Guten Morgen zusammen,
ich gehe mal auf paar Sätze ein, dir mir ins Auge stechen.
Zitat von tesa: Ist es nicht eher das Zeichen dafür, dann in einer Beziehung zu sein?
Da gehts ja um was anders, oder nicht?
Angst vor tatsächlicher Nähe.
Ich glaube es ist die Angst vor Nähe, ja und die Angst, dass ich nach dem ersten Kuss nicht mehr zurückrudern kann und mich dadurch unter Druck gesetzt fühle Erwartungen erfüllen zu müssen, für die ich noch nicht wirklich bereit bin und dadurch jegliches Interesse in mir abstirbt.
Zitat von tesa: Auch wenn da in der Kindheit nichts großartiges vorgefallen ist. Es reicht schon, nur für Leistung gelobt und anerkannt worden zu sein. War das so? Dafür würde der "Kopfmensch" sprechen.
Das was ich in der Kindheit hatte, sich aber keiner erklären kann, war panische Verlustangst. Ich war damals sogar beim Kinderpsychologen. Meine Vermutung ist, dass wir als ich klein war durch den Beruf meines Vater mehrmals umgezogen sind und ich mich dadurch sehr auf meine Eltern fixiert habe. Ich konnte nie ohne sie sein, ohne Panik zu schieben. Meine Mutter hat mich dadurch auch nie weggegeben, was zwar sehr lieb von ihr war, aber vermutlich das Ganze nur noch gefördert hat?Irgendwann hat sich das dann ins Gegenteil verschoben.
In meinem jungen Jahren war ich sehr gut in einer Sportart, ich war sowas wie ein kleiner Star bei uns im Lande. Oft in Zeitungen wurde hochgelobt, das gab mir speziell im Teenageralter eine große Sicherheit, die ich auch ausstrahlte. Was genau meinst du damit?
Zitat von tesa: Die Beziehung die Du beschrieben hast ("recht dünn") zeigt ja auch, dass da keine tiefen Gefühle waren.
Und der Verdacht, betrogen worden zu sein, ist da auch nicht förderlich.
Ich kann es im Nachhinein nicht mehr so beurteilen, wie tief die Gefühle waren. Er gab mir keine wirkliche Sicherheit, dass ließ mich am Haken bleiben. Obwohl mir mein Unterbewusstsein immer gesagt hat, dass wir nicht zusammenpassen da wir überhaupt nicht die gleichen Interessen hatten und ich teilweise nicht mal wusste was ich mit ihm reden soll, also ließ ich ihn meistens reden. Ich liebe es in Gesprächen zu verschiedenen Themen philosophieren und debattieren, dafür brauche ich aber jemanden der mich geistig fordert. Hat er zwar schon auch, aber auf eine andere Art. Er hatte auch andere gute Qualitäten, vor allem welche, die ich bis dato nicht kannte und auch super interessant für mich waren, eine Zeit lang zumindest.
Da ich erst Monate später darauf gekommen bin, dass er mich vermutlich betrogen hat, war es nicht mehr wirklich schlimm für mich. Sowas kommt oft vor, warum also auch nicht mir. Es gibt Typen von Menschen da würde es mich wundern, bei ihm war allerdings nicht der Fall. Was allerdings auf mich bezogen sehr interessant war, ist, dass ich mich den letzten gemeinsamen Monat regelmäßig übergeben musste und nicht wusste woran das lag, auch die Ärzte konnten mir nicht weiterhelfen. Als er Auszog war es dann von einem auf den anderen Tag vorbei. Schon schräg!
Zitat von tesa: Es gibt hier ein paar Threads zu Beziehungsangst. Hast Du die gefunden? Dich wiedererkannt?
Ja, ich habe auch schon einiges darüber gelesen, Podcasts gehört usw. demnach hätte Bindungsangst. Nur hoffe ich immer noch insgeheim, dass es wie bei Horoskopen ist, also universell ausgelegt werden kann.
Zitat von BrokenHeart: Was fühlst Du, wenn Du an ihn denkst oder ein Treffen bevorsteht?
Eine Mischung aus Freude und Angst. Was grundsätzlich wirklich ein gutes Zeichen ist. Ich hätte definitiv nicht zu einem zweiten Date zugesagt, wenn da so gar nichts wäre. Ich war irgendwie wie fremdgesteuert.
Zitat von rosenherz: Und dann? Kommt da vielleicht kein Funke, kein Gefühl. Da könnte man schon traurig werden und sich selbst nicht mehr verstehen, meinst Du nicht?
Das hast du gut erkannt, ich wäre wohl wirklich traurig. Schon alleine aus dem Grund, weil es super lange geht bis mir jemand überhaupt halbswegs zusagt. Vielleicht war ich bisher aber auch einfach nicht offen dafür.