist. Das ist nicht zu bestreiten, denn sie ist ihm wie aus dem Gesicht geschnitten. Das Leben hatte es also doch nochmal gutgemeint mit mir. Ich bin dankbar.
Ich bin aber auch der traurigste Mensch auf Erden, weil ich nicht mehr bei meiner großen Liebe sein kann. Ich vermisse ihn, wie ich noch nie einen Menschen vermisst habe.
Wir hatten einmal kurz Kontakt, der dann aber gleich wieder abbrach.
Nun hab ich ihm vor lauter Sehnsucht wieder geschrieben und es kam nur eine ganz kurze Nachricht zurück, die deutlich macht, dass er von mir weg ist, er vermisst mich nicht mehr, vielleicht liebt er mich auch nicht mehr.
Es ist die Hölle. Die Vorstellung, dass er mich nicht mehr liebt, macht mich verrückt. Ich leide wie ein Tier.
Ich versuche mich auf mein Leben im jetzt und hier zu konzentrieren, mich um mein Baby und meinen Mann zu kümmert. Das tue ich auch und allen geht es gut. Nur ich bleibe irgendwie auf der Strecke.
Wieso kann ich nicht dankbar sein für mein Leben, wieso kann ich ihn nicht vergessen? Wieso bringt es mich um, dass er mich nicht mehr liebt.
Wie komme ich von ihm los? Ich dreh noch durch.
So, jetzt habt ihr einiges zu lesen, vielleicht möchte mir ja jemand seine Meinung mitteilen.Vielleicht weiß jemand einen Rat.
Liebe Grüße
