Lost1
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Nachdem ich zuerst dachte, meine Story wäre irgendwie besonders, habe ich nach dem ganzen Lesen hier verstanden, dass es eigentlich an keiner Stelle irgendwie besonders war: Der Klassiker, viele Jahre Ehe, die letzten für beide Seiten frustrierend und ziemlich unglücklich. Klar, die Kinder. also blieb man zusammen.
Ich habe leider in dieser Zeit nicht verstanden, dass es (ja eigentlich immer!) die Chance gab, das aktiv zu ändern und zum Guten zu verbessern, wenn ich es nur ernsthaft angestoßen hätte. Nach anfänglichen Versuchen meine Probleme anzusprechen (ohne Ergebnis) habe ich immer mehr resigniert, die Streitkultur wurde immer schlechter, die Entfremdung immer größer. Daran habe ich aber selbst meinen Anteil zu tragen, das wäre meine Aufgabe gewesen, daran zu arbeiten. Auch hier hätte es natürlich die Möglichkeit gegeben, sich zu trennen oder eben reinen Tisch zu machen, es fehlte aber der Mut. Ich habe dann zusammengefasst auch einfach mein persönliches Glück dem Glück der Kinder untergeordnet, die für mich viel wichtiger waren und nicht als Trennungskinder aufwachsen sollten.
Das hat auch viele Jahre so für mich funktioniert und emotional bin ich damit auch zurecht gekommen. Ich wäre auch niemals auf die Idee gekommen, das was mir fehlte, woanders in irgend einer Form zu suchen.
Dann der große Fehler: ein emotionales Fremdgehen per chat ( den Begriff kannte ich nicht einmal, was keine Entschuldigung sein soll). Also texten ohne Treffen oder irgendeine körperliche Nähe, keine Bilder oder sonst etwas in die Richtung. Schmerzlich musste ich meine Naivität später korrigieren und verstehen, dass ein ONS (zu dem ich nie fähig gewesen wäre), das deutlich! kleine Übel gewesen wäre. Ich verstehe jetzt auch warum und bin über die eigene Naivität geschockt.
Eine Zukunft mit AF war nie angedacht, auch nicht von AF. Eine Trennung von meiner Familie nie ein Thema und auch nicht ansatzweise eine Option, für keine der beiden Seiten. Ebensowenig ein körperlicher Kontakt oder ein heimliches Treffen, ebenso keine Telefonate etc. Grenzen waren also klar, was es natürlich kein Stück besser macht. Das warum erspare ich euch, dazu gibt es ja 200 threads hier.
Ich habe auf Nachfrage das dann EF gesagt. KS, klar. Jetzt kommt bei euch sicher die Frage, die ich hier auch immer gelesen habe: was willst du vom Forum?
Ich frage mich schlicht, ob es unter diesen (so unglaublich verletzenden und schwierigen Umständen für EF) möglich ist, wieder etwas zu reparieren. Gar nicht mal um das Vertrauen, was unweigerlich verloren ist, sondern um die schlechte Ausgangslage: wenn es vorher schon so schwierig war, wie klappt es dann jetzt. Man hat sich bereits entfremdet und es wäre auch ohne diesen Umstand schon schwer, das zu retten, vermute ich.
Ich lese hier teilweise auch, dass auf einmal wieder ganz viel Nähe trotz des Schmerzes da ist, ich bin aber eher erschrocken von mir selbst und kann das nicht feststellen. Ich glaube auch, dass sie etwas besseres verdient hat und neige schon alleine deshalb zur Trennung. Ich denke, sie würde schnell echtes! Glück finden. Warum sollte ich daher dafür kämpfen, das Kaputte zu bewahren, wenn es doch egoistisch wäre.
Nun ist es doch länger geworden, als ich anfangs dachte. Danke für eure Zeit und fürs zuhören.