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Nach 20 Jahren Beziehung die ersten Zweifel

E
Danke @Margerite,

wieder mal wunderbar auf dem Punkt gebracht (meiner Meinung nach). Ich habe 3 wertvolle Zitate rausgesucht, damit sie nicht untergehen beim umaufmersames Lesen und werde dazu noch ein paar Anmerkungen von mir schreiben. Aber die ganze Post ist sehr gut.

Zitat von Margerite:
Du kannst das positiv oder negativ einordnen. Negativ ordnest du es jetzt ein, weil sogleich dahinter wieder Fragezeichen auftauchen?

Mir ist auch aufgefallen, dass stets eine negative Auslegung stattfindet und nicht nur negativ - im Sinne von ungünstig - sondern auch schwächend. So, als würde alles hoffnungslos und sinnlos sein.

Wir haben alle innere Sabboteure, es könnte hier auch einer vorliegen. Sie zu demaskieren kann manchmal echt Wunder bewirken.

Zitat von Margerite:
Wieso ist da dieser Zusammenhang der doch gar nicht gegeben ist? Warum entfernst du dich von deinem Mann, wenn du dich um dein Wohlergehen kümmerst?

Auch das unterschtreicht die Ohnmacht, die ich oben erwähnte. Wenn der Preisfür die Selbstentfaltung angeblich so hoch ist, - die TE bezahlt quasi mit ihrer Familie dafür - dann vergeht einem die Zuversicht und auch die Freude an das Gestalten.

Ich nehme viel Schwere wahr bei der TE und es ist echt nicht verwunderlich bei diesen Glaubensaetze. Ich würde dazu raten, etwas aufmerksamer in dieser Hinsicht hinzuschauen und nicht alles zu glauben, was man denkt.

Zitat von Margerite:
Warum gleich alles in Zweifel ziehen, nur weil jetzt erstmals Zweifel bei dir auftauchen? Mach und schau dir die Wirkung an.

Ich denke das könnte die Folge sein, der selbstentmutigenden Gedanken. Das Gefühl wird wahrgenommen, aber falsch zugeordnet, die Ursache im außen projeziert - in dem Fall auf den Ehemann beziehungsweise auf die Ehe - da der innere Sabboteur / die innere Sabboteure nicht bekannt sind. Was man nicht kennt, kann man nicht bei der Suche nach Erklärungen berücksichtigen.

Es ist meiner Meinung nach sehr viel Potenzial da, so viele Ecken, wo man anpacken kann, um die Lage zu verbessern. Und doch wird subjektiv die Lage als hoffnungslos empfunden. Da stimmt was nicht und dem würde ich auf den Grund gehen

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HerzundKerbe
Zitat von Nun-zweifel-ich:
Kann es sein, dass alte Themen auf die Gefühle Auswirkungen haben? Vielleicht hat jemand einen Gedanken zu meinem Anliegen

Kann nicht nur. Ist garantiert so. Wenn es nicht transzendiert wurde. Gucke mal bei YT Verschmelzungstyp nach Gopal Norbert Klein. Vermutlich erkennst du dich da zu großen Teilen wieder. Für dein "Problem" gibt es eine Lösung.

#17


A


Nach 20 Jahren Beziehung die ersten Zweifel

x 3


N
@Margerite Vielen Dank für eure weiteren Gedanken und Antworten. Mir hilft das wirklich sehr weiter.

Ich habe wirklich einen enormen Nachholbedarf. Früher war ich ein sehr aktiver Mensch, wieso es so kam, verstehe ich immer noch nicht. Aber ihr habt Recht - ich sollte nicht so viel darüber nachdenken, sondern dieses neue (oder alte) Gefühl annehmen und diese kleinen Momente, die einem im Alltag Kraft geben, genießen.

Einen Punkt möchte ich gerne noch aufgreifen: Ich möchte meinem Mann nichts heim zahlen. Wir haben beide jahrelang (hinsichtlich verschiedener Themen) ausschließlich funktioniert. Ich wollte schon länger etwas ändern und darauf ist er nie ernsthaft eingegangen. Vielleicht komme ich auch an einem Punkt an, dass man sein eigenes Glück nicht von einem anderen Menschen abhängig machen sollte, sondern das Leben selbst in die Hand nehmen muss. Deshalb hinterfrage ich auch unsere Beziehung und bin mir nicht mehr sicher, ob wir als Paar so gut zueinander passen. Er wirkte in den letzten Jahren auch nicht glücklich, möchte aber auf jeden Fall an der Beziehung festhalten und redet die Probleme eher klein.

#18


M
Zitat von Nun-zweifel-ich:
Ich wollte schon länger etwas ändern und darauf ist er nie ernsthaft eingegangen.

Ich wollte, heißt, du hast es nicht getan. Du hast dich von ihm bremsen lassen bzw. gewartet dass etwas bei ihm geschieht. Da tut sich aber nichts.
Anstatt nur zu wollen, komme ins Handeln. Wenn sich etwas bei dir ändert, wirkt sich das normalerweise auch auf den Partner aus. Er wird es merken, spüren, kann dir vielleicht folgen oder ist erst Mal erstaunt und kommt dann ins Nachdenken.
Etwas tun anstatt nur darüber zu reden, Probier es doch mal aus.

Zitat von Nun-zweifel-ich:
Vielleicht komme ich auch an einem Punkt an, dass man sein eigenes Glück nicht von einem anderen Menschen abhängig machen sollte, sondern das Leben selbst in die Hand nehmen muss.

Das ist ja auch alles richtig, muss aber nicht automatisch zu einer Trennung führen, aber zu mehr Eigenständigkeit innerhalb der Ehe.


Zitat von Nun-zweifel-ich:
ob wir als Paar so gut zueinander passen

Das liest sich für mich als ein Paar im Stillstand, ohne Impulse, ohne eigene Interessen.

Zitat von Nun-zweifel-ich:
Er wirkte in den letzten Jahren auch nicht glücklich, möchte aber auf jeden Fall an der Beziehung festhalten und redet die Probleme eher klein.

Es hängt ja auch immer viel an längeren Beziehungen dran. Gewohnheit, Sicherheit, Zusammenhalt, eine in vielem gemeinsame Geschichte - das gibt man nicht leichtfertig auf.
Vielleicht sind die Probleme ja gar nicht so groß, sondern eher klein.


Zitat von Nun-zweifel-ich:
Aber ihr habt Recht - ich sollte nicht so viel darüber nachdenken, sondern dieses neue (oder alte) Gefühl annehmen und diese kleinen Momente, die einem im Alltag Kraft geben, genießen.

Der Stillstand bei Euch führte vermutlich zu einer Art Blockade, die bremsend wirkt. Ein Zug auf dem Abstellgleis. Ein kleiner Schubs und er fährt wieder los. Vielleicht steigt der Partner sogar gerne mit auf und ist froh über neue Impulse.
Früher war noch Aktion, jetzt regieren Lethargie und Stillstand. Was ist passiert?

Wenn sich einer endlich mal rührt, kann sich das auch belebend auf den Partner auswirken. Kann, muss nicht. Aber einen Versuch wäre es doch wert.

Zitat von Ella:
Es ist meiner Meinung nach sehr viel Potenzial da, so viele Ecken, wo man anpacken kann, um die Lage zu verbessern. Und doch wird subjektiv die Lage als hoffnungslos empfunden. Da stimmt was nicht und dem würde ich auf den Grund ge


Das kommt mir auch so vor. Es hängt eine depressive Wolke über der Beziehung und dem Leben. Warum ist das so gekommen?
Hoffnungslos ist nur der Tod. Nach einem Tod ist nichts mehr zu machen. Aber ist die Beziehung denn auch gänzlich tot? Vielleicht ist sie nur halbtot und man kann ihr wieder ein wenig Leben einhauchen.
Die Lage als hoffnungslos zu empfinden, ist manchmal auch eine bequeme Haltung. Es ist eh nichts zu machen, wofür soll ich mich anstrengen und was tun? Es ist ja eh umsonst. Also brauche ich gar nichts zu tun. Aber zufriedener macht diese Haltung nicht.

Eine Beziehung ist schnell getrennt, ob das Leben hinterher tatsächlich so viel besser ist, ist nicht gesagt.

#19