ratloser
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Ich (49) hab nach 4 Jahren vor 8 Wochen die Beziehung mit meiner Partnerin (44) in einer Überreaktion nach einem Vertrauensbruch beendet. Blöder Fehler.
Ich wollte dann zurück rudern, nun wollte sie nicht mehr.
Nicht zusammen gewohnt. 3-4 mal pro Woche gesehen, täglich telefoniert.
Das letzte Jahr wurde die Beziehung wegen massiver Probleme (Arbeitslosigkeit, ständige Jobsuche, Fortbildungen, familiäre Sorgen und Nöte) von beiden Seiten nicht gepflegt. Durch mangelnde Kommunikation entstanden gegenseitig verletzende Missverständnisse, die nie angesprochen wurden. In den letzten 3 Monaten konnte ich deutliches zurückziehen ihrerseits feststellen, wollte sie aber nicht darauf ansprechen, da sie genug andere Probleme hatte bzw. auch noch hat. War wohl falsche Rücksichtnahme.
Grundsätzlich gibt es noch zu bemerken, dass sie eine emotional verkümmerte Kindheit hinter sich hat und unter mangelndem Selbstbewusstsein leidet.
Hab dann auch alle klassische Fehler begangen, die natürlich zu nichts geführt haben. Irgendwann schrieb ich ihr, dass ich ihre Entscheidung traurig finde, die Trennung aber schließlich akzeptiere, meinen Weg weiter gehen würde, aber für sie auch sicher noch eine Zeit emotional erreichbar sein werde. Danach Wochen Funkstille. Habe lediglich einmal wortlos ein Päckchen geschickt mit persönlichen Dateien die ich noch auf meinem Rechner hatte und einmal eine CD mit gesammelten Fotos aus unserer Zeit. Sie hat sich jedes Mal nett per SMS bedankt.
Vor 2,5 Wochen bekomme ich eine Mail von Ihr. Der Inhalt abgesehen von Erklärungen Ihre Person betreffend:
-Wir hätten die Rollen vertauscht, nun würde sie vorm PC sitzen und hätte das Bedürfnis mir ihre Gedanken mitzuteilen.
-Ich sei tief in ihrem Herzen und die Gefühle seien noch da.
-Ob wir bei einem neuen Versuch eine Chance hätten, kann sie nicht sagen, da wir doch sehr unterschiedlich seien.
- Es mache ihr Angst, zu erkennen was aus der Beziehung wurde, obwohl wir beide das Gefühl hatten angekommen zu sein und sie sich nicht wirklich erklären kann, wie es soweit kommen konnte.
-Ob ich mich mit ihr in nächster Zeit nochmal treffen würde.
Wir trafen uns. Es wurden 5 Stunden. Wir haben uns nett unterhalten aber auch über die Beziehung gesprochen. Ihr Verhalten und ihre Äußerungen waren zwiespältig. Wir saßen gegenüber, dann wechselte sie den Platz ans Kopfende. Deutlich näher zu mir.
Auf meine Frage, warum genau wir uns treffen: „Ich wollte nur mal sehen wie es sich anfühlt.“ Auf meine Frage wie es sich denn anfühlt: „Vertraut und komisch.“ Ich sei so aufgeräumt und distanziert.
Einmal sah sie mich intensiev an und fragte ob ich sie lieben würde. Ich antwortete ob sie das ernsthaft fragt. Das hätte sie doch schon mehr wie einmal schriftlich.
Im laufe des Abends kamen dann noch Bemerkungen, es sei ein merkwürdiges Gefühl seinen besten Freund zu verlieren, aber auch vielleicht sei sie schneller wieder da wie mir lieb sei. Den hat sie dann mit dem Satz: „Das war jetzt ein schei. Spruch.“ zurückgenommen.
Zum Abschied haben wir uns in den Arm genommen und bestimmt 10 Minuten gegenseitig festgehalten, wobei sie ihre Tränen nicht zurück halten konnte.
Ich hab ihr dann nochmal gesagt, dass es in ihrer Hand läge wenn sie was ändern wolle und dass ich meinen Weg auch ohne sie weiter gehen werde.
Jetzt ist, außer einer kurzen sachlichen Frage per SMS nach 5 Tagen, die ich sachlich und knapp beantwortet habe, seit 2 Wochen wieder Funkstille.
Ich würde mich über eine Einschätzung und einen Rat zum weiteren vorgehen freuen.
