So, ich habe es gestern nicht geschafft nach der Arbeit mein Leiden nieder zu schreiben. Es ging mir so unfassbar schlecht, ihr kennt das. Zum Glück hat mich eine Freundin aufgefangen und nun geht es so einigermaßen.
Nun zu meiner Geschichte.
Ich lernte sie im Nachtleben bei der Arbeit kennen. Sie kam auf mich zu und sagte, ob ich wüßte wie toll ich wäre und das sie fasziniert von mir wäre. Ich war baff und sagte spontan:" Darf ich dich küssen?" Wir küssten uns, dann mußte ich weiter arbeiten, wir verloren uns aus den Augen. Ich machte mir keine Gedanken darüber. Es war zwar eine außergewöhnliche Situation, aber nichts was mich jetzt unruhig schlafen ließ.
Sie kam öfters, dorthin, wo ich während meines Studiums arbeitete. Wir lernten uns kennen. Wir waren beide in Beziehungen und unterhielten uns auch darüber. Irgendwann kam es wie es kommen mußte. Wir hatten mit unseren jeweiligen Partnern Schluß. Trafen uns weiterhin, entwickelten Gefühle, sprachen ganz sachlich und logisch darüber, welche Fehler man in einer Beziehung möglichst nicht tätigen sollte, was der eine mag und was nicht. Also eine Checkliste, damit man sich vermeintlich sicher fühlt, weil man spielt ja mit offenen Karten. Ich war bereit mich darauf einzulassen. Bei unserem nächsten Treffen, rief sie eine Stunde vorher an und wollte das Treffen absagen. Sie war dabei distanziert und sehr kühl. Ich habe die Welt nicht mehr verstanden. Mir war klar, das das ein Rückzug ist und das das nichts mit mir sondern mit ihrer Vergangenheit zu tun hat. Ich schilderte ihr das auch so und sagte, wenn sie an diesem Verhalten etwas ändern will, dann sollte sie über ihren Schatten springen und sich mit mir treffen. Sie willigte ein . Beim Treffen saß sie mir eiskalt gegenüber. Völlig dicht gemacht. Ich kenne so ein Verhalten. Ich bin Pädagoge und habe mit solchen Verhaltensmustern auch auf meiner Arbeit zu tun. Also redete ich ihr gut zu und gab ihr logische und sachliche Ratschläge. Sie taute wieder auf und es lief wieder.
Ich konnte dieses Geschehniss denoch nicht vergessen und irgendwas tief in mir sagte: "Lass es" , aber ich hörte nicht drauf. Die Liebe. Das Helfersyndrom. Ich dachte, ich kann das richten, was sich in ihren 30Jahren auf diesem Planeten eingefressen hatte. Ein Trugschluß.
Der Anfang war dennoch schön und voller Liebe. Nach und nach kristallisierten sich aber immer mehr Dinge heraus, die ich seltsam fand. Sie hat z.B. keine Freunde, scheut Menschenkontakte, ist sehr schnell wieder in ihrem Schneckenhaus, ist agressiv, wenn ich ihr helfen will und dann kommt immer: "Das brauchst jawohl eher du." Du solltest dir Hilfe suchen". Ich war jedesmal Baff.
Jedesmal, wenn ich ihr helfen wollte, ihre Vergangenheit zu bearbeiten, machte sie dicht und drehte die ganze Thematik auf mich. Sie ist Russin. Die Familienbande von Russen ist sehr stark und so steht auch sie unter der Fuchtel ihrer Mutter. Ich konnte ihre Mutter richtig aus ihr raushören, obwohl ich sie nie kennengelernt habe. Die Eltern sind der Meinung, dass nur ein Russe, ihre Tochter zu heiraten hat. Soviel dazu.
Die Zeit ging dahin, es wurde nicht besser. Sie wurde zunehmend eifersüchtiger, checkte sogar meine SMS und meine Nachrichten. Ich war echt geschockt, als ich das sah. Sie tat das einfacch in meinem Beisein an meinem Rechner. Ganz trocken und als wäre das das normalste von der Welt.
Sie zog sich mehr zurück, war immer schlecht gelaunt von der Arbeit, von den Kollegen, von Allem und ich konnte nichts gagegen zun, obwohl ich alles versucht habe. Ich machte ihr jeden Tag Frühstück, kochte jeden Abend für sie, machte den Haushalt, ging einkaufen, verpflegte die Tiere und das neben einer 60StundenArbeitsWoche. Ich redete ihr immer gut zu, wollte ihr helfen, aber sie nahm es nicht an. Sie wurde immer seltsamer. Auf der einen Seite, fragte sie mich öfter, wann ich ihr den endlich einen Heiratsantrag machen würde und auf der anderen Seite, das sie keinen Sex mehr von mir wolle, den letzten den ich hatte, auch nur ihrer Güte zuzuschreiben wäre, den Sex dürfe ich mir in Zukunft auch woanders holen, solange ich mich nicht verliebe.
Ich verstand die Welt nicht mehr. Wie um Gottes Willen kann man sowas denken? Was geht in solch einem Menschen vor? Sie sagte auch oft, dass ich keine Verantortung für uns und unsere Zukunft übernehmen würde und dass ich ihr nicht erwachsen genug sei. Ich riss mir aber wirklich den Ar. auf, habe eine gute Arbeitsstelle, verdiene gutes Geld, habe eine nettes soziales Umfeld und übernehme aktiv Verantwortung und Empathie gegenüber meinem Umfeld. Verrückt. Sie wollte nie einen meiner Freunde kennenlernen und dann fing sie auch noch an, alle meine Freunde schlecht zumachen, klagte an warum ich gerade heute den und den besuchen wolle....wir wohnten mittlerweile zusammen, sahen uns also sehr viel, daher verstand ich auch das nicht.
Im großen wie im kleinen kümmerte ich mich sehr um sie, achtetete auf die Details und Nuancen in ihrem Verhalten, war immer aktiv da und trotzdem knallte sie mir einen Klopper nach dem nächsten vor den Kopf.
Irgendwann konnte ich nicht mehr und wollte die Trennung. Sie willigte ein, ich schlief 3 Wochen auf der Couch. Sie fand eine Wohnung, wir versöhnten uns wieder und dachten, das es vielleicht gar keine schlechte Idee ist, dass jeder seinen Freiraum hat bezüglich der Wohnungen. Ich half ihr bei der Renovierung, wo ich nur konnte, aber auch ich habe meine Grenzen. Ich war irgendwann aufgerieben, zwischen der Arbeit, der Renovierung und der Rückkehr ihrer alten Verhaltensmuster.
Das Fass zum überlaufen brachte, als ich sie bat, mir einen Tag freizugeben. Ich hatte glaub ich sieben Tage hintereinander jeweils 14 Stunden gearbreitet und war auf. Sie willigte ein. Als sie vom renovieren wieder kam, mußte sich mich verletzen. Sie sagte, ihr Vater wäre nicht sehr begeistert von mir, dass ich nicht mithelfen würde, die Wohnung zu renovieren und das das ja dann auch nicht der richtige Schwiegersohn sein könne. Sie hatte mich nicht verteidigt, sie hatte nicht die Umstände geschildert, in denen ich mich befand. Sie hat es anklagend rübergebracht. Ich platzte. Ich schrie sie an, Ich sagte ihr: "Ich habe mich vergessen für Dich. Ich habe noch nie so viel für einen Menschen getan. Ich bin an meine Grenzen gegangen, aber alles was du tust, ist mich zu verletzen"
Ich sagte ihr sie solle ausziehen, ich könne nicht mehr. Sie fing an zu weinen und meinte, das könne ich nicht bringen, warum ich sie jetzt nicht in den Arm nehme, ich würde doch sehen, dass es ihr schlecht, ginge, sie würde zweimal vergewaltigt.............
Drei Tage später, saß ich gegen Abend in meiner leergeräumten Wohnung, betrunken, leer und kaputt. Ich war zu einem Freund geflüchtet. Ich konnte mir den Spekatel des Auszuges nicht geben. Sie hatte noch nicht mal aufgeräumt. Überall lagen Müllsäcke und anderes Zeugs. Das sind so Momente, wo man echt gar nichts mehr denkt........
Gut, dann das übliche. Alles gelöscht, weggeschmissen, was mich an sie erinnern könnte. Die nächsten 3 Monate waren die Hölle. Muss ich euch nicht erzählen. Ich reflektierte alles fleißig mit Freunden, Kollegen und auch Therapeuten und alle sind sich einig, dass ich alles richtig gemacht habe und das es an der Frau liegt. Ganz klar. Trotzdem habe ich die Frau 5 Jahre geliebt. Wir hatten wundervolle Momente. Das geht nicht so von heute weg. Mittlerweile weiss ich, das die Leere die in mir ist, nicht das Verlangen ist, sie wieder zurückhaben zu wollen, sondern ganz einfach der Verarbeitungsprozess. Das Loch wird sich aber wieder füllen, das weiß ich und das tut es auch.
Ich schrieb ihr einen kurzen Brief um meinen Frieden mit ihr zu machen. Ich schrieb ihr, das es nicht sein hätte sollen, das die Zeit mit ihr wunderschön war und das ich ihr alles gute für ihr zukünftiges Leben wünsche. Es kam nur ein pampiges:"Das wünsche ich dir auch" zurück und das wars. 3Monate Kontaktsperre. Nichts kam von mir aus. Dann rief sie an. Ob Post für sie da sei. Nein, nach 3 Monaten bestimmt nicht mehr! Ich nahm es als Anlass, um mich selber spontan zu therapieren und fragte sie wie es ihr ging, darauf kam die Antwort: "Mir gehts gut, Ich liebe dich nicht mehr. Ich habe mit zwei Typen geschlafen, jetzt wollen die was von mir, dabei will ich doch nur alleine sein. Ich bin andauernd krank geschrieben und der Arzt sagt, das liege daran, das ich die letzte Beziehung nicht aufgearbeitet habe, da wäre auch noch mehr und sie sollte eine Therapie machen. Ach was! Ich dankte ihr und sagte ihr, dass ich es super finde, dass sie mir noch mal aktiv vor Augen führt, warum ich nicht mehr mit ihr zusammen sein kann. Ich legte auf.
Der Blues überrollte mich und da wären wir wieder bei gestern Abend. Ich war so unfassbar fertig von diesem Psychoschauspiel, dass ich nicht mehr klarkam. Was ist das bloss für ein Mensch? Ich traf mich mit einer Freundin und wir redeten stundenlang. Danach gings mir auch wieder besser.
Fazit: Ich liebe sie nicht mehr. Ich will sie auch nicht zurück. Zeit heilt alle Wunden. Das ist wirklich so. Nichts hilft. Augen zu und durch, so krass es auch sein mag.
Ich fand den Vergleich mit dem Spiegel ganz gut, den ich hier gelsen habe. Das man sich in einem kaputten Spiegel, nie wieder so sieht wie zuvor (in einer Beziehung). Ach und könnte mir einer diesen tollen 4Zeiler mit dem kleinen Mann mit der Krone posten? Danke! Den fand ich super.
Also, mir gehts beschissen, ich kann und will nichts mehr von der Frau. Sie tut mir nicht gut! Ich schaffe das! Der Schmerz ist die Hölle auf Erden. Aber ich schaffe das. Ich sehe gut aus, Ich bin selbstbewußt. Ich habe wahnsinnig tolle Freunde, Ich bin gesund. Ich bin gesegnet. Ich mache bald eine Therapie.....und trotzdem leide ich so unfassbar. Das könnt nur ihr euch vorstellen.
So, das wars. Danke, das ich mir das alles mal von der Seele schreiben durfte. Habe ich noch nie gemacht sowas, aber zur Zeit nutze ich wirklich jede Möglichkeit um das zu verabreiten. Wenn jemand sich dazu äußern möchte, würde ich mich sehr freuen. Danke!