Macadamia
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Ich sagte ihm, dass man an den Problemen arbeiten könne, da es nichts ist, dass man nicht ändern könnte oder nur mit großem Aufwand ändern könnte (d.h. ich müsste mich nicht verstellen oder selbst verleugnen). Ich sehe meine Fehler ein, allerdings ist mir klar, dass nicht ich allein das Problem bin.
Er ist depressiv und besitzt einige zusätzlich erschwerende Charakterzüge. Vor anderen Menschen hat er nach außen eine sehr charmante, lustige, interessierte, selbstbewusste und sozialverträgliche Art, aber insgeheim ist er unglücklich, unzufrieden und hasst sich selbst. Durch die permanente Unzufriedenheit und den damit verbundenen utopischen Ansprüchen, die er an alles und jeden stellt, steht er seinem eigenen Glück im Weg. Ich konnte es ihm nie recht machen und immer war ich schuld. Er sagt zwar, ihm seien seine Probleme bewusst, doch er arbeitet nicht daran, sondern verdrängt nur, indem er sich ständig Beschäftigung/Ablenkung sucht. Er ist egoistisch, geht keine/kaum Kompromisse ein und mag kein Contra.
Als er mir nun nach unnötigem Hinhalten die offizielle Trennung verkündet hatte, wollte ich natürlich als Noch-Liebende, dass wir noch an der Beziehung arbeiten. Doch er sagte, er habe keine Kraft mehr, um an einer Beziehung zu arbeiten, es sei jetzt zu spät, und seine Entscheidung sei endgültig. Vergangenes kann er nicht vergangen sein lassen, und dadurch hat es sich auch aufgestaut.
Wir konnten uns eigentlich blind vertrauen, keine Eifersucht, kein Fremdgehen oder andere Formen von Vertrauensbrüchen. Ich habe viel in die Beziehung investiert, hatte viele Kompromisse eingehen müssen. Ich bin selbst auch nicht gerade die pure Lebensfreude, da hat er einfach zu viel von mir erwartet, aber immerhin arbeite an meinen Problemen. Ich kann manchmal recht plump, dickköpfig und laut sein, wenn ich mich unfair behandelt fühl. Ich äußere meine Kritik und halte nichts davon, wenn man nie seine Meinung äußert und immer nur zustimmt. Leider hätte ich da etwas sensibler mit ihm sein müssen, da er nicht so robust war, wie er immer den Anschein machte. Zurückhaltung fällt jedoch auch schwer, wenn der Partner ziemlich gut im Austeilen ist und schnell in Raserei verfällt.
Nun bin ich am Boden zerstört, tief verletzt, fühle mich meiner Lebenskraft und Freude beraubt und habe das Vertrauen in Menschen verloren. Klar will ich ihn noch zurück, schließlich liebe ich ihn noch und unsere Leben sind sehr miteinander verwoben. Mir ist bewusst, dass das in der Anfangszeit einer Trennung meist so ist und dass es unsinnig ist, so zu denken, denn Schluss ist Schluss, daran gibt es nichts zu rütteln. Das hat er deutlich gemacht, kein Raum für irgendwelche Hoffnungen. Noch meint mein Gehirn, mir nur die positiven Aspekte der Beziehung zeigen zu müssen, obwohl es eindeutig so positiv nicht war. Ich komme mit der ganzen Situation nicht zurecht, mir geht es furchtbar. Ich kann nicht schlafen, ich kann nicht essen, mein Herz rast, ich kann nicht klar denken und habe an nichts Spaß. Sobald ich mit meinen Gedanken allein bin, zerfrisst es mich und alles dreht sich. Ich weiß, was man jetzt so alles tun und berücksichtigen soll, aber es hilft einfach nicht. Dem Verstand ist es klar, aber der Rest vom Körper will davon nichts wissen.
Ich schreibe das hier, weil ich denke, dass es mir helfen kann einen Abschluss zu finden.
Wie kann ich das nun so verarbeiten, sodass ich wieder normal funktionieren kann?
Ich überlege, ob ich eine Therapie mache, denn das hat mich ganz schön schwer getroffen und mein Leben war ansonsten schon nicht unproblematisch.Corona-Krise macht auch alles nur schwerer. Hat jemand Erfahrung mit Therapie, Trennungsbewältigungsgruppen oder sonst was? Hilft es?
Ihr wohnt zusammen wie kann ich mir das vorstellen? Du Schlafzimmer zur Nacht und er im Wohnzimmer, oder ist er viel bei seiner Neuen Flamme?