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Mit erwachsenen Kindern über Probleme sprechen?

B
Zitat von justawoman:
Warum? Wie definierst du bffs

Best Friends forever.
Wie der Name schon sagt. Freunde. Quasi der beste Freund.

Zitat von justawoman:
Ich möchte gerne beides sein, eine Mutter und eine gute Beziehung zu meinem Sohn haben

?
Mutter sein und eine gute Beziehung zum Kind haben schließt sich doch nicht aus.
Ich als Vater bin doch auch nicht der beste Freund meines Sohnes.
Trotzdem sind wir eng und mit der Tochter gehe ich regelmäßig Motorrad fahren.
wir sind auch sonst super eng, aber Freundschaft ist die Beziehung nicht.
natürlich gibt es auch freundschaftliche Komponenten.
Es ist genau wie mit meiner Frau.
Klar sind wir auch freundschaftlich verbandelt, wir sind Eltern, ein gutes Team, können gut miteinander schaffen gut miteinander sprechen, teilen Hobbies
Darüber hinaus sind wir auch noch ein Liebespaar.

Zitat von justawoman:
Ein Partner ist für mich auch nicht mein seelischer Mülleimer...

Krass ausgedrückt, aber bei wem sonst soll ich meinen Kummet abwerfen?
Auch das ist Teil unserer Beziehung.
Auch wenn es mir länger schlecht geht.

Zitat von justawoman:
Problematisch wird es, wenn es einem länger schlecht geht. Das verstecke ich durchaus, nicht nur vor meiner Familie, auch vor meinen Freunden, weil ich niemanden überlasten will.

Das ehrt dich einerseits. Andererseits bin ich für meine Freunde da. Auch wenn der Kummer länger anhält.
Erst wenn ich mich selbst überlastet fühle sage ich dass es mir Zuviel wird.
Und so würde ich es erwarten: mir meine Freunde sagen wenn es Zuviel ist.

Zitat von justawoman:
Das ist ein schönes Bild. Wobei die Beziehung zwischen Eltern und Kindern anfangs schon eine Einbahnstraße ist und am Ende vielleicht auch wieder...aber dazwischen muss sie es nicht sein.

Ich weiß nicht so, das sehe ich komplett anders:
Beziehung ist doch nicht ausschließlich Interaktion. Ein neugeborenes identifiziert sich mit der Mama, das ist lebensnotwendig! wenn es zum Kleinkind wird, lernt es mit anderen zu interagieren und die Beziehung ändert sich. Und natürlich passen wir auf unsere Brut auf und sorgen mehr oder weniger dafür, dass sie überlebt. Und je größer die Kids werden desto mehr Freiheit gibt man im Idealfall bis sie alleine zurecht kommen.
Hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht wieviel macht du über deine Kinder behältst?
Ich würde behaupten, dass Eltern ihren Kindern wirklich schwer schaden können. Durch Abwertung, Gleichgültigkeit. Das bleibt und ist immer ein unterschied zu einem Freund
Wird man dement kehrt sich die Fürsorge um. Aber das ändert doch nicht die Intensität der Beziehung

x 3 #31


J
Zitat von BernhardQXY:
Best Friends forever.
Wie der Name schon sagt. Freunde. Quasi der beste Freund.

Das hab ich verstanden 😉 . Mich interessierte nur, worin genau du die Unterschiede zu einer guten Eltern-Kind-Beziehung (als Erwachsene) siehst. Ich persönlich würde S.uelles vermutlich größtenteils aussparen, darüber rede ich z.B. aber auch mit Freund*innen eher wenig und würde auch nicht mit allen darüber sprechen.

Zitat von BernhardQXY:
Mutter sein und eine gute Beziehung zum Kind haben schließt sich doch nicht aus.

Eben. Deshalb meine Frage, wieso du denkst, dass Eltern nicht (auch) die Freunde ihrer Kinder sein können. Ich kenne nämlich tatsächlich einige (erwachsene) Kinder, die das von ihren Eltern bzw. Müttern sagen.

Zitat von BernhardQXY:
Krass ausgedrückt, aber bei wem sonst soll ich meinen Kummet abwerfen?

Grundsätzlich stimme ich dir da zu, aber Freunde sollten mMn genauso wenig Adressaten für ewiges Gejammer sein wie Kinder. Zumal Gejammer wenig hilft. Bei echten psychischen Problemen sind Freunde krass überfordert und dann sollte man sich anderweitig Hilfe suchen, finde ich.

Zitat von BernhardQXY:
Andererseits bin ich für meine Freunde da. Auch wenn der Kummer länger anhält.
Erst wenn ich mich selbst überlastet fühle sage ich dass es mir Zuviel wird.
Und so würde ich es erwarten: mir meine Freunde sagen wenn es Zuviel ist.

Das kann nicht jede*r.

Zitat von BernhardQXY:
Ich würde behaupten, dass Eltern ihren Kindern wirklich schwer schaden können. Durch Abwertung, Gleichgültigkeit. Das bleibt und ist immer ein unterschied zu einem Freund

Ich glaube, jede intensive Beziehung hat das Potential zu schaden. Durch die Abhängigkeit im Kindesalter haben Eltern da eine besondere Verantwortung und können großen Schaden anrichten, ja. Aber meine Frage bezog sich ja explizit auf erwachsene Kinder.

x 2 #32


A


Mit erwachsenen Kindern über Probleme sprechen?

x 3


B
Zitat von justawoman:
Ich kenne nämlich tatsächlich einige (erwachsene) Kinder, die das von ihren Eltern bzw. Müttern sagen.

Dad mag sein, macht es für mich nicht weniger befremdlich.
Ich werde von meinen Kindern Papa genannt. Mein Vorname ist für sie tabu.
Mag eine Äußerlichkeit sein, aber das war mir immer wichtig. Es gibt auf der Welt sehr viele, die mich beim Vornamen nennen, aber nur 2, die Papa sagen.
Ich war immer der Meinung, es dürfen nur 2 mich Papa nennen.
Und nochmals auf die Macht der Eltern zurück zu kommen:
Ich behaupte dass die meisten Menschen nach Anerkennung durch die Eltern sich sehnen.
Passiert das nicht, ist diese Beziehung schwer belastet. Das kann kein Freund. Dem zeige ich wenn es hart auf hart kommt meinen Mittelfinger.
Meinem Kind niemals.

x 3 #33


HeavyDreamy
Zitat von Lukrethia:
Aber eines ist tabu: Probleme zwischen den Elternteilen sollten immer in der Paarebene gelöst werden.

Richtig, sehe ich auch so Lachendes Gesicht

x 2 #34


B
Zitat von justawoman:
Das kann nicht jede*r.

Tatsächlich sind es dann nicht meine Freunde. Maximal bekannte

x 1 #35


M
Zitat von BernhardQXY:
Es ist genau wie mit meiner Frau.

Es gibt so unterschiedliche Beziehungsdynamiken, jeder hat eine eigene Vorstellung davon und alle sind legitim. Mein Mann ist beispielsweise auch mein bester Freund und ich würde es auch gar nichts anders wollen. Während ich Freundinnen habe, die mit ihren Partnern nie auf dieser Ebene sprechen würden, sei es aus Scham, Unverständnis oder weil sie diese Art von Beziehung lieber mit guten Freunden ausleben wollen.

Ich kann dir nur raten, liebe TE, dass du trotzdem du selbst bleibst und nach deinem Gefühl entscheidest, was du mit deinem Sohn teilen magst und was nicht. Drehe es vielleicht mal um: Frage dich, was du von ihm gerne wissen wollen würdest als Mutter und teile dann dieselben Informationen auch von dir. Zum Beispiel, würdest du vermutlich wissen wollen, wenn es ihm nicht gut geht, wenn er krank ist, wenn er Probleme auf der Arbeit hat, Kummer in der Beziehung usw. Würde er dich dann nicht ins Vertrauen ziehen, wärst du vermutlich auch gekränkt.

Ob Eltern die besten Freunde ihrer Kinder sein können? Ich denke schon, aber meistens ist die Beziehung dann so gewachsen: Wenn man sehr jung Eltern wird beispielsweise, wenn es möglicherweise keinen zweiten Partner gibt oder wenn man selbst ein distanziertes Verhältnis zu seinen Eltern hatte und es bei seinen Kindern anders machen möchte. Ob diese Dynamiken gesund sind? Wahrscheinlich so wie andere.

x 2 #36


FrauDrachin
Zitat von justawoman:
kann/sollte/darf man mit seinen erwachsenen Kinder persönliche Dinge teilen? Ich denke hier z.B. an gesundheitliche Probleme oder Konflikte.

Ich halte es für eine Tatsache, dass Menschen das Bedürfnis haben, ihren liebsten beizustehen. Es macht uns sogar Freude und gibt uns Sinn im Leben, wenn wir das tun können.
Jemandem NICHT von meinen Problemen erzählen, oder allgemeiner von dem, was in mir vorgeht, gleicht einem Beziehungsabbruch. Oder dass ich dem anderen nicht zutraue, den Raum mit mir zu halten, wenn es unkomfortabel wird.
Deshalb ja, ich wäre absolut dafür, (erwachsene) Kinder in Elternprobleme einzuweihen. Auch kleinere Kinder haben ja das Recht, in groben Zügen über wichtige Dinge die bei den Erwachsenen vorgehen, bescheid zu wissen.

Zitat von justawoman:
Meine Mutter hat relativ bald nach der Trennung von meinem Vater (da war ich knapp 11) damit angefangen, alles, aber auch wirklich alles bei mir abzuladen.

Ich denke, das Schlüsselwort hier ist "abladen". Egal in welcher Beziehung man zu jemandem steht, wenn der andere seine Probleme bei einem ablädt, dann ist das immer schlecht.
Ich denke, der wichtige Unterschied ist, dass man klar signalisiert, dass man dem anderen keine übermäßige Verantwortung aufbürdet, und seine Probleme so gut es geht selber löst, bzw. klar ist, dass man selber für seine Probleme zuständig ist.

x 2 #37


B
Zitat von Manchmal_Hexe:
Mein Mann ist beispielsweise auch mein bester Freund und ich würde es auch gar nichts anders wollen

Ja,
Sagen wir so: vor unserer Krise hatte ich im Grunde keine Ahnung was Beziehung wirklich bedeutet. Bedeuten kann. Ich machte dann die Erfahrung, dass es durchaus naturtalente gibt, die die Grundsätze einfach so hinbekommen, die meisten doch relativ oberflächlich sind und davon wiederum viele erstaunlich gut Offenheit und Klarheit annehmen können.
Ich glaube daran, dass die Eltern Kind Beziehung einfach mehr Komponenten beinhaltet als bff, genau wie die Partnerschaft.
Ich versuche das über die drei griechischen Worte für Liebe zu differenzieren.

x 1 #38


B
Zitat von FrauDrachin:
Ich denke, der wichtige Unterschied ist, dass man klar signalisiert, dass man dem anderen keine übermäßige Verantwortung aufbürdet, und seine Probleme so gut es geht selber löst, bzw. klar ist, dass man selber für seine Probleme zuständig ist.

This, ein guter Aspekt.
Ich denke auch dass ein in sich ruhender Mensch im Grunde seine Probleme selbst lösen kann. Und es ist etwas anderes, den gegenüber sich zu zeigen oder nur jammert ohne dass es irgendwie weiter geht.

x 2 #39


Besserwisser60
Ich sehe es so: Meine Töchter (35 und 38 Jahre alt) sind nicht meine Freunde. Ich behandle sie mit Respekt und erwarte das auch mir ggü. Wir haben Kontakt, aber mit Abstand.

Eine Tochter wohnt knapp 400km von hier entfernt, die und die Enkel besuche ich 2-3Mal im Jahr, OHNE die Erwartungshaltung, dass sie mich besuchen muss.

Arbeitet Vollzeit HomeOffice/Auslandreisen, 2 Kinder.
Sie ruft selten an, eigentlich fast gar nicht. Das ist in Ordnung, wenn ich mal Bedarf habe sie zu sprechen, rufe ich sie an- wenn sie denn erreichbar ist und zurück ruft-zeitlich passt das für sie eigentlich fast nie.
Oftmals ruft sie nicht zurück, sie ist da sehr schludrig, dann dränge ich mich nicht auf.

Die andere Tochter wohnt ca. 7km von hier entfernt, 3 kleine Kinder, derzeit in Elternzeit Zuhause, ansonsten Vollzeit beim Flugzeugbau eine leitende Position.
1 Mal die Woche ist Omatag, dann hole ich den Enkel aus der Kita, der andere ist in der Schule und der Kleinste ist 5 Monate alt...und beschäftige mich ein wenig mit denen.

Ansonsten führe ich mein Leben alleine, bin auch nicht so die "Vorzeigeoma". Meine Töchter sind sehr selbstbewusst und selbständig und die größte Freude ist es - für mich- zu sehen, dass sie alleine klar kommen, zur Not auch ohne Mann die Kinder durchbringen können (sind beide schon Jahre verh.)
So habe ich sie erzogen.

Ich möchte später auch nicht, dass meine Kinder mich pflegen etc. oder finanziell unterstützen.
Ich hoffe, dass mein "Kleingeld" bis zum Ende reicht. Wenn nicht, werde ich mir zu helfen wissen.

x 1 #40


Besserwisser60
Zitat von Worrior:
Am Ende des Tages werden wir als Väter und Mütter beurteilt, nicht als "Bro's" oder "beste Freundinnen".

Sehr wichtiger und richtiger Satz!

#41


Jane_1
Zitat von justawoman:
Aber er kommt mich jedes Wochenende besuchen und wir telefonieren auch unter der Woche öfter mal

Das deutet ja schon auf ein sehr enges Verhältnis hin. Ich glaube, das erleben nicht so viele Mütter.

Hast du eventuell Sorge, dass er kommt, weil er sich verpflichtet fühlt?
Zitat von justawoman:
, zerbreche ich mir die ganze Zeit den Kopf, ob das unangemessen war

So wie du eure Beziehung zueinander schilderst, seid ihr eh relativ offen miteinander. Ich würde ihm von meinen Befürchtungen erzählen. Und natürlich ist er groß genug, sich abzugrenzen, wenn es ihm zuviel wird. Aber es schadet sicher nicht, ihm das auch noch mal zu sagen. Also, dass er bitte unbedingt sofort sagen soll, wenn ihm etwas zuviel wird.

x 1 #42


J
Zitat von Jane_1:
Das deutet ja schon auf ein sehr enges Verhältnis hin. Ich glaube, das erleben nicht so viele Mütter.

Ja, das stimmt. Ich finde das schön, mit niemandem kann ich solche Lachanfälle bekommen wie mit meinem Sohn 😂 .

Zitat von Jane_1:
Hast du eventuell Sorge, dass er kommt, weil er sich verpflichtet fühlt?

Nein, gar nicht. Er kann sich sehr gut abgrenzen, wenn er keine Zeit oder Lust hat, meldet er sich nicht und ich lasse ihn auch in Ruhe und warte, bis er sich von sich aus meldet.

Zitat von Besserwisser60:
Wir haben Kontakt, aber mit Abstand.

Das ist sicher bei vielen so, entspricht aber nicht dem, was ich mir wünsche/vorstelle. Heute leben alle so vereinzelt, ich finde die Vorstellung einer großen Familie schön, in der man sich geborgen fühlt.

x 3 #43


Besserwisser60
Zitat von justawoman:
Das ist sicher bei vielen so, entspricht aber nicht dem, was ich mir wünsche/vorstelle. Heute leben alle so vereinzelt, ich finde die Vorstellung einer großen Familie schön, in der man sich geborgen fühlt.

Meine Kinder sind erwachsen und haben eigene Familien, das gilt es zu respektieren. Denn oftmals sind es die Eltern, besonders Mütter, die unbedingt den emotionalen Kontakt halten wollen - aus eigenen Motiven(manchmal auch selbstsüchtige) -, während die erwachsenen Kinder sich eher abgrenzen.
Komplett normal und, wie ich meine, sehr gesund, für beide Seiten.

Muss aber jeder selber wissen, ich bin eben nicht die Oma, die stetig vor der Tür steht und um Einlass bettelt. Geborgenheit gebe ich mir selber.

x 1 #44


Ameise_78
Zitat von justawoman:
Das ist sicher bei vielen so, entspricht aber nicht dem, was ich mir wünsche/vorstelle. Heute leben alle so vereinzelt, ich finde die Vorstellung einer großen Familie schön, in der man sich geborgen fühlt.

Das empfinde ich so wie du.
In anderen Kulturen hat Familie eine andere Bedeutung/wird anders gelebt als hier, und ich würde das nicht als "ungesund" bezeichnen, es ist schlicht Mentalitäts/Geschmackssache.
Wenn ich alleine leben und mich strikt von meinen Kinder abgrenzen und distanzieren wollte, hätte ich keine bekommen. Natürlich ist Respekt, dh zu respektieren, wenn Kinder ihren Abstand wünschen, sehr wichtig, aber viele Kinder wünschen keine strikte Distanz.
Es kommt sehr darauf an, was und wie es vermittelt wurde.

x 1 #45


A


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