Lieber TE: Ich war knapp 3 Jahre in einer On-Off-Beziehung mit einem Alk.. Bzw. ich sage es anders, da ich nicht weiß, ob man jemanden so nennen darf, der keine offizielle Diagnose hat: Mit jemandem, der ein Problem OHNE Alk. hat/te

Ist das so politisch korrekt?
Ich habe es von Anfang an mehr oder weniger gewusst. Ich kannte ihn von früher und wusste, dass er früher schon gut gefeiert hat. Gut, wenn man jung ist... Aber bei ihm hat das halt nie aufgehört. Das wurde mit der Zeit immer mehr zum Problem, da er in unserer gemeinsamen Zeit öfter betrunken (das Schlimme war, er vertrug schon so viel, dass, wenn man es ihm richtig anmerkte, er halt auch schon gut was weggebechert hatte) als nüchtern war.
Er hatte keinen Führerschein mehr und diesbezüglich auch kein Auto. Wozu auch. Er hatte immer Menschen, die sein Leben für ihn bequem machten. Seine Mutter, dann seine Partnerinnen, also irgendwann dann auch ich. Ich habe ihn durch die Gegend gefahren, am WE seine Kinder von der Mutter geholt oder wieder zurückgebracht usw.
Das Alk. war dann irgendwann so präsent, dass er versuchte, davon loszukommen. In Eigenregie. Es mag Menschen geben, die das allein schaffen. Ich wusste: Er ist nicht diese Art Mensch. Hilfe wollte er von außen nicht annehmen. Er hat dann versucht, gar keinen Alk. zu trinken oder Alk. (wie sinnvoll oder sinnbefreit das ist… muss jeder selbst wissen)
Ich war auch schon in einer Co-Abhängigkeit gefangen, weil meine Laune irgendwann von seiner abhing. Er fing das Lügen an und wenn ich diese Lügen aufgedeckt hatte, wurde Schuldumkehr betrieben. Und immer wieder so Sprüche wie: Wenn KEINER mir vertraut, dass ich es schaffe, aufzuhören, kann ich auch gleich weitertrinken. Er hat sich mies benommen und ich fühlte mich schlecht.
An seinem Geburtstag, in den wir reinfeiern wollten, war er so betrunken, dass er nach dem Klogang vergaß, dass ich noch im Wohnzimmer saß und ging in's Bett

Das muss man sich mal geben!
Das Ende vom Lied: Ich hatte nach den knapp 3 Jahren, als mal wieder Schluss war, das zum Anlass genommen, jetzt auch wirklich einen Knopf dranzumachen. Er hat sich danach noch mal gemeldet, dass es ihm nicht gut ginge… Das fand ich zwar schade, aber es hat mich nicht aufgewühlt.
Long story short. Du kannst ihr nicht helfen. Sie muss sich Hilfe suchen. Du gehst dabei nur kaputt.
Wenn ich mitbekomme, dass jemand ein Problem ohne Alk. hat (und ich feiere auch gern!) bin ich weg. Lauf, Forrest, lauf
😊Alles Gute und ich wünsche Dir die richtige Entscheidung!