Zitat von SchlittenEngel:Oder gerade …..wobei ja v.a. wichtig ist, dass es für einen selbst echt war, oder?..
Aber im Rückblick stolpert man doch gerade darüber? Etwas als echt erlebt zu haben, das gar nicht echt war. Das ist doch umso enttäuschender.
Zitat von SchlittenEngel:pers. und küchenpsychologisch glaube ich, dass die Abneigung gegen das frühere Leben umso größer ist, je weniger doll das neue läuft

Weil sie sich ja einreden müssen, dass es sich trotzdem gelohnt hat, also das vorher unbedingt noch schlechter gewesen sein muss. Falls das verständlich ist …..
Das ist schon ganz bestimmt so. Ich sehe zwei Komponenten:
1. Man macht den Ex runter um sich selber zu rechtfertigen. "Ja, ich habe ihn verlassen und den Kindern das zugemutet, aber wie hätte ich denn bitteschön länger bei diesem Mann bleiben sollen?" Ein bisschen dümmlich ergänzt um die Behauptung, es habe mit dem Neuen nichts zu tun, man wäre auch so gegangen.
2. Das was Du schreibst. Es läuft nicht so doll mit dem neuen Leben, realistisch müsste man jetzt gestehen, dass vorher eigentlich vieles ziemlich gut war. Das geht natürlich nicht. Deshalb wird weiter gemacht. Übrigens geht das bei den Menschen mit narzisstischer Störung schon mal gar nicht. Denn die machen keine Fehler, können folglich auch keine eingestehen. Wenn sich etwas überhaupt nicht mehr in Abrede stellen lässt, folgt mindestens ein Nebensatz, der mit dem Wörtchen "aber" eingeleitet wird.
Ich bin, oder besser gesagt sie ist, inzwischen eher in Phase zwei angekommen. Zum Glück durchläuft man selber eine Entwicklung und es macht mir nichts aus.
Das kann man immer nur wieder auch an @FreshO richten: Auch wenn Du noch im Chaos steckst, Du kommst irgendwann auch da an!
Zitat von FreshO:Dennoch macht es mich ein bisschen wütend, dass sie nun ihr neues Leben einfach so lebt. Und ich hab das Gefühl mich im Kreis zu drehen und diesen einfach nicht durchbrechen zu können.
Es sind dann Erinnerungen die ich heute habe, und jedesmal sind dann die Gedanken dabei….
Die Wahrscheinlichkeit, dass sie in Phase zwei ankommt und ziemlich hart auf dem Boden der Realität aufschlägt, ist höher als das sie weiter im siebten Himmel unterwegs ist.
Aber diese Gedanken sind mir sehr bekannt. Es ist eine Melange aus dem Gefühl verarscht, betrogen, versetzt und mit den Trümmern zurückgelassen worden zu sein, während sich der vermeintliche Lebensmensch es sich mit dem Märchenprinzen im neuen Schlafzimmer gemütlich macht. Anfangs spielt halt auch Eifersucht eine große Rolle.
Und vielleicht auch, so ging es mir, die Unfähigkeit, negative Gefühle (innerlich!) auf jemanden zu lenken, den man liebt.