Shedia_
Gast
Dabei habe ich eigentlich genug anderes, worüber ich nachdenken könnte. Am Montag habe ich eine Biopsie, bei der ein Knoten in der Brust untersucht werden muss. Eine Ultraschalluntersuchung bei meiner Gynäkologin brachte leider keine Entwarnung. Und mein Mann hat gerade einen Krankheitsschub, was uns beiden große Sorgen macht.
An meinem letzten Arbeitstag vor dem Feiertag traf ich aber meine ehemalige Chefin im Bus, bei der sich damals die Affäre ereignete. Bisher habe ich, wenn ich sie sah, immer nur nett gegrüßt und bin dann abgetaucht. Im Bus konnte ich ihr aber nicht ausweichen und so erzählte sie mir, dass zur Zeit händeringend nach einer Pflegekraft gesucht werde, man mir gute Konditionen einräumen könnte und mein damaliger AM ja nun auch bald in Rente sei. Sie sehe also keinen Grund mehr, warum ich nicht zurück kommen würde. Ich muss ehrlich sagen, zuerst habe ich mich gefreut. Ich habe mich damals in diesem Haus sehr wohl gefühlt und es war unter all den Stellen, die ich danach hatte mit Abstand die beste. Aber natürlich verbietet sich eine Rückkehr auch weiterhin und auch nachdem der AM nicht mehr da ist. Es würde einfach zu viele unangenehme Erinnerungen triggern, sowohl bei meinem Mann, als auch bei mir. Und diese Erkenntnis, dass ich nie wieder zurück kann und dass ich durch diesen blöden Fehler damals sehr viel gutes aufgegeben habe, macht mich seit ein paar Tagen sehr traurig.
Dann hatte ich ein Treffen mit einer Freundin, die parallel zu mir auch erhebliche Probleme in ihrer Ehe hatte. Wir haben uns in dieser Zeit immer gerne gegenseitig zugehört und aufgerichtet. So hatte jede von uns einen Ort, wo sie sich mal richtig ausheulen konnte. Unsere Wege verliefen aber unterschiedlich. Ich bin ja zurück in die Ehe und habe gemeinsam mit meinem Mann sehr darum gekämpft. Das war nicht immer leicht und ist es auch heute noch nicht. Sie dagegen hat sich getrennt, bzw. ihr Mann verließ sie. Das kam aber nicht von ungefähr denn beide hatten über Jahre immer wieder Affären, die sie nicht etwa beichteten und folgerichtig eine offene Ehe vereinbarten. Bei der letzten Affäre ihres Mannes entstand dann wohl echte Verliebtheit und er zog dann die Konsequenzen und trennte sich. Es wurde zwar keine Beziehung zu seiner AF daraus aber er ist inzwischen mit einer ganz anderen Frau wieder verheiratet. Auch sie hatte in dieser Zeit eine Außenbeziehung, die sie dann intensivierte.
Parallel datete sie aber andere Männer, da ihr AM selbst vergeben und nicht für eine ernsthafte Beziehung mit ihr bereit war. Dabei erlebte sie einige Schiffbrüche, fand aber letztlich ihren heutigen Partner, mit dem sie jetzt seit 3 Jahren zusammen ist. Ich dachte immer, dass damit dieses Kapitel für sie abgehakt sei, sie offenbarte mir aber, ihren Exmann immer noch zu vermissen. Und sie formulierte dies sehr unglücklich, so dass ich den Eindruck gewann, sie sei auf mich neidisch, weil ich gemeinsam mit meinem Mann unsere Ehe erhalten konnte. Das fand ich unfassbar und es machte mich sehr wütend. Scheinbar hat sie nicht begriffen, was uns das gekostet hat. Und während sie mit ihrem neuen Lover munter durch die Weltgeschichte jettet und einen Urlaub nach dem anderen macht, sind mein Mann und ich froh, unseren Alltag noch halbwegs geregelt zu bekommen. Wie bitteschön, kann man darauf neidisch sein?
Ich verstehe das nicht und frage mich, was in dieser Frau vorgeht. Habt ihr dazu eine Erklärung? Kann man wirklich sich im Nachhinein die Dinge so schön reden und sich als Opfer sehen, nur weil man verlassen wurde. Und das obwohl man selbst einiges dazu beigetragen hat? Sie war es doch, die nicht bereit war, um ihre Ehe zu kämpfen, sondern hat sich stattdessen dem ersten besten Mann an den Hals geworfen, der nicht bei 3 auf dem Baum war.
Ich bin immer noch wütend. Erstmal will ich sie nicht wiedersehen. Das ist ja auch keine Frage, denn in den nächsten Wochen und Monaten habe ich andere Prioritäten.
Euch ein schönes Wochenende!
Eure heute mal wieder fassungslose Shedia