Zitat von Ohnmächtig:Bleibt man dann 3,5 Jahre mit jemanden zusammen? Ich kenne einige Männer, die überstürzt in neue Beziehungen gegangen sind. Die haben sich alle nach spätestens 6-7 Monaten getrennt, weil sie gemerkt haben, dass das Herz noch an der anderen hängt.
Baue ich ein Haus mit einer, mit der ich mir keine Zukunft vorstellen kann? Sollte ich nicht da spätestens die Reißleine ziehen?
Ich fühle mich einfach so verarscht. Für mich war es der Mann fürs Leben.
Durchaus ja. Wenn er seine Gefühle für die Ex in Eurer Beziehung nicht verarbeitet hat, dann waren sie eben konserviert. Ich bin eh der Meinung, dass es schwerer ist den alten emotionalen Rucksack in einer neuen Partnerschaft abzulegen, wenn man sich dem a) nicht bewusst annimmt und eher wegdrückt/unterdrückt (wo sollen diese Energien hin, die verschwinden ja nicht einfach so, wenn man sie nicht transformiert) und b) man eine neue Beziehung mit Wünschen überfrachtet, weil dass alles in der vorhergehenden Partnerschaft nicht funktioniert hat.
Und ja du darfst wütend und verletzt sein, da du als unbeteiligte Dritte die Konsequenzen des Dramas trägst. Das lässt sich nun nicht mehr ändern. Er hat einen Fehler gemacht und du hast dich evtl. zu schnell eingelassen, ihn nicht ausreichend geprüft. Das soll weder sein Verhalten entschuldigen, noch Dir die Schuld zuschieben. Es ist keine Frage der Schuld, wer jetzt wie hätte handeln sollen, es lässt sich nicht mehr ändern, es ist bereits geschehen.
Wie lange jemand an einer Sache festhält ist glaube ich gar nicht die Frage, daran kann man nichts festmachen. Es gibt ja keine Regel dafür, wann ein Mensch feststellt, ups ich will nicht mehr, weil ich noch an der Ex hänge. Er hatte, so wie du auch, die Verantwortung für Eure Beziehung und ist damit nicht gut umgegangen, da er in sich selbst wahrscheinlich eine Ambivalenz gespürt hat, die er sich nicht eingestehen wollte. Diese Verfehlung ist traurig und tut weh, das kannst du bei ihm lassen, denn du bist mit dieser Verantwortung anders umgegangen.
Schlussendlich wird es gut sein, die Sache für dich jetzt mal zu entheddern. Seine Anteile bei ihm zu lassen und deine zu dir zu nehmen. Dann betrauere, diese Beziehung, das Potenzial und das Ende. Setze Dir keinen Zeitrahmen, sondern lasse Dir so viel Zeit wie du brauchst.
Werde dir dann klar, dass Du Werte hast und diese leben möchtest. Das ist dein Rückgrat, diese machen dich aus. Dein Ex handelt, wie er die Welt sieht, aber du bist eben anders in dieser Welt und das darfst du auch so leben, auch wenn es jetzt sehr weh tut, dass nicht mehr mit ihm leben zu können.
Ich habe mir ausreichend Zeit für die Heilung der geschlagenen oder bereits vorhandenen Wunden genommen. Ich bin durch so viele verschiedenen Phasen durchgegangen, habe immer wieder Rückschritte und dadurch Fortschritte gemacht. Ich habe bewusst auf Dating und eine neue Beziehung verzichtet, weil ich nichts wiederholen oder jemand anderen verletzen wollte, weil ich verletzt bin. Sei erst mal mit dir, lecke deine Wunden, erhole dich und versuche die Trennung als etwas anzusehen, dass Dich wachsen lässt. Aber eins nach dem anderen. Es ist möglich und wie gesagt, ich war ein Härtefall. Mittlerweile bin ich an dem Punkt, wo ich ihm verzeihen kann und die Partnerschaft gehen lassen kann. Ich habe auch mir verziehen und Schuld, Scham und Reue irgendwann nicht mehr stark verspürt.
Ein paar Restblockaden und Energien (die nicht mehr so viel mit meinem Ex zu tun haben) sind noch da, aber es ist ja nie perfekt. Es ist ein stetiges Werden, ein Prozess und der fühlt sich richtig an und ich habe ihn bewusst alleine unternommen.
Ich wünsche dir viel Kraft für deinen Weg.