Zitat von 11maus:Die bedingungslose Liebe kennt jeder von uns und jeder Mensch hat sie auch schon einmal im Leben kennenlernen dürfen. Und zwar in Mamas Bauch.
Da unser Gehirn zu dem Zeitpunkt so ziemlich gar nicht ausgeprägt ist, wird es schwer sich daran wahrlich zu erinnern. Die Theorien dazu sind auch höchst umstritten.
Zitat:Daher suchen wir oft verzweifelt nach ihr mit der Hoffnung es wieder zu bekommen.
Das ist eine These deinerseits, kein bewiesener Fakt.
Zitat:Eine weitere Form der bedingungslosen liebe wäre eine gesunde Mutter Kind Beziehung, d.h. wenn das Kind auf der Welt ist und anfängt seine Welt zu erkunden, das Kind auf Grund der Sicherung Bindung weiss, das er jederzeit wieder zu seiner Mutter gehen kann und von ihr bedingungslos geliebt wird, egal was das Kind gemacht hat.
Das funktioniert aber in der realen Welt nicht. Es ist auch nicht sinnvoll bedingungslos geliebt zu werden, denn ansonsten öffnest Du Mord und Totschlag Tür und Tor. Womit Du allerdings Recht hast, ist der Bestrafungskontext. DER müsste abgeschafft werden, d.h. im Klartext, anstatt das Kind, dass die Punica Flasche auf dem Boden verteilt hat, anzubrüllen oder ihm gar eine zu scheuern, sollte man stattdessen zeigen, wie man es wieder wegmacht und so den Fehler ausbügeln. Das wird bei vielen immer noch viel zu wenig gemacht. Ich sehe das tagtäglich.
Zitat:Das ist die ideale Form der bindungslosen liebe.
Nach Deinem Gusto und auch nur zwischen Mutter und Kind. Diesen Punkt kannst Du kaum zwischen zwei Unbekannten herstellen, nicht mal wenn sie sich kennen lernen, weil die Bindung nie dieselbe sein wird.
Zitat:Ich gehe aber davon aus, was ich hier im Forum schon gelesen habe, das der überwiegende Teil der Mitglieder keine ausreichende ssichere bind gehabt haben, ich schliesse mich da nicht aus.
Die Frage ist, ob dieses "Sicherheits-Denken" überhaupt so sinnvoll ist. Bewahrpädagogik oder Sicherheitspädagogik ist eigentlich nicht zielführend, Friedenspädagogik hingegen schon.
Zitat:Darüber hinaus, denke ich, das unverbindlicher S. eine Art überkompensation von frustrierten Grundbedürfnis ist, um eine mögliche konsistens der grundbedürfnisse wiederherzustellen.
Das ist zu esotherisch angehaucht und entspricht nicht dem Naturell. Der Akt per se versetzt den Körper nämlich eigentlich eher in Stress, übersteigert Blut und gerne auch diverse Organe, irritiert sogar teilweise das Gehirn. Hätte die Natur es nicht so unfassbar lustvoll gemacht, hätten wir alle überhaupt gar keinen Sex. Das Größte was Du mit einem Menschen teilen kannst, den Du nicht kennst, ist nunmal der Orga.. Mehr Emotion geht in dem Moment nicht. Und eben dieser ist es auch, der Menschen seit Jahrtausenden fasziniert, weil er körperlich (nicht seelisch) gesehen erstmal alles andere aussticht, wenn er denn richtig durchkommt und intensiv ist. Gehen wir mal von Grundbedürfnissen wie Schutz, Bindung, Kontrolle aus, dann würde ich bedingt zustimmen, dennoch gibt es da immer das Grundbedürfnis "Lust"... und in der liegt der Kern. Du siehst es viel zu verbissen. Unverbindlichen Sex zu haben, muss nicht zwangsläufig eine Verschleierung anderer Probleme sein, es kann auch einfach das Grundbedürfnis Lust sein, das sich meldet. Und warum muss das verboten werden? Weil das mal irgendwer gesagt hat? Und wenn ja: Wer? Wenn zwei Menschen Bock aufeinander haben... dann verdammt nochmal... lass sie machen. Wo ist das Problem? Und da liegt Dein Denkfehler, denn Du glaubst: Bei mindestens einem der beiden herrscht ein Problem vor. Aber vllt. ist es für beide in der entsprechenden Lebensphase genau das Richtige.
Zitat:Da das wie oben schon erwähnt, überkompensierendes verhalten ist, wird es einen langfristig nicht nicht glücklich oder zufrieden machen. Kurzfristig kann man sich einreden dass das toll sei, aber irgendwann wird sich wieder das Grundbedürfnis nach Bindung melden.
Du begehst den Denkfehler, dass das Grundbedürfnis "Bindung" mit dem Grundbedürfnis "Lust" gekoppelt sei. Dem ist nicht so. Ansonsten hätten wir all die Probleme weltweit gar nicht. Man muss eben beide Grundbedürfnisse in einer Beziehung gleichermaßen handlen können und das fällt so vielen unfassbar schwer. Ein Mensch, der als Single glücklich ist, wäre nach Deiner Definition nämlich "krank" oder "falsch" oder "macht sich was vor"... das stimmt aber so nicht. "Bindung" kann auch schon durch einen guten Freundeskreis genügend erfüllt werden, dazu braucht es keinen festen Partner. Braucht es in der Natur ja auch nicht.