Seth
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Ich wurde vor erst 5 Tagen nach 3 Jahren Beziehung von meiner Freundin verlassen.
Durch Zufall bin ich auf diese Seite hier gestoßen und es tat gut hier zu lesen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die auch so fühlen und man nicht der einzige Mensch ist der so fühlt (was man in der Situation denkt).
Ich möchte einfach hier meine Geschichte loswerden, es Mal runterschreiben wie ich mich gefühlt habe und wie ich fühle und was in der vorgeht.
Also zum Hintergrund: Sie war meine zweite Beziehung und diese Frau hat mich einfach umgehauen und mich so so glücklich gemacht. Auch in meiner ersten Beziehung wurde ich verlassen. Durch diese Trennung bin ich sehr reflektiert und achtsam geworden. In der neuen Beziehung habe ich dieses Glück nicht für selbstverständlich gehalten, ich habe mir immer wieder Momente genommen und mir vor Augen geführt wie schön es ist und wie glücklich ich bin. Das hat sich denke ich auch positiv auf mein Handeln ausgewirkt. Ich war mir sicher, die Richtige gefunden zu haben, mein Leben mit ihr teilen zu wollen, für immer. Sie ist in den 3 Jahren zu dem mit Abstand wichtigsten Menschen für mich geworden, sie gab mir Halt. Ich bin mir unsicher ob das insgesamt zu viel war.
Im Frühling hat sie ihr Studium abgeschlossen und es stand in nächster Zeit der nächste Schritt für uns an (Zusammenziehen an einen Ort der für beide beruflich passt). Da wir beide noch mittelfristig in der jetztigen Stadt beschäftigt waren hatte es mit dem Umzug noch etwas Zeit, aber es stand eben in nächster Zeit bevor, ohne dass es konkret wurde.
Im Sommer dann bekam sie Zweifel an uns. Kurz vor unserem Sommerurlaub sagte sie mir, dass sie sich mit mir keine gemeinsame Zukunft vorstellen kann, mich aber dennoch liebt. Ihre Begründung war, dass ich mich nicht genug in ihren Freundeskreis bzw. ihre Familie integriere. Hier muss ich ihr Recht geben, das stimmt, ich habe einige Treffen nicht mitgemacht. Ich bin ein Mensch der sehr die Zweisamkeit genießt und nicht so sehr im "fremderen" Umfeld aufgeht. Oft war ich froh, dass diese Treffen vorbei waren, manche machten mir aber auch Spaß, es lag daran welches Umfeld es genau war. Mit manchen konnte ich super gut, mit manchen nicht so. Generell habe ich nie gerne zu soetwas zugesagt, auch wenn ich später dort Spaß hatte. Der zweite Kritikpunkt war, dass ich manchmal nicht wirklich an Gesprächen mit ihr teilgenommen habe. Was daran liegt, dass ich beruflich eine schwere Phase durchmache / durchgemacht habe. Ich habe also an manchen Abenden nur sehr bedeckt mit ihr geredet, während sie es liebt vom Tage zu erzählen und auch viel von mir hören wollte.
Auch hier hat sie im Prinzip Recht. Ein paar Stunden später habe ich es oft bereut mich so verhalten zu haben. aber ich bin so, dass ich manche Probleme eher mit mir ausmache, als darüber zu sprechen. Damit kommt sie nicht klar sagte sie mir also vor dem Urlaub. Nach einem langen Gespräch haben wir uns entschieden in den Urlaub zu fliegen, schließlich liebten wir uns ja.
Und es war auch ein wunderschöner Urlaub! Es lief wieder besser!
Doch im Herbst/Winter kamen die selben Vorwürfe. Obwohl ich mich stark bemüht habe mehr mit ihrem Freundeskreis zu machen und ich hatte auch Spaß daran.
Zur Trennung kam es dann vor 5 Tagen, sie wollte reden. Die selben Dinge nannte sie mir, aber diesmal mit der Konsequenz der Trennung.
Für mich brach die Welt zusammen. Es war wie ein Traum. Trotz der Anzeichen, habe ich es nicht wahrhaben wollen. Das Gespräch im Sommer hat dazu geführt, dass ich sie noch stärker liebte. Wie sollte ich das ertragen? Ich fühlte mich leer, tot.
Ich bat sie an diesem Abend, dass ich diese Nacht noch mit ihr verbringen möchte, denn ich würde ihr gerne noch einige Dinge sagen. Sie stimmte zu. Also kuschelten wir eine letzte Nacht wie ein Pärchen, wir weinten gefühlt die ganze Nacht durch und hielten uns fest. Ich sagte ihr, dass sie für mich die Fraue meines Lebens ist und, dass ich sie über alles liebe und das mit ihr schaffen will. Sie sagte mir sie liebe mich, aber es reiche nicht aus. Ich wäre nicht der Mann ihres Lebens.
Sie beichtete mir, dass sie für ihren Ex-Freund mehr gefühlt hat, als für mich. Außerdem beichtete sie mir, dass sie sich wiedergetroffen haben (verabredet). Ich weiß nicht, ob sie ihn wieder haben will, aber ich vermute es stark.
Am Morgen verließ ich dann ihre Wohnung, wir beide weinten. Seit dem habe ich keinen Kontakt zu ihr.
Ich hatte zwei unfassbar schlimme Tage. Mein Herz schrie so sehr. Ich habe nie so sehr gelitten. Danach hatte ich überraschend zwei Tage an denen ich sehr positiv war. Ich hatte das Gefühl, dass ich alles gegeben habe in dieser Beziehung, ich war zufrieden mit meinem Handeln. Heute ist es wieder schlecht. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich zufrieden mit mir sein kann, oder ob ich mir die oben genannten Punkte vorwerfen muss. Ich finde es schade, dass sie diese Phasen von mir in denen ich verschlossen war, nicht akzeptieren konnte, hätte ich das nicht erwarten dürfen?
Ich verspürte zu ihr eine extreme Verbundenheit und das war für mich die Basis dieser Beziehung, ich kann nicht verstehen, warum die Beziehung, wegen einer "banalen Aktivität" mit Freunden hinterfragt werden kann.
Ich hoffe der Text ist nachvollziehbar für Euch! Habe das Gefühl es nicht genau in Worte fassen kann.
Ich wäre dankbar für eine neutrale Einschätzung von Euch. Meine Freunde sind sehr gut für mich da und pushen mich sehr. Aber objektiv sind sie natürlich nicht.
Liebe Grüße
