Zitat von TraurigeSeele:Soll ich eigentlich unser gemeinsames Haus verlassen und meine Hälfte an sie verkaufen?
Soll ich im nächsten Jahr meine Elternzeit zurückziehen und die damit verbundene Teilzeit in Elternzeit?
Soll ich gemeinsam beim Jugendamt Umgangsrechte ausarbeiten?
Soll ich diese Dinge für meine Familie aufgeben und ihnen ihr Leben leben lassen?
Das sind viel zu viele Fragen, die kannst und musst Du Dir jetzt noch gar nicht beantworten. KLEINE Schritte, das wurde Dir hier mehrfach geraten. Wichtig sind im Moment meiner Meinung nach 2 Baustellen
- Deine Gesundheit an allerallererster Stelle. Ich finde es gut, dass Du den Therapietermin ebenfalls als Priorität 1 siehst
- Grundsätzlich Rechtssicherheit. Ich drück Dir die Daumen, dass Dich die Anwältin gut vertritt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man spürt, ob es passt oder nicht. Hatte zuerst eine Anwältin und später einen Anwalt - es ist geschlechtsunabhängig, ob die Chemie stimmt.
Haus - das wird sich finden. Nicht unsonst gibt es das gesetzliche Trennungsjahr, nämlich damit keine Entscheidungen übers Knie gebrochen werden müssen. Deine Frau ist ausgezogen, sie ist versorgt und das reicht im Moment.
Job und Elternzeit sind nicht unerheblich an Deine Gesundheit gebunden. Deshalb ist es auch das wichtigste, dass Du Dich da drum (um Deine Gesundheit) kümmerst. Die gesetzliche Elternzeit wirst Du nicht in Anspruch nehmen können, denn sie setzt voraus, dass Du Dein Kind in dieser Zeit versorgst. Das bedeutet nicht, dass Du die Rundumbetreuung gewährleisten musst. Aber Du musst halt maßgeblich für die Versorgung zuständig sein. Bist Du nicht, Du siehst Dein Kind ja kaum. Und aufgrund Deiner nachweisbaren Suizidgedanken wird es momentan auch eher schwierig bis unmöglich werden, dass Du sie betreuen darfst.
Wenn Du Deinen Job nicht ausüben kannst zur Zeit, dann steht eine Krankschreibung an. Die sehe ich bei Dir auch total indiziert. Sprech mit Deinem Hausarzt, Deinem Psychologen und ggfs, einem Psychiater da drüber. Ich würde Dir dringend entweder einen Klinikaufenthalt oder eine längere Kur empfehlen.
Ich finde es gut und auch sehr löblich von Dir, dass Du Deine Defizite so benennst. Es grenzt ja schon an Selbstgeißelung. Aber es greift eins ins andere und es spielen sicher auch die Umstände und Verhaltensweisen von anderen Personen eine große Rolle. Das muss aufgedröselt werden - und alleine bekommst Du das nicht hin.
Wenn Du etwas an Deiner Situation ändern willst, dann ist es wichtig, dass Du ehrlich bist. Dir, Deinen behandelnden Ärzten und Deiner Anwältin gegenüber. Nur so kann Dir geholfen werden.
Ich wünsch Dir alles Gute!