Zitat von unbelievable:Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. Tja, das ist eine Wunschvorstellung, auch an unsere Moral geknüpft und doch schafft es niemand, immer edel, hilfreich und gut zu sein. Für viele ist es sogar eine Erfüllung, sich mit den Verfehlungen anderer auseinanderzusetzen, mit den Finger auf diese zu zeigen um sich nicht an die eigene Nase fassen zu müssen. Weil das, was der andere macht ist natürlich viel viel schlimmer. Man selbst würde so was nie tun. Aber dafür eben andere schlimme Dinge, die man gern ausblendet.
Es geht doch gar nicht darum, auf andere mit dem Finger zu zeigen sondern darum auf die Konsequenzen für sich und andere hinzuweisen, die durch Fremdgehen in der Regel entstehen.
Und die sehen meistens so aus:
1. über kurz oder lang will einer von beiden "mehr" und derjenige bleibt mit einem gebrochenen Herzen zurück
2. die betrogenen Familien werden schwer verletzt und sind unter Umständen ein Leben lang damit beschäftigt diese Verletzungen zu bearbeiten, nicht selten im Rahmen einer Therapie, insbesondere die Kinder
Ich gehe davon aus, dass die meisten Menschen, die eine heimliche Affäre beginnen das auch wissen und es trotzdem tun. Deswegen fällt es zumindest mir unglaublich schwer in so einer Lage Verständnis aufzubringen.
Finde es eher positiv, wenn diese Leute dann spüren, dass diese Entscheidungen im Grunde nur Chaos gebracht haben, in der Hoffnung, dass dadurch ein Lernprozess entsteht und ein ähnliches Szenario kein zweites Mal passiert.
Zu leiden ist traurig und extrem ungenehm aber ein großartiger Lehrmeister.
Wir haben alle unsere Schwächen, machen jeden Tag Fehler - das ist klar - der Mensch ist nicht perfekt.
Dennoch gibt es im Leben schwerwiegende Entscheidungen, vor allem dann, wenn diese Entscheidungen große Konsequenzen für andere haben und dazu gehören Liebe und Sex.
Wenn ich heirate, schließe ich einen Vertrag und zu diesem Vertrag gehört in den meisten Fällen Treue mit dazu. Jahrelang treu zu sein ist sehr schwer. Das wird gerne im Rausch der Gefühle ausgeblendet. Wenn ich merke, dass ich diese Treue nicht mehr bieten kann, muss ich zumindest mit meinem Partner darüber sprechen, dass er wenigstens die Entscheidung treffen kann, ob er da mitgehen möchte oder nicht.
Da ich mir noch nie sicher war, ob ich dieses Versprechen geben kann, habe ich nie geheiratet.
Habe auch noch nie etwas mit einem gebundenen Mann gehabt, egal wie heiß ich den fand. Nicht weil ich so ein perfekter Mensch bin, sondern weil ich einfach mal überlegt habe, was die Konsequenzen sind.
Wenn die Liebe so groß ist, kann man sich ja trennen und wenn die Gefühle ach so groß sind, dann passiert das auch, selbst wenn die Umstände schwierig sind.
Und das mit der künstlichen Befruchtung hätte die TE ja allerspätestens aufrütteln müssen. Das zeigt, dass der Herr entweder noch extrem an seiner Frau hängt und die TE niemals wirklich eine Option war und/oder extrem entscheidungsschwach ist, es immer allen recht machen will und mit so Leuten sind Beziehungen immer ein Krampf.
Wie gesagt: wir machen alle Fehler und keiner hat die Moral für sich gepachtet. Aber es kann auch nicht der richtige Weg sein, diesen Aspekt zum Totschlagargument zu machen, dann steuern wir auf einen Relativismus zu, den ich total gruselig finde.