Zitat von Catzchen: Er war sechs Wochen krank geschrieben und das wars dann.
Er hat sehr große Schwierigkeiten über sowas zu reden. Er sagte mir mal das er erzogen wurde immer Stärke zu zeigen. Dies zeigt sich selbst bei Krankheit und Schmerz.
In 6 Wochen soll ein Burnout geheilt sein? Eine Freundin war eineinhalb Jahre krank geschrieben wegen eines Burnouts. Die Welt war nur noch dunkelgrau und ihr Lebensinhalt in dieser Zeit war es, aus dem Fenster zu schauen, ohne was zu sehen. Weitere Fälle, über die ich gehört habe, waren auch ein Jahr arbeitsunfähig. Ständige Überbeanspruchung, Stress und dann noch hohe Anforderungen im Beruf können zu einem Burnout führen, vor allem wenn man keinen anderen Kanal mehr findet, sondern überall nur Forderungen empindet.
Es kommt zu einer sehr ungünstigen Zeit weil er in der Probezeit ist. Aber mir scheint, dass der Burnout eher wieder aufgeflammt ist und er sich einer Depression nähert oder sie schon hat. Er muss zum Arzt und sich Medikamente verschreiben lassen. Mein Mann ging, als er noch arbeitete, freiwillig zum Psychiater, weil er sich auch nicht mehr raus sah und er gemerkt hatte, wie er sich verändert hatte. Er hat Medikamente bekommen, die er schon mal absetzen wollte. Da war die Depression ganz schnell wieder da. Ich erkannte es sofort an dem eingefrorenen emotionslosen Gesichtsausdruck. immerhin hat er es geschafft, die Dosis zu verringern. Aber mit den Medikamenten geht es ihm wesentlich besser.
Depressionen verändern auch eine Beziehung sehr stark und sie können dazu führen, dass sich der Betroffene ganz zurückzieht und auch die Ehe in Frage stellt.
Ich kann mir gut vorstellen, dass Du Angst hast. Höre Dir an was er zu sagen, dringe nicht in ihn und fordere nichts. Einfach nur Akzeptanz zeigen und ihm sagen, dass Du weiterhin für ihn da bist, wenn er das annehmen kann und will. Ich glaube, mehr kannst Du im Augenblick nicht für ihn tun. Schlage ihm einen Arztbesuch vor und sage, es gibt Medikamente, die seinen Zustand ins Positive verändern können. Leider kannst Du ihn nicht zum Arzt schieben.
Leider werden viele Jungs so erzogen, dass sie keine Gefühle zeigen, vor allem keine wie Schwäche, Überforderung, Trauer und das setzt sich im Erwachsenenleben fort. Sie schieben dann 'Gefühle weg und verlieren den Bezug zu sich. Sie nehmen sich nicht als Einheit von Körper und Seele wahr, weil sie das nie gelernt haben. Kein Bezug zu den eigenen Gefühlen, stattdessen spontane Verhaltensweisen und Verdrängungsmechanismen. Kein Wunder, wenn sie dann einen Burnout erleiden, weil sie über ihre schwachen Seiten ständig hinweggehen und diese gar nicht wahrnehmen wollen.