Zitat von BostonCeltric: Anfang Januar gestand sie mir, dass sie noch nicht getrennt sei, sie sich aber trennen möchte weil die Ehe hinüber sei. Sie hat mir nicht die Wahrheit gesagt aus Sorge uninteressant für mich zu sein. Sie erzählte ihre Ehe sei schon länger kaputt aber den finalen Schritt hätte sie noch nicht geschafft aus Angst davor, dass die Kinder dabei unter die Räder kommen. Ich habe ihr das sogar geglaubt aber geändert hat es für mich nichts.
Aber das ist doch das typische Affärengedöns. Meine Ehe ist ja eh kaputt, besteht nur noch auf dem Papier, wir führen sie nur wegen der Kinder noch weiter .... Ich wäre schon längst weg von ihm, aber ...Blabla ...
Zitat von BostonCeltric: Mein Standpunkt ist, dass ich mich auf nichts einlasse, ehe das nicht geklärt ist. Habe ihr aber auch gesagt, dass ich kein Trennungsgrund sein möchte. Daraufhin haben wir den Kontakt eingestellt: keine Treffen mehr, keine Nähe mehr, kein Kontakt. Es hat mich aber seither nicht mehr losgelassen, ich würde ihr am liebsten täglich Nahe sein.
Dann bleib bei deinem Standpunkt, auch wenn die Gefühle dir das Gegenteil suggerieren. Verliebtheit vergeht, wenn man ihr nicht ständig "Nahnung" durch Kontakt zuführt.
Wenn Du nachgibst, kommst halt du unter die Räder.
Zitat von BostonCeltric: Momentan bin ich jedoch unsicher. Ich will kein Trennungsgrund sein und Kindern damit das Fundament nehmen. Andererseits kann ich aus eigener Erfahrung auch nachempfinden, wieso sie in der Ehe unglücklich ist. Ihre Argumentation in der unglücklichen Ehe zu verbleiben und die Trennung vor sich hinzuschieben war plausibel. Durch diese Verheimlichung am Anfang ist das Vertrauen jetzt aber auch etwas eingerissen, könnte ich aber auch wegrationalisieren auf Grund der Nachvollziehbarkeit. Ich würde mich gerne wieder mit ihr Treffen, andererseits sollte sie vermutlich zuerst ihre Trennung verarbeiten und da in eine Stabilität kommen auch und vor allem wegen bei ihrer eigenen Trennung nicht direkt den nächsten in den Startlöchern haben, sowas sorgt immer für Unmut und Probleme.
Ein Warmwechsel, weil du jetzt in ihr Leben getreten bist, funktioniert selten. Und natürlich bist du dann der Anlass und dann kommt sie und sie kommt nicht allein. Da sind ihre Kinder, da ist die Trennung, da kommen die ganzen organisatorischen Dinge als Folge der Trennung und da sind ihre Erwartungen an ein neues Glück mit Dir. Sie hat Erwartungen und du sollst liefern. Das übt einen großen Druck auf dich aus. Da kann die Ehe noch so unglücklich gewesen sein, sie trennt sich jetzt deinetwegen. Wärst du nicht da, wäre sie höchstwahrscheinlich in der Ehe geblieben, einfach weil es bequemer ist und weil es keinen Anlass zur Trennung gegeben hätte.
Du rutschst in die Rolle eines Erfüllungsgehilfen.
Zitat von BostonCeltric: Zu den Gründen weshalb ihre Ehe nicht läuft (ich kann nur das wiedergeben, was mir gesagt wurde):
- wenig Unterstützung von ihrem Mann mit den Kindern
- er ändert nichts trotzdem, dass sie es mehrfach angesprochen hat
- er geht und kommt wann er will und sie muss jedes Mal drum kämpfen etwas Freizeit zu bekommen
- darunter sind die Gefühle verloren gegangen und man lebt nur noch nebeneinander her
- er ist genervt von den Kindern abends und will seine Ruhe haben
Mag ja sein, dass er sie bzgl. der Kinder wenig unterstützt, aber sie werden eben auch die klassische Rollenverteilung haben. Sie als Mutter wird vielleicht nicht oder nur halbtags arbeiten und der Mann als Versorger hat dann wenig Interesse an Haushalt und Kindern.
Und es ändert nichts, obwohl sie es angesprochen hat, sogar mehrmals. Ja, die Arme, er hört einfach nicht und lebt seinen Stiefel weiter. Sie hat aber wohl auch nichts geändert und allein durch Worte ändert sich meistens nichts.
Sein Interesse an den Kinder ist sehr begrenzt. Das ist schade, aber warum haben sie dann überhaupt Kinder bekommen? Heißt für dich, die Kinder wird sie mitbringen und du darfst dann den netten Onkel oder Ersatzpapa spielen.
Aber wie glaubhaft ihre Worte sind ist ja nicht nachprüfbar.
Wenn du nicht mitziehst, wird sie vermutlich eh in der Ehe bleiben. Sie hat dich belogen - aus nachvollziehbaren Gründen. Dennoch bleibt es eine Lüge. Und sie hat ihren Mann betrogen - auch aus nachvollziehbaren Gründen, aber es bleibt ein Betrug.
Der Rest ist Gerede und was ihr Mann zu der Ehe sagen würde, weißt du ja nicht. Es ist nur ihre Darstellung und die fällt natürlich so aus, dass du es auch glaubst, ja vielleicht sogar Mitleid bekommen sollst..
Du hast einen ausgeprägten inneren moralischen Kompass wie mir scheint und du lässt auch deinen Verstand zu Wort kommen. Damit ist die Sache doch eigentlich klar. Das Kribbeln ist eh nur am Anfang und würde in einer Alltagsbeziehung schneller verschwinden als es kam. Sie hat jede Menge unaufgeräumter Baustellen, die du jetzt in Ordnung bringen darfst - so sehe ich das. Und sie käme mit einem Rucksack voller Erwartungen in eine Beziehung mit Dir und wenn sie sich nicht erfüllen, wirst du sie genauer kennenlernen, denn du kennst sie ja nicht. Du kennst sie als sie 19 war, aber das ist keine Basis, weil sich Menschen verändern.
Ich war auch mal in einer Affäre, verheiratet, ohne Kinder. Unglücklich, unzufrieden und dann kam er - die Lichtgestalt, die bald ihre Schattenseiten zeigte wie ich sicher auch. Es scheiterte, weil so was nicht funktionieren kann. Raus aus der Ehe, rein in eine andere Beziehung. Er sagte mal, er wolle nicht der Ehezerstörer sein und ging schrittweise auf Distanz zu mir. Ich litt unter dem Entzug.
Es verging ein Jahr, bis ich das einigermaßen verarbeitet hatte und eines Tages wurde es mir schlagartig klar. Ich hätte mich - möglicherwweise - getrennt, aber darüber bin ich mir bis heute nicht im klaren, ob ich es wirklich getan hätte, wenn er Druck gemacht hätte. Aber wenn ich es getan hätte, hätte ich natürlich erwartet, dass er mein neuer Partner wird und all das liefert, was ich vermisst hatte. ich hatte ihn unbewusst in die Rolle eines Glückserfüllers gedrängt und er hätte den Druck gefühlt, der entstanden wäre. Wenn ich mich dir zuliebe trenne, dann erwarte ich auch etwas von dir und das ist nicht wenig.
Es war beschämend für mich als ich das realisiert hatte. Unbewusst hatte ich ihn instrumentalisiert und er hat die ihm zugedachte Rolle dankend abgelehnt. Dann habe ich es verstanden dass er gehen wollte nd musste, denn den Schuh wollte er sich nicht anziehen.