fontana111
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Ich reihe mich auch ein in die Gruppe der Sitzengelassenen. Ich war bisher stille Mitleserin und das hat mir doch schon etwas geholfen. Auch wenn ich es sehr traurig finde zu lesen, wie viele von uns vom selben betroffen sind.
Ich möchte gerne meine Geschichte aufschreiben, einerseits für mich selbst (schreiben soll ja gut tun), andererseits weil ich mir einige Tipps, Anregungen, evtl. auch mal ein Kopf waschen erhoffe.
Ich (39) wurde vor 4 Wochen verlassen, wir waren gar nicht so lange zusammen, 'nur' 8 Monate. Ich war vor dieser 'Beziehung' lange Single (4 Jahre), weil meine vorletzte Beziehung schon sehr schwierig war und ich deshalb aus Angst, nochmal dasselbe zu erleben, keinen mehr an mich ranlassen konnte/wollte. Der jetzige Mann war der erste, der es geschafft hat, dass ich mich wieder ein wenig öffnen konnte. Die ersten drei Monate waren auch wunderbar, rosarote Kennenlernphase halt. Nach drei Monaten gab es den ersten Zwischenfall, wo mich eine Situation sehr an meine frühere schlimme Beziehung erinnert hatte und ab da ging es eigentlich nur noch bergab. Ich wurde ab dann völlig unsicher, fühlte mich von ihm so unverstanden und hatte wie schon in meiner vorherigen Beziehung wieder das Gefühl, um Anerkennung kämpfen zu müssen. Beim Trennungsgespräch sagte er zu mir, dass er in seiner Entwicklung wohl schon viel weiter sei als ich und dass ich nie seine erste Priorität sein würde. Er sagte auch, dass ich mich verhalten hätte, als ob wir in einer Beziehung seien, obwohl das ja nie der Fall gewesen sei. Wir haben uns gegenseitig aber immer wieder gesagt, wie verliebt wir ineinander sind und wie toll wir uns finden. Für mich war das dann irgendwie klar, dass das eine Beziehung ist, obwohl es nie ausgesprochen wurde. Es war auch nie bloss eine Bettgeschichte, wir haben auch sonst sehr viel miteinander unternommen.
Sei's drum, vor 4 Wochen hat er es also beendet und ich habe das Gefühl, ich bin wieder am selben Punkt wie schon bei meiner letzten Beziehung. Ich habe wieder das Gefühl, ich hätte alles falsch gemacht und ich muss mich ändern um endlich mal angenommen und geliebt zu werden. Ich fühle mich so schlecht und bin am Boden zerstört. Er war einen Tag nach unserer Trennung schon wieder auf einer Online-Dating-Plattform unterwegs, so wichtig war ich ihm also. Ich bin so unendlich traurig und möchte am liebsten einschlafen und nicht mehr aufwachen. Ich habe es mit bald 40 nicht hingekriegt, dass ein Mann sich mal ganz für mich entscheidet und mich so nimmt, wie ich bin, mit all meinen Macken und Unsicherheiten. Darf man die denn nicht auch haben?
Das Schlimme ist, dass ich vom Kopf her eigentlich weiss, dass er halt einfach nicht der richtige war, trotzdem kann ich überhaupt nicht loslassen. Das geht sogar so weit, dass ich immer wieder mit dem Auto bei ihm zu Hause vorbeifahre, um zu schauen, ob er da ist oder nicht. Ich schäme mich so und habe langsam wirklich das Gefühl, mit mir stimmt was nicht. Aber ich kann einfach nicht aufhören
Beim Therapeuten bin ich schon, habe aber die Hoffnung aufgegeben, dass das etwas bringt. Ich war schon nach meiner letzten Trennung in Therapie, habe so sehr an mir gearbeitet dafür, dass mir jetzt wieder das gleiche passiert ist. Ich verstehe es nicht. Was mache ich bloss falsch? Ich bin am Ende. Die Einsamkeit bringt mich um. Und immer wieder kommen die Gedanken, was wir jetzt im Frühling alles gemeinsam machen wollten. Nun fängt das Alleinsein wieder von vorne an. Es ist so unfair! Ich möchte so gerne positiver sein, aber ich schaffe es im Moment einfach nicht.
Bitte entschuldigt das selbstmitleidige Geschreibe, über einen Austausch würde ich mich sehr freuen.
Ich wünsche allen Leidenden ganz viel Kraft, um die Situation gut durchzustehen.