Zitat von oldie:Die Geliebte siehst Du losgelöst von jedem Alltag und jeder Verantwortung, das ähnelt aus meiner Sicht einer Suchterkrankung.
Ich finde solche Aussagen immer sehr einfach geschildert. Und irgendwie voller (Vor)Urteile, undifferenziert und in manchen/vielen (?) Fällen beleidigend.
"'Affäre' ist nur toll, weil heimlich, aufregend, alltagsfremde/untauglich etcpp..."
Aber gut...
Ich rede von diesen "Seitensprüngen" (oder wie auch immer man sie nennt), die auf tiefe Emotionen basieren. Nicht auf Sex, Abenteuer, Oberfläche und Co. Das ist immer sehr einfach/simpel/ schlicht betrachtet und erklärt. Wenn man sich verliebt, dann verliebt man sich. Allerdings bedeutet "Verliebtsein" für jeden etwas anderes. Jeder spürt es anders, fühlt was anderes...
Ich kann auch nur von mir selbst, meiner Situation sprechen. "Er" hat mich so kennengelernt, wie ich bin. Ohne Maske. Im Alltag. Bei mir Zuhause. In der Freizeit. Im Büro, wo man mehr als 50% des Tages (des Lebens) verbringt...aber gut. Reden wir nicht von "man". In unserem Job gabs wenig Raum für Masken, die Arbeitstage waren lang... Wo ich zustimme: ich habe nur einen Teil von ihm kennengelernt. Den Familienvater habe ich ebenso wenig kennengelernt, wie sein Zuhause. Wie wohnt er, wie kauft er Klamotten ein...? Nebensächlichkeiten, die viel aus machen. Und dennoch, glaube ich an meine Gefühle. Und das einzige, was man mir vorwerfen kann, dass ich mich verliebt habe. Und das kann man sich nicht aussuchen. Wärs so einfach, seine Gefühle zu steuern, gäbe es weniger Leid auf Erden. Ja, das glaube ich wirklich. Amen!
