Morgenstern
Mitglied
- Beiträge:
- 78
- Themen:
- 2
- Danke erhalten:
- 23
- Mitglied seit:
ich drück nicht nur den Danke-Button, sondern sage auch so danke...
Du hast mit so ziemlich allem Recht was da steht, außer damit, dass ich die Hoffnung/Wunsch habe, dass sie zu mir zurückkommt... Ich vermisse sie so sehr dass es mir jeden Tag schrecklich weh tut, aber ich will nicht dass sie zurückkommt, weil ich weiß dass SIE das im Grunde ihres Herzens nicht will... Ich liebe sie so sehr dass ich will dass sie glücklich ist, und wenn sie das mit mir nicht ist, bin ich die Letzte die sie auf ihrem Weg aufhalten wird. Sie weiß nicht wie sehr ich jetzt leide, also sie weiß natürlich dass ich leide, aber dass mir der Verlust meines Lebens weniger Kummer bereiten würde als der Verlust ihrer Liebe, dieses Ausmaß an Schmerz, das lasse ich sie nicht spüren. Wenn ich mit ihr telefoniere bin ich ruhig und gefasst, wenn ich merke dass ich anfange zu weinen, entschuldige ich mich und sage wir sprechen ein ander Mal über alles Weitere. Und bezüglich einem Warum-Telefonat, solches gab es nur einmal, und sie sagte mir "sie weiß nicht warum sie weint, die Entscheidung ist für sie die Richtige, sie steht dahinter". Seitdem habe ich es nie mehr angesprochen.
Das was du sagst über Demut und dass man nicht eine Garantie bekommt "Auf das Beste" ist für mich wie ein Eimer kaltes Wasser ins Gesicht... Vor allem nachdem ich das für mich Beste bereits hatte und nie damit gerechnet habe, es jemals zu verlieren... Ich drehe mich im Kreis wenn ich drüber nachdenke... Es ist zum wahnsinnig werden...
Durch das was du sagst, weil du selbst einmal verlassen hast, kann ich sie etwas besser verstehen in ihrem Weinen, aber es ist schwer es so zu sehen, denn es fällt schwer zu verstehen warum man etwas verlässt, wenn es einen so traurig macht es zu verlassen...
Vielleicht kann ich es mit der Flucht aus meinem Heimatland vergleichen...
Ich liebe Kolumbien, es wird immer meine Heimat sein, nirgendwo werde ich mich so "dazugehörig" fühlen, wie zu diesem Boden, dieser Erde... Aber es ist nicht sicher dort für mich, mein Leben läuft dort Gefahr... Und auch wenn andere dort leben, war es gesünder für mich zu flüchten... Vor dem Krieg. Und jetzt lebe ich in Deutschland ein angenehmes, sicheres Leben in dem ich sein kann wer ich bin (gleichgeschlechtlich). Aber ein Teil meines Herzens wird immer zu hause bleiben und ich werde im Grunde auch immer Kolumbianerin bleiben... Und trotzdem ist das hier jetzt mein Leben... Weil alles andere für mich nur schädlich wäre...
Aber weißt Du, wenn ich dann drüber nachdenke dass ich ihr Kolumbien bin, reißt mir das mein Herz in Stücke, denn ich wollte nie "Krieg" gegen sie führen, ich wollte ihr Paradies sein, so wie sie meines war.
Und weißt du, ob da draußen irgendwer sich nach jemandem wie mir sehnt, ist mir im Moment so gleichgültig, denn ich sehne mich nach niemand anderem... Die letzten Tage lief es so gut, und heute fühle ich mich um ca. 10 Tage zurückversetzt, so viel Schmerz, ich weiß nicht wohin damit...
Das Krasse ist, dass sie mir am Anfang, als sie anfing sich durch die Ausbildung zu verändern und ich ihr das gesagt habe, angeboten hat um unserer Beziehung willen die Ausbildung abzubrechen... Um UNS als Paar, unsere Liebe zu retten. ICH war diejenige die ihr gesagt hat, wenn unsere Liebe sein soll, schaffen wir das, ich werde Dich mit Sicherheit nicht von Deinem Weg abbringen.
Wahrscheinlich wären wir noch zusammen wenn ich zugestimmt hätte. Wahrscheinlich würde sie mich aber irgendwann dafür verachten dass sie meinetwegen ihre Träume aufgegeben hat. Und damit könnte ich niemals leben. Sie hätte immer etwas in der Hand gegen mich "Wegen Dir habe ich das und das nicht getan"... Und vielleicht würde sie in 20 Jahren verbittert zurückblicken, auf ihre verpassten Chancen...
Das könnte ich mir nicht verzeihen. Und würde, selbst mit meinem Wissen jetzt, selbst mit diesem unendlichen Schmerz, die selbe Entscheidung wieder treffen... Ihr zuLIEBE.
Ich glaube ich LIEBE diese Frau WIRKLICH. So sehr dass ich sie lieber frei und unbefangen ohne mich weiß, als in einem (innerlichen) goldenen Käfig an meiner Seite... Dass ich jemanden so lieben kann, darauf war ich immer stolz, jetzt fühlt es sich für mich an wie eine Münze die schon lang keine Währung mehr ist.
Ich habe einfach nur Angst vor meinem eigenen Schmerz, davor ihn nicht zu bewältigen. Ich habe Angst vor der Lücke die sie in meinem Leben hinterlassen hat; davor, hineinzustürzen und nie wieder rauszufinden.
Und was meine Mutter betrifft, Wolfsherz, sie würde daran zerbrechen wenn sie mich verlieren würde... Und dieses Wissen war und ist in den Momenten in denen ich suizidale Gedanken habe, das einzige was mich jedes Mal über die Panik und diese Gedanken hinwegträgt, bis ich wieder ruhig atmen kann, und nicht mehr dran denke...
"Das Leben ist und bleibt ein Fluss".
Das stimmt.
Was hätte ich gegeben in diesem Fluss des Lebens bis zu meinen letzten alten grauen Tagen mit ihr schwimmen zu können.
Es muss weitergehen, es geht weiter, mit mir oder ohne mich.
Dann kann es das genauso gut mit mir.
Ich danke dir nochmal, Wolfsherz.
Morgenstern.
