Zitat von Leonie85:Zitat von Nico2017:1) Nein. Das stimmt so nicht. Ich habe ihr sehr viel Raum gelassen, gerade auch, um auf ihre Bedürfnisse einzugehen, dass sie Dinge planen konnte, Treffen ausmachen konnte (Großteils mir ihrer Familie, weil Freundeskreis hat sie keinen). Sehr oft wurde dann aber einfach in den Tag gelebt und gar nichts unternommen. (Unter gar nichts unternehmen verstehe ich, den ganzen Sonntag auf der Couch zu liegen und mit dem Handy imaginäre Hühner zu füttern und Kühe zu melken --> 34 Jahre alt die Dame!). Wenn ich etwas für die Beziehung tun will, verhalte ich mich anders. Zeige Zuneigung, suche Nähe, überlege mir Aktivitäten, etc.
2) Das ist durchaus möglich. Das Vertrauen, dass ich eben nicht gleich wieder alles hinwerfe, habe ich kaputt gemacht. Aber es ist nicht so, dass wir, wenn Dinge nicht rund gelaufen sind, nicht über diese geredet haben. Da waren dann beide einsichtig, aber umgesetzt haben wir die Dinge nicht. Andererseits wurden Dinge, die wir positiv umsetzen konnten, nicht wahr genommen, sondern es wurde (von ihr) die ganze Beziehung, pauschal, negativ gesehen.
Meine persönliche Erfahrung aus dem Ganzen: Man kann in Beziehungen in Rollen schlüpfen, die absolut nicht dem Selbstbild entsprechen. Man wird da quasi reingedrängt und hängt man in dem Strudel fest, ist ein entkommen unmöglich bzw. der einzige Ausweg die Trennung.
Bei meinem Exfreund war ja wie gesagt, das Verhalten relativ identisch mit deinem (zumindest lese ich das so raus), obwohl er mit mir (damals Chaotin, Studenten halt, lockeres Leben...) als Person überhaupt nicht klar kam. Ständig meinte er müsse mir unter die Arme greifen und mich unterstützten. Ging sogar soweit, dass wir eine Woche nicht miteinander geredet haben, weil ich eine wichtige Prüfung nicht schreiben wollte, weil ich einfach zu wenig lernt habe, ging für ihn gaar nicht, eine Wanderung abbließ (auf die er sich ja so gefreut hatte), weil ich meine Schuhe nicht gefunden habe und halt Sneaker angezogen habe.
Sowas machte mich irre, konnte ihn täglich an die Wand klatschen mit seinem guten Willen und meinem Empfinden von Erziehung! Drama pur und natürlich auch anschließende Leidenschaft. Ein Teufelskreis eben! Und ja, davor habe ich ständig geplant, organisiert...mit Freunden halt...ist mir bei ihm völlig vergangen, ich lehnte mich zurück und wartete darauf, was als nächstes auf seinem Plan stand.
Zusammenfassend war das für uns beide die intensivste aber auch selbstzerstörerischte Beziehung, die wir je hatten und wohl auch haben werden. Wir haben immer noch oder besser gesagt jetzt wieder guten Kontakt, denken gerne an die Zeit zurück, aber die jeweils darauffolgende Beziehung bestätigte, dass wir wirklich nicht zusammen passten.
Nein, da sehe ich jetzt überhaupt keine Parallelen.
Ich war auch nicht derjenige, der ALLES geplant hat. Ich habe halt Vorschläge gemacht, was wir an den Wochenenden tun könnten, damit wir nicht nur daheim herum sitzen. Und erziehen wollte ich sie schon gar nicht! Wenn mein Partner aber verzweifelt ist, dass er nicht mehr weiß, wie er die Miete oder die letzte Mahnung zahlen soll, dann helfe ich ihm. Wenn ich mir einen Urlaub wünsche und mein Partner nur einen bestimmten Betrag beisteuern kann, bezahle ich den Rest.
Hier ein Beispiel, das eigentlich das Hauptproblem oder den größten Konfliktherd ganz gut beschreibt:
Einer meiner besten Freunde feiert seinen Geburtstag jedes Jahr im Rahmen eines Schiwochenendes mit 2 Übernachtungen. Gemischte Gesellschaft, Männer, Frauen, Kinder, Paare, Singles....Schifahrer, Nicht-Schifahrer.
Für meine Ex hielt sich der Reiz in Grenzen. Kann nicht Schifahren, war auch nicht sonderlich neugierig auf diese Leute, etc.
Mein Vorschlag war, wir fahren die 1. Nacht in ein nahe gelegenes Wellnesshotel......hatten dort eine wunderschöne Zeit, mit allem, was dazu gehört (davon hat sie bis zum Schluss selbst noch geschwärmt!).....romantisch, lustig, erholsam, wunderschöne Zweisamkeit!
Am nächsten Tag sind wir dann zu den Freunden ins Appartement gefahren.
Wie sie gesehen hat, dass wir das Appartement mit einem (uns beiden gut bekannten) Freund und dessen Tochter teilen müssen (was sie vorher wusste!), das aber so ausgesehen hat, dass jeder ein eigenes Schlafzimmer hatte, dazwischen waren Wohnraum, Küche und WC und Bad. Also genügend Privatsphäre, auch wenn es nur für 1 Nacht sein sollte.
Sie hat sich allerdings so sehr daran gestört, das Badezimmer mit den 2 teilen zu müssen, dass sie das gesamte, restliche Wochenende nur mies drauf war, nur in Streitlaune war, alleine am Zimmer gesessen ist, und somit auch mir den Spass verdorben hatte und das ganze Wochenende ruiniert hat.
Und ich hab die Welt nicht verstanden. Bin ihr entgegen gekommen (natürlich wäre ich auch gerne, wie alle anderen, 2 Nächte dort geblieben), hab mit ihr einen wunderschönen Tag im Wellnesshotel verbracht und am nächsten Tag dreht sich die Situation um 180 Grad! (Und nein, ich hab darauf hin nicht Schluss gemacht

)