@abc12345
Zitat von abc12345: seit über 20 Jahren zusammen und ja, in dieser Zeit bin ich leider 2x fremdgegangen
Wie lange liegen Deine Seitensprünge denn zurück? Und welcher Natur waren sie - ging es da "nur" um je einen ONS", oder waren das handfeste Affären, die sich über Wochen / Monate hinzogen?
Zitat von abc12345: Aktuelles Problem: Eine (nun mehr ehemalige) Arbeitskollegin, mit der ich mich sehr gut verstehe, hat letztes Jahr gekündigt und mit Jahresende die Firma verlassen. Wir wollten den Kontakt halten und uns eben hin und wieder auf einen Kaffee oder so treffen.
Warum willst Du den Kontakt aufrechterhalten? Gibt es berufliche Gründe dafür? Oder ist es ein rein persönliches Interesse?
Zitat von abc12345: Ich hab in den letzten Tagen mit einigen Leuten geredet und bekam fast durchgängig die Antwort, dass das Misstrauen meiner Frau wegen der Vergangenheit zwar vollständig nachvollziehbar ist, aber ich trotzdem ein freier Mensch bin und sie mir nicht den Kontakt zu anderen Frauen verbieten kann und sollte.
Du bist ein
verheirateter Mann und leider einer, der seiner Gattin schon zweimal
konkreten Anlaß gab ihm zu mißtrauen, was den Kontakt zu anderen Frauen betrifft.
Zitat von abc12345: Mit der Absage würde zwar (nach außen hin) wieder Ruhe einkehren, aber das eigentliche Problem besteht ja weiter, weil ich mich in Wirklichkeit ja gerne mit der Kollegin getroffen hätte und nur um des Friedens willen nachgegeben habe.
Dadurch bewege ich mich emotional von meiner Frau weg und ich befürchte, dass der Abstand irgendwann so groß sein wird, dass es nicht mehr funktioniert mit uns.
Für meine Begriffe ist das die wichtigste Passage in Deinem Eröffnungsbeitrag. Denn in der Tat ist genau das Euer Problem: Du hast das Mißtrauen kreiert, das Deine Frau nun veranlaßt, Dich einzuengen. Es wirkt wie ein Keil, der Euch auseinandertreibt und die dabei zunehmende Entfremdung tötet Eure Liebe.
Die Kernfrage allerdings ist: Warum überhaupt bist Du damals fremdgegangen und das dann auch noch gleich zwei Mal?
Denn sowas tut man ja eigentlich nur wenn man daheim irgendetwas nicht bekommt, das man dann im Außen sucht - bewußt oder unbewußt. Was genau hatte Dir da gefehlt?
Zitat von abc12345: Soll ich mir den Kontakt zu anderen Frauen "verbieten" lassen?
Ich denke nicht daß es den Kohl fett macht, wenn Du Abstand von dieser einen Ex-Kollegin nimmst jetzt. Denn es geht im Grunde nicht um ihre Person. Aber mit der Zeit wirst Du vielleicht noch mehr interessante Menschen ziehen lassen müssen, nur damit daheim der Haussegen nicht schiefhängt. Das wird dann in der Tat ein Problem und zwar kein kleines.
Wir leben nicht mehr in den 1980ern; in den meisten Berufen muß man(n) selbstverständlich auch mit Frauen kooperieren und sie sind mittlerweile auch in vielen Führungsetagen ordentlich vertreten. Das wirkt sich u.a. aufs professionelle Networking aus. Also wenn Du die Ex-Kollegin wirklich nur alle paar Monate mal auf einen Kaffee triffst, um mit ihr zu plaudern und dabei ganz nebenher vielleicht auch mal mitzubekommen, ob z.B. in ihrem neuen Unternehmen eine interessante Stelle freigeworden ist oder ob sie Erfahrungen macht, die auch Dir in Deinem Umfeld nutzen könnten, dann sollte sowas eigentlich drin sein.
Schon deshalb würde ich das kategorische "Nein" Deiner Frau nicht so hinnehmen - aber etwas empathischer damit umgehen. Zum Beispiel hätte ich der Kollegin einen Termin zu viert vorgeschlagen: Sie bringt ihren Partner mit, Du Deine Frau. Sollte das Kaffeetrinken oder der Restaurantabend stimmungstechnisch gut verlaufen, dann könnt Ihr das ja gelegentlich wiederholen und erweitert so mit der Zeit ganz nebenbei Euren ehelichen Bekanntenkreis.
Sollte Deine Frau sich da allerdings auch querlegen, schaut es schon anders aus. Dann allerdings wäre mein Vorschlag, Ihr macht Euch mal einen Termin in der nächsten Eheberatungstelle aus, damit jemand Euch neutral darin unterstützen kann, eine gesunde Balance zu finden.
Das setzt natürlich voraus, daß Deine Frau bei sowas mitmacht. Sollte auch das nicht gegeben sein, wird's in der Tat eng. Denn dann stehst Du vor dem Problem, Dich entweder für Dich und Deinen Selbstwert, oder für einen "Frieden" entscheiden zu müssen, der Dich auf Dauer eh von ihr forttreiben wird, wie Du selbst bereits festgestellt hast - nur daß bis dahin Dein Selbstwert bereits schwer in Mitleidenschaft gezogen worden sein dürfte. Was das bedeutet, weißt Du tief im Innern eh bereits. Daher mein Rat: Spiel alle denkbaren Szenarien schon jetzt im Kopf gut durch und mach Dir sehr bewußt, wie weit zu gehen Du bereit bist - damit Du ggfs. entsprechend auftreten kannst.
Letzteres kann im Fall der Fälle nämlich auch bedeuten, die Reaktion Deiner Fraus aushalten zu müssen - auch wenn es eine Trennung sein sollte. Freiheit ist nämlich nicht umsonst...